Warzenpfropfung bei Ariocarpus retusus

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Echinopsis
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Re: Warzenpfropfung bei Ariocarpus retusus

Beitragvon Echinopsis » 11. Januar 2012, 17:30

Hallo Arnhelm,

auch wenn Kurt Deine Frage bereits beantwortet hat möchte ich diese dennoch einmal aufgreifen.

Ich selbst würde die Sprosse erstmal auf eine gewisse Größe wachsen lassen (ich tendiere auf jedenfall dazu die Sprosse auf über 5-6cm anwachsen zu lassen).

Es ist wichtig dass der Spross, sollte er später geschnitten werden um rückbewurzelt zu werden eine gewisse Pflanzemasse bereits besitzt. Kleine Sprosse würden viel leichter vertrocknen, bis sie es geschafft haben sich rückzubewurzeln.

Ansonsten spricht eigentlich nichts dagegen solche Sprosse (mit entsprechender Größe) zu schneiden.
Danach würde ich direkt ein Bewurzelungspulver verwenden, welches auch das Ausbluten etwas stoppen wird. Luftig - und ganz wichtig - trocken erstmal lagern - nicht mit der Schnittstelle aufstellen.

Später werden solche Pflanzen dann in leere Töpfe "reingehängt" - manchmal wickel ich auch etwas Zeitung untenrum, sodass die Schnittstelle sich im Dunkeln befindet (angeblich soll dass die Pflanze auch anregen zur Wurzelbildung...sind halt viele kleine Faktoren die da zusammenkommen).
Geht man so vor empfiehlt es sich allerdings von Zeit zu Zeit einen Kontrollblick auf die Schnittstelle zu werfen - die beste Schnittstelle kann zu faulen beginnen wenn in der falschen Zeit geschnitten wurde. Daher mache ich solche Sachen generel nur in der Zeit von Juni bis Anfang-Mitte August.

Ich hoffe Kurt ist mir nicht sauer dass ich mich jetzt hier so lange eingebracht habe. Bitte halte uns auf dem Laufenden mit Deinem Versuch.

Viele Grüße,
Daniel

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Re: Warzenpfropfung bei Ariocarpus retusus

Beitragvon Jordi » 11. Januar 2012, 17:51

Was Daniel da über die notwendige Größe schreibt, ist sicher richtig.
Ich kann dazu nur ergänzen, daß es sehr hilfreich ist, Spross oder Pfropfung zunächst nur etwa halb zu schneiden und den Schnitt zu keilen (evtl. Bewurzelungshormon applizieren), damit er nicht wieder zusammenwächst. Nach einigen Monaten weiter schneiden bis 'fast durch', nochmals warten und dann erst endgültig ab.
Habe so meine ersten 3 wurzelechten Ario retusus pectinatus produziert.
IMG_0565.jpeg


Jordi

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Echinopsis
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Re: Warzenpfropfung bei Ariocarpus retusus

Beitragvon Echinopsis » 11. Januar 2012, 17:57

Hallo Jürgen,

das ist interessant was Du schreibst.

Ich hatte nämlich bereits die selbe Idee im Hinterkopf - ohne allerdings zu wissen dass dies bereits (erfolgreich) praktiziert wird.
Allerdings nicht bei Ariocarpus, sondern bei heikleren Pflanzen in der Rückbewurzelung wie Aztekium oder Blossfeldia, die ja als "nicht-bewurzelbar" verschriien sind. Angeblich soll Yavia cryptocarpa ebenfalls in diese Kategorie gehen.

Ich hatte vergangenes Jahr den Versuch gemacht und von jeder der oben aufgeführten Gattungen ein Exemplar hergenommen und soweit einen Keilschnitt gesetzt, bis ich deutlich an die Leitbündel gekommen bin. Danach hatte ich Bewurzelungspulver in die Schnittstelle gestäubt.
Leider hatte ich bis dato keinerlei Wurzelansatz sichten können.

Eigentlich ein logisches vorgehen - Aztekium ritteri/oder Blossfeldia würde vermutlich vorher vertrocknen, wenn sie komplett von der Unterlage genommen wird. So besteht weiterhin eine Versorgung der Unterlage auf den Pfröpfling - möglicherweiße wird der Pfröpfling aber dennoch so gut versorgt dass er keinen Grund sieht Wurzeln zu treiben?

Viele Grüße,
Daniel

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Re: Warzenpfropfung bei Ariocarpus retusus

Beitragvon Kurt » 11. Januar 2012, 18:07

Hallo Jordi und Daniel,

danke für Eure weiterführenden Beiträge, wobei mir die Handlungsweise von Jordi gut gefällt. Das muß ich mal im Hinterkopf behalten, denn bis dahin wird wohl noch eine Menge Wasser den Rhein hinunter fließen. Jordi, Du schreibst, daß der A. bravoanus etwa 7 Jahre oder sogar mehr auf der Warze hat, das muß die Pfropfung von mir erst mal nach machen.
Danke für Eure Antworten.
Grüsse Kurt

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Re: Warzenpfropfung bei Ariocarpus retusus

Beitragvon Jordi » 11. Januar 2012, 18:12

Echinopsis hat geschrieben:...möglicherweiße wird der Pfröpfling aber dennoch so gut versorgt dass er keinen Grund sieht Wurzeln zu treiben?

Viele Grüße,
Daniel

Deshalb anfangs gleich mindestens halb durchschneiden! Es geht nicht unbedingt um Wurzelbildung noch 'am Stamm', hauptsächlich soll die Schnittstelle Zeit haben, unter günstigen Bedingungen Kallus zu bilden, um später verdunstungs- und verrottungssicher zu sein.

Jordi

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Re: Warzenpfropfung bei Ariocarpus retusus

Beitragvon Torro » 30. September 2012, 09:35

Hallo Kurt,

hier noch einmal öffentlich meine Warzenpfropfung (Ario confusus).
Die Warze ist mittig durchgeschnitten. Damit ist die Anwachsfläche schön groß.
Hier auf Myrtillocactus. Die Pfropfung ist vom Mai 2012 - jetzt zeigt sich der
erste Austrieb. Das erinnert an eine der vielen ACM-Pfropfungen.
Passt zwar nicht ganz, aber dazu noch ein Bild von ACM-Tentakel auf Fero.
Da ist eigentlich kein großer Unterschied zwischen beiden Pfropfungen.
Bild
Bild
LG Torro
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Variegate etc: www.teratopia.de

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Re: Warzenpfropfung bei Ariocarpus retusus

Beitragvon Kurt » 17. Dezember 2012, 16:17

Hallo, besonders an Frank und Daniel,

heute, nachdem nun 15 ½ Monate seit dem Pfropfen am 2. Sept. 2011 vergangen sind, möchte ich einmal zeigen, was aus der Warzenpfropfung geworden ist. Es hat sich bisher nichts getan. Die Echinopsis-Unterlage ist nach wie vor in gutem Zustand, vielleicht etwas praller. Auch an der Warze ist nicht zu erkennen, dass evtl. irgendwo ein Austrieb erfolgt. Sie ist weiterhin prall und saftig.
Der Topf steht bei meinen übrigen Sämlingspfropfungen, die auch jetzt im Winter regelmäßig Wasser bekommen, sodaß eine leichte Feuchtigkeit immer gegeben ist. Schaun mer mal, was das Frühjahr bringt.

Frank, hast Du Dich evtl. bei Deinem letzten Ario-Foto in der Jahreszahl geirrt?
Dateianhänge
158 P1100401 Arioc. retusus Warzenpfropfung vom 2.Sept.11 am 17. Dez. 2012.jpg
Grüsse Kurt

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Re: Warzenpfropfung bei Ariocarpus retusus

Beitragvon Jordi » 17. Dezember 2012, 17:50

Abwarten und Tee trinken! Sieht doch sehr gut aus.

Jordi

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Re: Warzenpfropfung bei Ariocarpus retusus

Beitragvon Kurt » 17. Dezember 2012, 18:00

Danke Jordi,

eben drum, ich warte weiter, was passiert im neuen Frühjahr?
Grüsse Kurt

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Re: Warzenpfropfung bei Ariocarpus retusus

Beitragvon Echinopsis » 17. Dezember 2012, 21:08

Hallo Kurt,

das schaut doch schon gut aus!
Daumen sind gedrückt. Bin gespannt wie es weitergeht!

Grüße,
Daniel

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Re: Warzenpfropfung bei Ariocarpus retusus

Beitragvon Kurt » 22. August 2015, 17:46

Hallo Jordi, Daniel und die Anderen,

Nun muß ich doch endlich mal den schon angestaubten Vorgang aus dem Archiv holen und weiter darüber berichten. Nach nun fast 4 Jahren Beobachtungszeit tut sich endlich etwas an der Pfropfung. Vor etwa einem halben Jahr im Februar entdeckte ich dicht neben der gepfropften Ariocarpus-Warze auf der stark verhärteten Schnittfläche der Echinopsis eine kleine Erhebung, man kann sagen einen kleinen Aufbruch, der ziemlich spitz aus der Oberfläche heraus stand. Es entstanden auch einige Risse in der verharschten Oberhaut der Schnittfläche, die nach den Seiten verliefen. Heute kann ich sagen: da kommt etwas. Es kommt nicht aus der Pfropfstelle, sondern ein wenig davon entfernt neben der Pfropfstelle aus der Schnittfläche der Echinopsis. Nun hoffe ich, dass dieses Jahr bei weiterer Wärme noch etwas Wachstum fortschreitet und dass ich die gepfropfte Warze wie in den letzten Jahren auch schon gut durch den nächsten Winter bekomme. Ich bin sehr gespannt, wie es zukünftig weitergeht.
Dateianhänge
P1140937 gepfropfte Warze.jpg
P1140938 gepfropfte Warze.jpg
Grüsse Kurt

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Re: Warzenpfropfung bei Ariocarpus retusus

Beitragvon CABAC » 23. August 2015, 06:09

Hallo Kurt,
Deine Fotos zeigen eine interessante Entwicklung!

Es wird spannend zumal sich ja auch die Möglichkeit ergeben kann, dass aus dem neuen Zellen eine Chimäre entsteht.
Kannst Du uns bei Gelegenheit mal eine Ausschnittsvergrößerung zeigen?

Mach(t) es gut und herzliche Grüße aus der ariocarpenfreien Zone


CABAC

...der
frühe Vogel kann mich mal !
Es gibt nur einen Grund, warum es sich lohnt alt zu werden: Die Verwirklichung der Kindheitsträume!


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