Die Zukunft der Ortsgruppen

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nobby
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Die Zukunft der Ortsgruppen

Beitragvon nobby » 10. Januar 2018, 12:34

Als DKG-Mitglied mit Engagement für unser Hobby und intensivem, allerdings nicht mehr aktuellem Einblick in die Geschicke der Gesellschaft macht man sich auch Gedanken über die Zukunft.

Hier im Forum gibt es eine eigene Rubrik zum Thema Mitgliedergewinnung – eingerichtet von einer Arbeitsgruppe des damaligen Vorstandes, dem ich seinerzeit auch noch angehörte. Nach anfänglicher Euphorie ist das Thema im Sand – oder war es unser Pflanzensubstrat – versickert. Schuld der Arbeitsgruppe, die nicht intensiv genug gearbeitet hat? Aus meiner Sicht ganz klar: NEIN. Schuld des Vorstandes, der die Arbeitsgruppe nicht genug unterstützt hat? Auch hier ein: NEIN.

Warum hat es dann nicht funktioniert?
Aus meiner heutigen Sicht ist der Ansatz falsch. Wir müssen keine neuen Mitglieder gewinnen, wir müssen erst einmal unsere bestehenden Mitglieder aktivieren, um neue Mitglieder gewinnen zu können.

Mir ist bewusst, dass ich, wenn ich hier im Forum schreibe, genau die Mitglieder erreiche, die nicht gemeint sind. Wer hier liest und schreibt ist ja schon aktiviert. Aber wir müssen uns in unserem Umfeld Unterstützung holen. Wir sind zu wenige – das zeigen ja eindeutig die Zugriffe auf die Beiträge hier im Forum.

Und was hat das alles mit den Ortsgruppen zu tun?
Wo haben wir Aktive denn die Möglichkeit andere zu begeistern und zum Mitmachen anzuregen? Die Orts- und auch Arbeitsgruppen sind dazu der ideale Ort. Ja, aber die Ortsgruppen haben doch selber Probleme. Das ist richtig, hat aber die gleiche Ursache. Zu wenige, die aktiv sind!
Überall fehlt die Bereitschaft sich einzubringen. Sei es bei der Vorstandsarbeit, der Organisation von Gruppenabenden, Börsen oder Ausflügen oder wobei auch immer.

Wenn ich sehe, dass heute noch nicht mal die Hälfte der Ortsgruppen das Programm für 2018 online bekannt gemacht hat, frage ich mich auch, ob das denn ausschließlich die Aufgabe des Vorstands ist. Muss ich immer erst eine offizielle Funktion haben, damit ich den A…. hochkriege?

Was ich mir wünsche: lasst uns Ideen sammeln, wie wir unsere Mitglieder aktivieren. Was hilft, um Ortsgruppenabende zu beleben? Was macht das nächste Treffen zu einem Knaller? Wo und wie können wir uns Hilfe holen?

Ob es auf diesen Beitrag eine Reaktion geben wird?

Ich warte!
Nobby

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CABAC
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Re: Die Zukunft der Ortsgruppen

Beitragvon CABAC » 11. Januar 2018, 11:29

Hallo Norbert,

ich habe mit Sicherheit nicht die perfekte Antwort, aber will wenigstens mit meiner Antwort deine Wartezeit verkürzen.

Ich rechne voll damit, dass ich mit meiner Antwort mal wieder dafür heftig Prügel beziehen werde, ala Grüner Vielschreiber und dem betreffenden Autor dazu usw. Hätte auch wieder kein Problem damit, denn ich bin schon oft wegen meiner Meinungsäußerungen hier und gegenüber der DKG überzogen wie unsachlich kritisiert worden.

Bin aber deshalb nicht abgestumpft, sondern sehe eben manche Dinge etwas anders. Es ist eben ein himmelweiter Unterschied, ob ich hier etwas schreibe oder demjenigen, mit dem ich nicht einer Meinung bin, gegenüber sitze.

Ganz ehrlich, ich fand die Initiative zur Mitgliederwerbung dringend notwendig und deshalb gut. Warum es nicht geklappt hat... nun dafür gibt es viele Gründe.

Die verkehrten Personen zur verkehrten Zeit an einem verkehrten Ort ??? Oder war Ton mit dem begonnen wurde, nicht der richtige. Das träfe dann für mich zu, denn die ersten Beiträge hatten leider auf mich eher eine abstoßende Wirkung. War dem Austritt näher, als weiterhin Mitglied zu bleiben oder als Nichtmitglied beizutreten.

Nun man kann nicht immer Glück seinen Menschen -das beruht auch auf Gegenseitigkeit, eben auf die Menschen die mit mir zutun haben oder zutun hatten - haben.

Die DKG kann sich die Menschen -sei es nun als Mitlieder oder Menschen die der Sache dienen wollen- nur bedingt aussuchen.

Und was sich die DKG erst recht nicht aussuchen kann, ist die Zeit, in der wie zur zeit ein gravierender gesellschaftlicher Wandel passiert. Das erlebe ich nun gerade in meiner aller nächsten Nähe, denn wenn sich das Personal einer Rettungswache wegen der Übergriffe während ihrer letzten Rettungseinsätze weigert, ihren Dienst zutun, dann hat sich unserer Gesellschaft teilweise ungeheuerlich negativ verändert.

Das mangelndes Desinteresse an einem aktiv gelebten Vereinsleben, ist ein Problem mit dem eben alle Vereine oder Interessenverbände zu kämpfen haben. Besonders wenn darum geht jüngeren Nachwuchs zu bekommen.

Es hat nicht so geklappt, wie es sich die Macher der Initiative so gedacht oder ausgemalt hatten.In Deutschland gilt man dann
als gescheitert. In einem anderen großen Land auf unserer immer noch schönen Erde, werden Misserfolge als Erfahrungen verbucht. Na gut, es hat beim ersten Mal nicht geklappt, lernen wir daraus, suchen uns einen anderen Weg und versuchen es noch mal...

...in diesem Sinne, mach(t) es gut

CABAC
Es gibt nur einen Grund, warum es sich lohnt alt zu werden: Die Verwirklichung der Kindheitsträume!

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nobby
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Re: Die Zukunft der Ortsgruppen

Beitragvon nobby » 13. Januar 2018, 09:31

Danke Herbert, dass Du meine Wartezeit verkürzt hast.

Ich war mir nicht sicher, ob es überhaupt eine Antwort gibt.

Ich wollte mit meinem Beitrag auch nicht die Arbeit der Arbeitsgruppe Mitgliedergewinnung "aufarbeiten".
Wir - DKG und auch aktive Mitglieder - investieren viel in die Gewinnung neuer Mitglieder, wobei die Entwicklung der DKG im Vergleich zu vielen anderen Gesellschaften, egal ob im Ausland oder auch hier in Deutschland, gar nicht mal so schlecht ist.

Ich finde es nur erstaunlich, dass bei allen Diskussionen zur Mitgliedergewinnung immer wieder das persönliche Gespräch, der persönliche Kontakt, als wichtigster Faktor genannt wird, aber keiner die Frage stellt, wer denn diese Gespräche führen soll.

Meine Konsequenz: wir brauchen mehr aktive Mitglieder, dann klappt's automatisch auch mit der Mitgliedergewinnung.
Das war das wichtige Thema!

Gruß Nobby

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Thomas Brand
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Re: Die Zukunft der Ortsgruppen

Beitragvon Thomas Brand » 14. Januar 2018, 11:05

Moin zusammen,

ein paar Gedanken meinerseits:
In der Tat ist es der Einzelne, der die Gesellschaft repräsentiert. Jeder ist wichtig. Jeder kann etwas ändern. Daher kommt jedem Mitglied einer Gesellschaft auch eine besondere Rolle zu.

So lange genug Aktive vorhanden sind, die Passive mitschleppen, entsteht kein Problem.
Werden aber die Macher weniger, schwächer, leiser, dann hat das Konsequenzen.

„Früher war alles besser“ - „Es gibt keinen Nachwuchs mehr“ - „Die jungen Leute interessieren sich nicht mehr dafür“
Allesamt Aussagen, die nachweislich nicht stimmen!
Die Jugend heutzutage ist nicht weniger interessiert als „damals“. Ich bin Teil der „Null-Bock-Generation“. Weder damals noch heute stimmte dieses abwertende Label für 99,X % der Jugend.

Es ist bequemer zu lamentieren, als selbst etwas zu initiieren, sich zu engagieren. Lieber wird kritisiert, dass „die anderen“ etwas (vorzugsweise alles) falsch machen. Das ist vollkommen menschlich, nicht etwa kakteenfreundespezifisch!

Die DKG schrumpft nicht wegen fehlender Eintritte – es gibt die Anfänger, Neulinge, Wiedereinsteiger! Die DKG schrumpft zum großen Teil demografisch bedingt (Gesundheit, Alter, Tod). – Auch das ist kein DKG-eigenes Phänomen.

Da hört man von einer OG, dass man schon einmal eine Ausstellung gemacht oder an einem Markt teilgenommen hat, man hat gar einmal mit der Presse Kontakt aufgenommen - aber das brachte nichts. Richtig. Das bringt nichts.
Es braucht Ausdauer: Über Jahre muss man immer wieder (nicht nur einmal im Jahr) präsent sein. Wie viele pflanzeninteressierte Normalbürger kennen die Ortsgruppe vor Ort? Oder haben wenigstens schon einmal davon gehört oder gelesen? Die DKG oder eine andere Pflanzengesellschaft? Wir sind in einer Filterblase, wir kennen alle die Ortsgruppen und die DKG(wirklich?) – und denken, dass alle sie kennen, weil es in unserem Kakteen-Umfeld so ist.
Und wer kennt schon die Vorzüge der Mitgliedschaft in Ortsgruppe und DKG? ... Wer zeigt potenziell Interessierten die KuaS (DAS Argument für einen Eintritt!), wer gibt ein paar (möglichst aktuelle) Hefte an die Hand (die Geschäftsstelle wird sicher unterstützen)? Wer informiert über die Sonderpublikationen, die Samenverteilung, die Mediathek, die Bibliothek ... und das ganze verknüpft mit der Ortsgruppe? – Das Ganze bitte vorsichtig und ohne Druck ...

Den Bekanntheitsgrad und erst recht die Mitgliederzahlen zu erhöhen, ist Sisyphos-Arbeit, die leider viele nicht in der Lage sind zu leisten. Dabei muss man nicht in verantwortungsreiche Position kommen – jeder ist in der Position neue Mitglieder zu werben. Der persönliche Kontakt ist viel wichtiger als viele meinen – und wenn jeder ein neues Mitglied – im Laufe seiner eigenen Mitgliedschaft! – wirbt, ist der Fortbestand gesichert ;)
Ein Patentrezept gibt es nicht. Es gibt nur viele Möglichkeiten, die jeder abwägen und einsetzen kann.

beste Grüße
Thomas


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