Düngen von Asclepssämlingen

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Yaksini
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Düngen von Asclepssämlingen

Beitragvon Yaksini » 18. März 2010, 17:46

Hallo :) ,
wann beginnt man Sämlinge von Ascleps zu düngen und mit welcher Dosierung ?
Ich denke wenn , dann mit halber Dosierung vom Kakteendünger, liege ich da richtig ?
Und ich tendiere dazu sie erst ca 6 Wochen nach Keimung das erste mal etwas zu füttern.
Oder könnte man schon früher damit beginnen?
Hier im speziellen Fall geht es zwar um Orbea variegata, aber es wäre gut das mal im Allgemeinen zu wissen.
Liebe Grüße
Brigitta

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Re: Düngen von Asclepssämlingen

Beitragvon Asclepidarium » 19. März 2010, 09:00

Hallo Yaksini,

wir düngen die Asclepskeimlinge von Anfang an mit der vollen Düngermenge wie die erwachsenen Pflanzen auch. Es gibt keinen Grund dies nicht zu tun, da auch in der Natur keinerlei Unterschiede zwischen erwachsenen Pflanzen und Jungpflanzen hinsichtlich der Nährstoffversorgung bestehen. Im Gegenteil ist wahr scheinlich davon auszugehen, dass insbesondere Keimlinge, die bevorzugt in irgendwelchen Nischen keimen und wachsen, wo der Wind, Tiere etc. die Samen hintransportiert hat, über eine höhere Nährstoffversorgung verfügen als adulte Pflanzen.

Viele Grüße

Ulirich Tränkle
Viele Grüße

Ulrich Tränkle

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Re: Düngen von Asclepssämlingen

Beitragvon Yaksini » 19. März 2010, 09:44

Hallo Ulrich vielen Dank für die ausführliche Antwort. Das hilft mir ungemein.
Dann habe ich bislang zu vorsichtig gehandelt. :oops:

Einen schönen Tag noch. :D
Liebe Grüße
Brigitta

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Cay
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Re: Düngen von Asclepssämlingen

Beitragvon Cay » 19. März 2010, 19:41

Hallo Brigitta,
bei mir bekommen die Samen zum ersten "Mästen" ein humoseres Substrat als später die großen Pflanzen. So gesehen auch eine Art Düngung. Zum ersten Pikieren wird es dann deutlich mineralischer als zuvor.
Nebst dem humosen Substrat gibt es noch beheizten Untergrund, ordentliches Licht und auch deutlich mehr Wasser (abgekochtes Regenwasser) als bei den Großen.
Viele Grüße
Cay

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Re: Düngen von Asclepssämlingen

Beitragvon Yaksini » 20. März 2010, 09:33

Vielen Dank auch dir Cay, ich versuche mich bei diesen Pflanzen immer etwas von humosen oder torfigen Substraten fernzuhalten :oops:
Dann gebe ich lieber regelmäßig Dünger. Oft bleiben torfige oder humose Bestandteile des Substrats an den feinen Haarwurzeln haften und ohne diese dann zu verletzen bekommt man das nicht mehr ab. Manche sagen ja das kleine Wurzelverletzungen das Wurzelwachstum wieder anregen können, aber mir ist das suspekt, es können sich ja auch Keime in die Pflanze einschleichen. :shock:
Ich danke dir sehr trotzdem für deinen Tip.
Vielleicht mache ich das mal wenn ich etwas mutiger geworden bin. ;)
Liebe Grüße
Brigitta

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Cay
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Re: Düngen von Asclepssämlingen

Beitragvon Cay » 20. März 2010, 11:13

Hallo Brigitta,
was die Wurzeln angeht, so ist es eigentlich Bestandteil des Pikierens die Wurzeln an der Spitze ein wenig einzukürzen. Auf diesem Wege sollte ein Wachstum angeregt werde.
Die meiten verstehen allerdings unter pikieren lediglich das Umsetzen bzw. vereinzeln der Sämlinge.
Viele Grüße
Cay

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Re: Düngen von Asclepssämlingen

Beitragvon Yaksini » 20. März 2010, 16:36

Ok.......... Danke Cay für die Erklärung. :) ´
Bisher habe ich alle Asclepssamen in rein mineralischen Substraten ausgesät, weil ich gelesen hatte das sie das besser vertragen. Daher habe ich keine großen Erfahrungen mit dem humosen Substrat in Verbindung mit Asclepsaussaat.
Beim Pikieren werden die Wurzeln immer ein wenig verletzt, das läßt sich auch schwerlich verhindern, das stimmt.
Ich stellte mir das nur etwas schlimmer vor bei humosen Substraten weil ich ja weiß wie fest sich die feinen Haarwurzeln darin "verbeißen" können.

Gedüngt hatte ich meine Sämlinge bisher ca 1 Monat nach der Keimung.
Ausgesät hatte ich Anfang März, erste Düngung ab Anfang April.
Eigentlich zur gleichen Zeit wenn ich ohnehin beginne meine anderen Pflanzen (Kakteen u.a. Sukkulenten ) mit Zusatzfutter zu versorgen.
Liebe Grüße
Brigitta

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Re: Düngen von Asclepssämlingen

Beitragvon Hoyningen » 22. März 2010, 10:43

Hallo Cay, Brigitte

bei Ascleps verwenden die meisten von uns rein mineralische Substrate. Die Wurzeln von Ascleps sind weich und empflindlich und nicht mit den feinen, harten Wurzeln von Kakteen zu vergleichen. Ich weiß ja nicht, wo Cays Sammlungsschwerpunkt liegt.

In meiner Erfahrung beginnt Fäulnis denn auch dort, wo feine Asclepswurzeln an Humusklümpchen hängen, mögen sie noch so klein sein. Und Fäulnis aus der Wurzel heraus ist unser Hauptkulturproblem bei diesen Pflanzen. Nährstoffarme, mineralische Substrate regen das Wurzelwachstum an, weil die Pflanzen mehr Wurzelmasse brauchen, um die erforderliche Nährstoffmenge beizubringen. Kommt dann ab und zu eine Düngung, kann diese entsprechend gut aufgenommen werden.

Humus: Es ist meines Wissens ein Irrtum, in Humus (organischem, langsam verfaulendem Material) eine wichtige Nahrungsquelle zu sehen. Die Pflanzen unseres Interesses, ob Kakteen oder andere Sukkulenten sind alles Schwachzehrer. Was sie aus dem Boden aufnehmen sind Wasser und Mineralstoffe; letztere werden vom Wasser aus den im Substrat vorhandenen Mineralien herausgelöst. Den eigentlichen Pflanzenkörper baut die Pflanze ja mit Hilfe von Sonnenlicht aus Wasser und Kohlendioxid.
Wegen seiner Beschaffenheit ist Humus aber immer ein Material, in dem die Organismen, die es zersetzen, also Bakterien und Pilze, konzentriert vorkommen.

Wurzelrückschnitt: Das kenne ich von vielen Pflanzen, von einjährigen Sommerblumen über Bonsais bis zu Kakteen. Aber bei Ascleps wäre ich damit SEHR vorsichtig, weil man da ja mit der Schere an die Wurzeln geht. Und Scheren scheren eben, das ist ein Quetschvorgang. Dann hast du lauter verletzte gequetschte Wurzelspitzen, ein gefundenes Fressen für Bakterien und Pilze. Dazu kommt, dass unsere Wurzeln eben weich und empfindlich sind. Du müßtest sie wenigstens mit einem Fungizid einstäuben, z.B. feingemahlene Holzkohle (was eine ziemliche Schweinerei ist, aber es wirkt), dann in ein trockenes Substrat pflanzen und frühestens nach einer Woche gießen. Das würde ich meinen Kleinen lieber nicht antun.
Schöne Grüße

Volker

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Re: Düngen von Asclepssämlingen

Beitragvon lorbaer » 22. März 2010, 22:14

Moin,

Hoyningen hat geschrieben:Den eigentlichen Pflanzenkörper baut die Pflanze ja mit Hilfe von Sonnenlicht aus Wasser und Kohlendioxid.


Pflanzenphysiologisch gesehen stimmt das nicht so ganz. Aus Licht, Wasser und CO2 entsteht ja erstmal nur Glukose, aus der später die nötige Energie für Wachstumsprozesse u.a. durch Veratmung bereit gestellt wird. Die Photosynthese selbst läuft über Chlorophyll a, für dessen Synthese C, H und O allein aber nicht ausreichen sondern neben Magnesiumionen auch Stickstoff benötigt wird. Das kann man recht gut sehen, wenn man sich mal die Strukturformel von Chlorophyll anschaut und dort den Porphyrinring in der Mitte mit den 4 Stickstoffatomen. Ebenso wird N für den Zellwandaufbau benötigt, für die Synthese von Aminosäuren, Proteinen usw.. Ohne Nitrataufnahme aus dem Boden geht das alles nicht, so dass N (P ebenso) in irgendeiner Form zugeführt werden muss, egal ob als leicht verfügbaren anorganischen Dünger oder in Form von Humus, der jedoch erst noch mineralisiert werden muss. Ich würde daher Humus durchaus als wesentliche Nahrungsquelle im Boden ansehen. Auch hier macht aber sicher die Dosis den Effekt. Die meisten Kakteen benötigen sicher längst nicht so viele Nährstoffe wie z.B. ... Mais ;) Trotzdem gibts ja auch da Gattungen, bei denen man mit einem humoseren Substrat besser dran ist und nicht solche "Hungerpflanzen" produziert. Ich denke dabei zum einen an Epikakteen, aber auch an Echinopsis- und Opuntia-Arten. Von Schwach- und Starkzehrern zu sprechen ist also relativ.

Schöne Grüße von lorbaer

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Re: Düngen von Asclepssämlingen

Beitragvon Hoyningen » 23. März 2010, 09:51

Hallo lorbaer,

Du hast schon Recht, ich wollte keine biochemische Abhandlung daraus machen. Aber N, P und S sind, glaube ich, in Humus kaum noch drin, es handelt sich um mehr oder weniger abgebaute Polysaccharide, Lignin und so weiter. Besteht weitgehend aus CHO und dient als "Bodenverbesserer", d.h. Belüftung und Wasserspeicher. Belüftung mache ich aber lieber mit Perlite und die Eigenschaft der Wasserspeicherung ist wohl eher gefährlich, weil eben diese dauerfeuchten Klumpen entstehen, von denen das Übel ausgeht.
Oder meinst Du Kompost? Da ist natürlich ordentlich was drin, aber den würde ich wohl eher nicht als Zusatz empfehlen.

Ich möchte hier eigentlich nicht die Bedürfnisse von Epikakteen oder Opuntien diskutieren. Bei den Ascleps gibt es eine große Übereinstimmung, weitestgehend rein mineralische Pflanzstoffe zu verwenden, aus den früher genannten Gründen, und solche Sachen wie Stickstoff über das Gießwasser anzubieten.

Das geht bei mir übrigens ganz automatisch, was bei uns aus dem Hahn kommt, enthält bereits ca. 40 mg/L Nitrat, das reicht. Wie meine Kinder noch klein waren. haben wir deshalb die Babynahrung mit Mineralwasser angesetzt!
Schöne Grüße

Volker

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Re: Düngen von Asclepssämlingen

Beitragvon lorbaer » 23. März 2010, 22:20

Hallo Volker,

Hoyningen hat geschrieben:
Aber N, P und S sind, glaube ich, in Humus kaum noch drin, es handelt sich um mehr oder weniger abgebaute Polysaccharide, Lignin und so weiter. Besteht weitgehend aus CHO und dient als "Bodenverbesserer", d.h. Belüftung und Wasserspeicher.


Ich muss da leider doch nochmal widersprechen. Im Humus sind sehr wohl Stickstoff und Phosphor in größeren Mengen vorhanden. Humus ist ja _die_ natürliche Stickstoffquelle unserer Böden. Lignin als Holzbestandteil ist darin eher von untergeordneter Bedeutung, es sei denn es zersetzen sich Pflanzen mit hohem Anteil an Festigungsgewebe.

Oder meinst Du Kompost? Da ist natürlich ordentlich was drin, aber den würde ich wohl eher nicht als Zusatz empfehlen.


Ist egal. Humus entsteht durch mikrobiellen Abbau organischer Biomasse. Der Prozess ist in der Natur der gleiche wie beim künstlichen Kompostieren. Wieviel Stickstoff am Ende noch im Humus drin ist, hängt nur noch davon ab, was kompostiert wurde. Waldhumus hat z.B. sicher deutlich weniger Nährstoffe als ein "gemästeter" häuslicher Kompost. Letzteren würd ich daher auch nicht für Kakteen als Substratzusatz empfehlen. .oO Obwohl, für Opuntien... ;)

Aber ich glaube, Brigitta's nicht gestellte Fragen haben wir jetzt bestimmt alle beanwortet 8-)
Gruss lorbaer

Yaksini
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Re: Düngen von Asclepssämlingen

Beitragvon Yaksini » 24. März 2010, 06:24

Ich danke euch sehr für die Mühe die ihr euch gemacht habt. :D
Es ist wirklich alles beantwortet. Das Gefragte und das bislang Ungefragte. ;)
Ich nehme prinzipiell mineralisches Substrat für meine Asclepse, wie Volker das auch so schön beschreibt, auch für die Aussaat, weil ich da weniger Ausfälle habe als bei den Pflanzen die in humoseren Substraten stehen.
Bei der Aussaat habe ich bei mineralischen Substraten keinen Pilzbefall mehr.
Bei Aussaaten in Substraten die eine bstimmten Anteil an organischen Bestandteilen haben hatte ich trotz Anstau und Besprühen mit Chinosol immer wieder Pilzbefall.
Nährstoffe bekommen sie über den Dünger.
Liebe Grüße
Brigitta


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