Nachlese zum Ortsgruppenabend am 20. März 2018

kakteenpeter
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Nachlese zum Ortsgruppenabend am 20. März 2018

Beitragvon kakteenpeter » 22. März 2018, 09:39

Dem Ortsgruppenabend sah ich mit gemischten Gefühlen entgegen, grassiert doch die Influenza stark in Sachsen-Anhalt und teilweise waren 80% von Belegschaften ausgefallen. Umso erfreuter war ich, als sich ca. 60% unserer Mitglieder einfanden und von Husten, Schnupfen, Heiserkeit oder gar Grippe nichts zu spüren war.

Nach organisatorischen Dingen kamen wir zum Hauptteil des Abends. Dazu hatten wir uns Frau Falge von der OG Braunschweig eingeladen, die uns mit „Ein Besuch bei Winter-Kaktus Kretschmer“ eine Kakteengärtnerei vorstellte, die sich auf winter- und frostharte sukkulente Pflanzen spezialisiert hat. In Anbetracht der steigenden Energiepreise ein sehr interessanter Vortrag! Schon die ersten Bilder waren sehr eindrucksvoll, sahen wir doch ein großes Feld mit getopften, blühenden Echinocereen. Eine Vielzahl weiterer Gattungen und Arten nord- und südamerikanischer Kakteen, aber auch anderer Sukkulenten standen in Töpfen im Freiland oder waren frei ausgepflanzt. Für die Überwinterung einiger Arten gab es auch Folientunnel mit offener Belüftung.

Zu erwähnen ist, dass Herr Kretschmer unterscheidet in z.B.
winterhart: Weinbauklima, ohne Schutz, bis -20, auch -30 °C
bedingt winterhart: offener Schutz, bis -15 °C
frosthart: in Töpfen, trockenes Substrat, bis -15 °C

Da ist das Substrat sehr interessant und es mich hat erstaunt, dass es auch ca. 1/6 Schotter und Löß enthält, also doch gewisse Feuchtigkeit speichern kann.

Beeindruckend auch die Vielzahl der Hybriden sowie die natürliche Auslese, die zur Erhöhung der Frostresistenz gemacht werden bzw. beitragen und dabei gleichzeitig zu einer großen Variabilität der Blütenfarbe führt. Obwohl die Pflanzen sehr gesund und kräftig aussahen, treten auch hier die allgemein verdächtigen Schädlinge, Pilze und Viren auf. Auch den bei uns allen üblichen „Haufen“ mit Verlusten zeigte uns Frau Falge. Es wurde nichts ausgelassen oder vergessen. Folglich erzählte und zeigte sie uns auch die Vermehrung, die teils durch Selbstaussaat in den Töpfen erfolgt, wo die Kakteen oft in dichten Teppichen aufgelaufen und gewachsen waren. Ich versuche selbst seit einigen Jahren z.B. Pedios oder Scleros auszusäen, aber leider mit mehr als mäßigem Erfolg. Vielleicht kann mir jemand ein Erfolgsrezept mitteilen? Sehr beeindruckend fand ich die Gegenüberstellung und Entwicklung der Pflanzen über mehrere Jahre, von der Foliengewächshaus- zur Freilandpflanze. Manche hätte man kaum wiedererkannt, so kräftig hatten sich Körper und Dornen entwickelt.

Frau Falge hat uns mit ihren sehr guten Bildern nicht nur schöne Pflanzen gezeigt, sondern in lockerer Weise sehr viel Interessantes vermittelt. Es wird uns sicher in Zukunft oft etwas mutiger sein lassen. Mir bleibt nur DANKE zu sagen und wir freuen uns schon auf ihren Vortrag im nächsten Jahr!

Ihnen allen einen blütenreichen Frühling

Klaus-Dieter Lentzkow

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