Rimacactus lauii

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Rimacactus lauii

Beitragvon CABAC » 28. Juni 2011, 21:08

Hallo zusammen,

bei mir ist und bleibt diese Kaktee ein Rimacactus:
rimacactus_lauii_1.jpg
rimacactus_lauii_2.jpg
rimacactus_lauii.jpg


Er blüht zwar in diesem Jahr als junge Pfropfung recht spärlich, aber drei andere Partner (unterschiedliche Klone) sind auf "stand by" und im Aussaatprotokoll 2012 ist schon eine Spalte für Rimacactus lauii reserviert...

...in diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen Abend

Euer

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Re: Rimacactus lauii

Beitragvon Jordi » 29. Juni 2011, 05:52

Na, dann drücke ich mal heftig die Daumen, daß Deine Pflanzen auch irgendwann gemeinsam blühen (denn wie ich Dich kenne, bist Du ja zu faul, Pollen einzufrieren).

Jordi

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Re: Rimacactus lauii

Beitragvon CABAC » 29. Juni 2011, 07:11

nee, nee mein Guter,

hab vor kurzem in Kalifornien eine Kurzanweisung in Behandlung von Pollen bekommen. Überzeugende und logische Argumente, denen ich mich als Neunmalkluger nicht entziehen kann.

Gute Mutterpflanzen von Rimacactus lauii sind inzwischen selten geworden. Wenn ich mich daran erinnere, dass ich mal 800 k Samen gerentet habe. Samen sind im Augenblick nicht zu bekommen. Also muss ich es ändern, mit drei eigenen Klonen und drei kürzlich zusätzlich in die Sammlung geholten, dürfte ich wohl bald wieder genug Pflanzen in der Sammlung haben...

...in diesem Sinne bis bald mal wieder

CABAC
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Re: Rimacactus lauii

Beitragvon Blossfeldia » 29. Juni 2011, 11:35

Hallo CABAC,
Glückwunsch zu den Blütenfotos.
Eine sehr interessante Pflanze, auf dessen Vermehrung ich auch noch hoffe.
Leider tut mir mein Klon in diesem Jahr wohl nicht den Gefallen zu blühen.

Beste Grüße Blossfeldia

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Re: Rimacactus lauii

Beitragvon Jordi » 29. Juni 2011, 16:28

CABAC hat geschrieben:... Wenn ich mich daran erinnere, dass ich mal 800 k Samen gerentet habe.....

So geht's mir leider auch! Vor 7 Jahren sah es bei mir noch so aus und seitdem fast nichts mehr an Samen.
04022505.JPG
DSCF0014.JPG


Jordi

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Re: Rimacactus lauii

Beitragvon scoparius » 29. Juni 2011, 17:39

Sehr schöner Rimacactus laui!
Ist die Pflanze eingegangen oder hat sie einfach nicht mehr geblüht?
Ich hatte mal 3 Sämlinge, die sehr empfindlich gegen Licht und Wasser waren :? , keiner der drei wurde älter als 1,5 Jahre.
In einem Artikel wo DNA Analysen von verschiedenen Notocacteen verglichen wurde ((R. Nyffeler, U. Eggli : Schumannia 6, Biodiversity and Ecology 3, 2010 S.209-249) gab es Hinweise dass Rimactus laui näher mit Yavia cryptocarpa und Neowerdermannia vorwerkii verwandt sein könnte als mit Vertretern der Großgattung Eriosyce.

BTW auch innerhalb der Großgattung Eriosyce passten Eriosyce aurata und Islaya islayensis nicht gut zu (einzelnen getesteten) Vertretern von Horridoctus,Neoporteria, Thelocephala und argentinischen Pyrrhocactus , welche viele DNA Sequenzen gemeinsam haben ..... :shock:

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Re: Rimacactus lauii

Beitragvon CABAC » 29. Juni 2011, 19:33

Hallo zusammen,
Größe als auch Form des Samenkornes geben Hinwesie auf eine engere Verwandschaft zu Deinen (scoparius) aufgeführten Kakteengattungen.
Meinen letzten wurzelechten Sämling hat die zu trockene Haltung während meiner Abwesenheit im April&Mai dahingerafft. Er wurde immerhin drei Jahre alt.
Pfropfung scheint im Augenblick die einzige Kulturform zusein, die es auch ermöglicht über Samen für Nachwuchs zusorgen. Leider nicht so befriedigend, wie ich es gerne hätte. In den ersten drei Jahren sind Blühverhalten und Samenbildung gut, danach geht sowohl die Blühwilligkeit als auch die Fähigkeit Früchte auzubilden zurück. Dafür wächst die Pfropfung zu einen viele Köpfe zählenden Gebilde. Ich habe mal so eine Pflanze auseinandergenommen. Sie hatte sich von der Unterlage gelöst und im Inneren Wurzeln gebildet. Leider sind die Pflanzen anschließend im Substrat nicht weiter gewachsen, sondern nach wenigen Monaten gen Kakteenhimmel gegangen.

Als Pfropfunterlagen habe ich bislang Selenicereus ( gut und dauerhaft macht aber spärlich bedornte Pflanzen) Harrisia jusperti (macht typisch bedornte Pflanzen, ist spätestens im vierten oder fünften Jahr ausgelaugt) und Myrtillocactus (bewírkt unter meinen Bedingungen das geringste Wachstum, ist aber dauerhafter) genommen. Zufrieden bin ich mit allen nicht, denn eine lange Lebensdauer konnte ich damit nicht erzielen. Aber vielleicht gehört ja Rimacactus zu den Kakteengattungen, denen eh kein langes Leben beschieden ist.

Glaubt man den Berichten, ist Rimacactus in Lau's Fundregion ausgestorben. Ein Grund mehr, sich für die Erhaltung und Vermehrung in der Kultur einzusetzen. Pfropfungen sind ein Mittel, aber erfolgreich kann nur die Vermehrung über Samen sein, auch wenn dann diese Aussaaten wieder gepfropft werden müssen...

...in diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen Abend

Euer

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Re: Rimacactus lauii

Beitragvon Jordi » 29. Juni 2011, 20:01

CABAC hat geschrieben:...
Meinen letzten wurzelechten Sämling hat die zu trockene Haltung während meiner Abwesenheit im April&Mai dahingerafft. ...

Das glaube ich nicht! Ich nehme eher an, daß er wegen Wasser in der Hitze verkocht ist.
Meine Sämlinge haben wunderbar 2=3 Jahre gelebt, bis ich sie einsam in einer Ecke des GH fand und sie bemutterte, d.h. sie wie alle anderen Pflanzen alle 3-4 Wochen goß und damit innerhalb eines Jahres umbrachte.
So sahen sie kurz nach der Wiederentdeckung aus:
DSCF0001.JPG

und so 1 Jahr später:
IMG_1093.jpeg

Jordi

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Re: Rimacactus lauii

Beitragvon scoparius » 29. Juni 2011, 21:06

Also am besten in die schattige Ecke (Ritze?) vom Gh stellen und vergessen... :mrgreen:

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Re: Rimacactus lauii

Beitragvon Jordi » 29. Juni 2011, 21:19

So ist es!
Sicher haben die Vernachlässigten ganz gelegentlich mal einen Spritzer Wasser abbekommen, aber wohl nie ausreichend, um die Wurzeln zu befeuchten.
Ich habe aus meinen alten Samen in diesem Frühjahr 2 neue Sämlinge geschafft und werde die gelegentlich sprühen, aber nie gießen.

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Re: Rimacactus lauii

Beitragvon nobby » 1. Juli 2011, 08:56

Hallo,

mit Begeisterung habe ich die bisherigen Beiträge gelesen.
Islaya laui (Luthy) Faúndez, wie die Pflanze ja inzwischen "umgetauft" wurde, hat mein Interesse vor der letzten Reise in den Norden von Chile geweckt. Da aber wohl keine Exemplare mehr zu finden sind, haben wir uns bei der Pflanzensuche mehr auf die in der gleichen Region vorkommende Copiapoa tocopillana konzentriert, die auch immer seltener wird.
Das Problem all dieser Pflanzen ist eine gewisse Klimaverschiebung und das damit einhergehende Ausbleiben des Nebels, der diese Pflanzen mit Wasser versorgt. Nicht nur Islaya lauii und Copiapoa tocopillana, auch Islaya islayensis (weiter nördlich) und die küstennahen Haageocereen leiden unter dieser Entwicklung.
Sicherlich haben auch unverhältnismäßige Aufsammlungen die natürlichen Bestände dezimiert, aber die Klimaverschiebung ist ebenfalls für das natürliche Verschwinden der Pflanzen mitverantwortlich.
Wir sind als Liebhaber gut beraten, wenn wir die existierenden Bestände in unseren Sammlungen erhalten. Dabei ist es sicherlich zuerst wichtig, die Zahl der bestehenden Klone zu erhöhen.

Herzliche Grüße
Nobby

PS: Bevor die Diskussion über die Namen der Pflanzen beginnt: Ich habe mich entschlossen, es mal bei den Pflanzen des südlichen Südamerikas mit der Liste aus dem "Catálogo de las Plantas Vasculares del Cono Sur" (Argentina, Sur de Brasil, Chile, Paraguay y Uruguay) Copyright © 2008 by Missouri Botanical Garden Press zu versuchen.
Dort gibt es neben Eriosyce wieder Thelocephala, Islaya, Neoporteria und Pyrrhocactus und auch Parodia und Trichocereus tauchen als Gattungen wieder auf.
Ich bin halt kein Biologe sondern ein Pflanzenliebhaber und der Begriff "Beschreibung" hängt für mich mit "Sehen" und nicht mit "Messen" zusammen.

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Re: Rimacactus lauii

Beitragvon CABAC » 1. Juli 2011, 16:03

Hallo zusammen

und an nobby ein herzliches Dankeschön für seine Erläuterungen zum Sachstand der neuen Nomenklatur. Dass wird die Anhänger der Kattermannschen Theorien natürlich betrüben, genauso wie es die Anhänger von Ritter ein Siegerlächeln ins Gesicht zaubert.

Als bekennender Huntgegner musste ich mir häufiger sagen lassen, dass meine Aufregung umsonst ist ,denn schließlich würden die Huntschen Veröffentlichungen nur den gegenwärtigen Stand einer wissenschaftlichen Meinung wiederspiegeln.

Um so mehr freut es mich, endlich mal sachkundige Bewohner dieses Erdteiles das Schiksal ihrer Heimatpflanzen in die Hand genommen haben und eine eigene wissenschaftliche Meinung entwickelt haben.

Nur was mach nun ich armer Tropf? Es gibt kaum einen besseren Namen für diesen kleinen und sehr seltsamen Kaktus, als Rimacactus (Spaltenkaktus). Ich halte ihn für ein Beispiel von perfekter Entwicklungsgeschichte. Denn anders hätte die Gattung als Besiedlungsspezialist und Nischenbewohner es nicht geschaft, den Unbilden der Natur nicht nur zutrotzen, sondern auch zu überleben und Nachkommen zu produzieren...

...in diesem Sinne bis nachher mal

Euer CABAC

PS: und damit sich dieser Beitrag auch lohnt, zeige ich noch mal dass Foto eines wurzelechten Sämlings:
rimacactus_m8.jpg
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