Hallo,
erst mal Danke für Eure Reaktionen und das Lob.
Letztendlich sind es ja Bilder von Elisabeth und mir, die wir auch im französischen Forum nutzen.
Wenn es nur um Zahlen ginge, hätte ich den Reisebericht vielleicht in einem anderen deutschsprachigen Forum geschrieben.
Mir war es aber wichtig, dass
ALLE, die sich für diesen Bericht interessieren, ihn auch ohne Anmeldung lesen können - und das geht nur hier!
Heute fahren wir von Puerto Deseado Richtung Süden.
Wir haben uns ausgeruht und unser Virus zum Glück gut im Griff.
Ein bunter Farbtupfer sind die weit leuchtenden Büsche von Anarthrophyllum desideratum, die auch Feuerzunge "lengua de fuego" oder "mata de fuego" Feuerlöscher genannt werden.
Aber auch die Pantoffelblümchen - Calceolarien - begeistern uns immer wieder.
Leider ist es sehr schwer, über diese Gattung gute Literatur zu finden, so dass wir immer wieder Probleme haben diese Pflanzen genau zu bestimmen.
Mir kann auch keiner erzählen, dass eine derartige Landschaft "langweilig" ist.
Bei der Überquerung des Rio Deseado sind wir sehr überrascht. Wir sind schon dreimal über diese Brücke gefahren und haben noch nie einen Fluß gesehen. Aber heute:
Wie sagten unsere Freunde zu Beginn der Reise: Bei unserer letzten Gruppen-Reise war vieles immer anders als geplant und dann hieß es immer "normalerweise". Hier war es wieder, dieses "normalerweise".
Die Austros beim nächsten Stopp zeigten sich gut gefüllt
und die Oxalis daneben hatten eine schöne, intensive Farbe.
Da wollten die Flamingos am Wegesrand mit ebenfalls intensive Färbung nicht nachstehen.
Unser nächster Stopp wurde wieder durch das "Halt" der Feuerzungen ausgelöst.
Kurz vor Puerto San Julian sahen wir noch Maihueniopsis darwinii
und auch noch eine kleine Pflanze von Maihuenia patagonica.
So weit südlich werden diese beiden Pflanzen selten. Keine Ahnung woher die Fabel kommt, dass sie fast bis zur Magellan-Straße wachsen würden. Weiter südlich gibt es nur noch Pterocactus australis und Austrocactus aff. bertinii, der auch hier sehr gut aussah.
Wenig später entdeckten wir eine Pflanze, die prall gefüllt war. Kein Wunder, immerhin wuchs sie ja auch direkt im Dünger:
Bei dieser Pflanze bin ich mir nicht sicher, ob es sich wirklich um eine Xerodraba handelt.
Diese sollten in Santa Cruz eigentlich viel später blühen. Die Angaben beziehen sich aber auf Pflanzen im andinen Bereich. Hier an der Küste kann das natürlich deutlich früher sein.
Den Flamingos war das sowieso egal.
In Puerto Santa Cruz wollten wir uns noch den Nachbau des Schiffes ansehen, mit dem Magellan die nach ihm benannte Passage entdeckt hatte.
Man kann und will nicht glauben, dass die Menschen früher mit solchen Nussschalen die Überquerung des Atlantiks gewagt haben.
Vor einigen Tagen waren wir ja schon mal in einem "Hochdruckgebiet" unterhalb des Meeresspiegels. Diesmal konnten wir am Gran Bajo San Julian immerhin über 100 Meter in die Tiefe schauen.
Es war mal wieder ein Tag mit vielen, unterschiedlichen Eindrücken, den wir in Piedrabuena beendeten.
Herzliche Grüße
Nobby