Richtig benannte Pflanzen - Muss oder Möglichkeit?

Hier bekommst Du Bestimmungshilfe, kannst nach Asclepsnamen fragen und taxonomische Gruppen diskutieren.

Ist die richtige Benennung der Arten für ein ein absolutes Muss oder nur nette Zusatzinfo?

Umfrage endete am 18. Januar 2012, 18:08

Die fachlich richtige Benennung ist für mich ein absolutes Muss.
8
16%
Die fachlich richtige Benennung ist auf jeden Fall anzustreben.
20
41%
Beim Kauf erwarte ich fachlich richtigen Benennungen.
15
31%
Die Namen meiner Pflanzen sind mir nicht so wichtig.
0
Keine Stimmen
Die Namen wechseln sowieso häufig, da komm ich nicht mehr mit.
3
6%
Ich sammle Pflanzen, weil sie schön sind; die Namen sind egal.
3
6%
Wer braucht schon Namen!
0
Keine Stimmen
 
Abstimmungen insgesamt: 49

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carallümchen
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Richtig benannte Pflanzen - Muss oder Möglichkeit?

Beitragvon carallümchen » 19. Dezember 2011, 18:08

Hallo Freunde! (Ihr seht - ich war in den 70ern ein Teenager - von wegen "Hallo Ilja!)
Ich stelle jetzt mal eine Frage in den Raum, die mir sehr lang im Kopf rumgeht. Sei ist weder ironisch noch sogar sarkastisch gemeint - sie ist genau so gemeint wie geschrieben.

Interessiert euch als Sammler der genaue Name eurer Schützlinge?
Wollt ihr immer mehr und mehr über diese Arten erfahren?
Stöbert ihr in Fachliteratur herum und bestellt die wichtigsten Fachbücher und lasst euch auch von Fremdsprachen nicht abschrecken?
Haltet ihr die Pflanzen, weil sie schön sind?
Ist der wissenschaftlich gültige Name (das können auch Synonyme sein) nicht so wichtig?

Frage also: Ist die richtige Benennung der Arten für ein ein absolutes Muss oder eine nette Zusatzmöglichkeit, die nicht unbedingt sein muss?
Was du nicht weitergibst, ist verloren (Rabindranath Thakur)
Das sind meine Gruppen: IG Ascleps, IAS, DKG, FGaS
schaut auch mal vorbei auf http://www.asclepidarium.de

Peter II
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Re: Richtig benannte Pflanzen - Muss oder Möglichkeit?

Beitragvon Peter II » 19. Dezember 2011, 18:27

.
Für mich ist der richtige Name einer Pflanze sehr wichtig. Dazu wälze ich auch die vorhandene Literatur. Auch fremdsprachige.
Aber Umbenennungen, wie sie jetzt bei Caralluma gemacht wurden, nehme ich meist nur zur Kenntnis und schreibe sie auch manchmal (unter Syn.) in meine Pflanzenliste, schreibe aber nicht unbedingt die Etiketten um. Im Gegenteil: Wenn ich eine Pflanze unter einem neuen Namen bekomme, wird der geläufige Name vermerkt.

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guiterrezii
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Re: Richtig benannte Pflanzen - Muss oder Möglichkeit?

Beitragvon guiterrezii » 19. Dezember 2011, 19:24

8-) Mir geht es da wie Peter.
Ich habe für viele Pflanzen und Gattungen noch die "alten" Namen.
Ganz besonders die "neuen Parodien" sind bei mir Notokakteen geblieben!
Die Pyrrhos, Neochilenien, Horridos etc werden bei mir auch keine Eriosyce werden!
Und so ließe sich die Reihe weiter fortsetzen....................
Kakteensammeln ist eine internationale, schwere Krankheit. Wer infiziert ist, ist nicht mehr zu retten !

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davissi
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Re: Richtig benannte Pflanzen - Muss oder Möglichkeit?

Beitragvon davissi » 19. Dezember 2011, 19:46

Hallo zusammen,

mir sind die richtigen Namen auch recht wichtig, beim Kauf muss auf dem Etikett nicht immer der aktuellste Name stehen sondern eher der geläufigere.

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WoBo
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Re: Richtig benannte Pflanzen - Muss oder Möglichkeit?

Beitragvon WoBo » 19. Dezember 2011, 22:14

Da muss ich erst Mal die Gegenfrage stellen: Was ist denn ein "richtiger" Name?

Es gibt Namen, die recht eindeutig NICHT richtig sind. Häufigster Fall: Sie entsprechen nicht den Nomenklaturregeln. Oder an einer Stapelia steht Huernia dran. Da es aber (glücklicher Weise, wie ich finde) keine Kommission gibt, die offiziell und allgemeinverbindlich vorschreibt, welcher der (z.T. zahlreichen) gültigen Namen für eine bestimmte Pflanze zu verwenden ist, sollte sich da ansonsten jeder seine persönliche Sicht erarbeiten. Heißt für das schon erwähnte Beispiel Parodia vs. Notocactus: guiterrezii und viele andere halten diese für zwei Gattungen, für mich war das schon zu "Licht aus - Spot an!"-Zeiten nur eine (prägendes Erlebnis aus meinen Kakteensammlungsanfangstagen: Ich habe damals bei einem Kakteenhändler auf einem Flohmarkt einen schön orangefarben blühenden, allerdings namenlosen Kaktus gekauft, der für mich ohne jeden Zweifel eine Parodia war. In meinen Kakteenbüchern habe ich sie allerdings nicht finden können, und erst viel später habe ich sie bei einem Kakteenfreund mit dem Namensschild Notocactus horstii wiedergefunden ...).

Ansonsten lautet meine Antwort eindeutig: "Das kommt darauf an!" Es gibt Verwandtschaftsgruppen, für die ich mich intensiver interessiere - da möchte ich so genaue Infos zu den Pflanzen haben wie möglich. Bei anderen Gruppen geht's für mich "nur" darum, dass mir die Pflanzen gefallen.

In allen Fällen lege ich aber Wert auf
- Verwendung korrekter Namen: Mit Wigginsia kann ich leben, mit Malacocarpus eher weniger; Caralluma burchardii ist für mich erst Mal genau so ok wie Apteranthes burchardii, nicht ok wäre z.B. Caralluma burghartii,
- im Zweifelsfall lieber ungefähre Bezeichnungen: Also "Formenkreis XY" statt Fantasienamen.
- WENN ich zusätzliche Informationen zu einer Pflanze bekomme (Herkunft, Sammelnr. o.ä.), dokumentiere ich die sorgfältig, selbst wenn sie für mich zur Gruppe B gehört ("einfach nur schön").

Bis neulich
Wolfgang

Peter II
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Re: Richtig benannte Pflanzen - Muss oder Möglichkeit?

Beitragvon Peter II » 19. Dezember 2011, 23:40

Wolfgang,

der richtige Name ist der, der zur Pflanze gehört. Im Herbst wollte mir eine Firma auf der EGA schöne Larryleachii als Pseudolithos andrehen. Pseudolithos ist dann der falsche Name.

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WoBo
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Re: Richtig benannte Pflanzen - Muss oder Möglichkeit?

Beitragvon WoBo » 19. Dezember 2011, 23:55

Hallo Peter,

wenn das immer so einfach wäre ...

Der von Dir genannte Fall entspricht meinem Mammillaria / Parodia-Beispiel. Aber nicht zu jeder Pflanze gehört nur ein Name. Wie würdest Du z.B. beurteilen, wenn an der Larryleachia (übrigens nicht Larryleachii!) Trichocaulon gestanden hätte? Ich bin mir nicht ganz sicher (Ascleps gehören nicht zu meiner Kernkompetenz ;-)), aber der Name ist meines Wissens nicht falsch / ungültig, sondern entspricht nur nicht (mehr) der aktuellen Mehrheitsmeinung.

Gruß
Wolfgang

Peter II
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Re: Richtig benannte Pflanzen - Muss oder Möglichkeit?

Beitragvon Peter II » 20. Dezember 2011, 00:07

Trichocaulon würde ich voll akzeptieren. Denn der Name ist nicht falsch. Man muss es nur wissen.
Über Schreibfehler sehe ich hinweg.

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Hoyningen
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Re: Richtig benannte Pflanzen - Muss oder Möglichkeit?

Beitragvon Hoyningen » 20. Dezember 2011, 09:53

Hallo miteinander,

Peter II hat geschrieben:Man muss es nur wissen.

Das ist doch der Knackpunkt. Kann man das jedem Sammler abfordern? Ich bezweifle auch, dass das erforderliche Wissen bei allen Erwerbsgärtnern vorliegt. Dazu kommt die Notwendigkeit einer recht umfangreichen Fremdsprachenkenntnis einschließlich Latein und Griechisch.

Deshalb:
Peter II hat geschrieben:Über Schreibfehler sehe ich hinweg.
Solltest Du aber nicht! Dafür gibt es ja hier einen "Vorschau"-Button.

Handschrift ist manchmal ein Problem: Vor drei Jahren erwarb ich in Berg eine Huernia oculata, ohne Blüte, im Vertrauen auf das Schild. Heraus kam eine H. urceolata. Leider habe ich das Schild nicht mehr. Es war handgeschrieben (und vermutlich vom Original abgeschrieben). Wenn dann jemand eine runde Handschrift hat wird aus "ur" ganz schnell ein "o" usw. So entstehen dann ganz schnell neue Artnamen.

Also: sauber und dauerhaft beschriftete Etiketten sind wichtig!

Was die Nomenklaturverwirrung angeht, haben wir sie ja hier im Forum mit Anomalluma und Desmidorchis schon eingeführt, denn diese Gattungsnamen entsprechen nicht mehr unseren früheren Einteilungen. Sicher werden weitere folgen. Ich habe keine Lust, mich da als Moderator reinzuhängen und korrigierend einzugreifen, zumal zweifelhaft wäre, ob die Korrektur denn sinnvoll ist. Irgendwann einmal mache ich mir vielleicht die Mühe und stelle jeder Gattungssektion bei den Portraits eine "Bekanntmachung" voraus, in der auf mögliche synonyme Gattungsbezeichnungen verwiesen wird. Das scheint mir die einzig sinnvolle Lösung. Den Rest muss dann jeder sich selber erarbeiten.
Schöne Grüße

Volker

Peter II
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Re: Richtig benannte Pflanzen - Muss oder Möglichkeit?

Beitragvon Peter II » 20. Dezember 2011, 10:23

Volker,

ich meine Schreibfehler auf Etiketten. Bei diesem Thema geht es nicht um das Forum.

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Kurt
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Re: Richtig benannte Pflanzen - Muss oder Möglichkeit?

Beitragvon Kurt » 20. Dezember 2011, 11:56

Hallo ich verstehe schon was Volker meint. Auch für den eigenen Hausgebrauch sollten die Namen richtig und fehlerfrei geschrieben sein. Dann kommen auch solche Fehler bei Abgabe einer Pflanze nicht vor. Aber auch im Forum sollte man sich bemühen, fehlerfreies Deutsch zu schreiben. Manche Leute machen ja Fehler . . . machmal möchte ich einen Rotstift haben . . .
Grüsse Kurt

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Hoyningen
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Re: Richtig benannte Pflanzen - Muss oder Möglichkeit?

Beitragvon Hoyningen » 20. Dezember 2011, 13:59

Peter II hat geschrieben:Bei diesem Thema geht es nicht um das Forum.


Peter, das ist Deine Definition, nicht meine. Carallümchen hat das auch nicht so angelegt. Jeder muss seinen eigenen Laden in Ordnung halten. Dazu gehört bei mir als Moderator NATÜRLICH das Forum. Wie könnte es anders sein?

Bei meiner Sammlung bin ich viel schlampiger. Da gehen schon mal die Schildchen verloren, weil ich mir einbilde, ich hab das eh im Kopf (was nicht stimmt, aber der Mensch ist nicht immer logisch! :roll: ) und eine Liste führen . . . Ich hab das versucht, aber ich hasse Listen und Tabellen und Datenbasen, ich krieg das auf die Dauer nicht hin. Ich habe an anderer Stelle geschrieben, dass ich ein meditatives Verhältnis zu meinen Pflanzen habe. Aber nicht zu EXCEL-Tabellen oder ACCESS-Datenbasen.

Dritte, sagen wir Erwerbsgärtner, dazu zu bringen, ordentlich zu beschriften, steht auf einem ganz anderen Blatt. Manchmal wissen die es auch nicht besser. Manche können es, andere nicht. Ich weiß, Du neigst gelegentlich zu kleinen Kampagnen gegen die schlechte/falsche Kennzeichnung. Das verstehe ich ja, aber helfen tut es nichts. Entweder die tun es oder eben nicht. Warum sollte sich etwas ändern, solange sie ihre Ware loswerden?

Anscheinend hat Holland seit einiger Zeit die Ascleps entdeckt. Letztes Jahr gab es da tolle Ceropegia sandersonii (Hybride?) und Tavaresia grandiflora, herrliche Pflanzen, alles typisch in Kokohum oder sowas ähnlichem (und das scheint gut zu gehen!). Da steht dann garnichts Gescheites mehr dran. Das ist reine Wegwerfware, wie Baumarktorchideen. Da hast Du keine Chance. Ich hoffe nur, das macht uns unsere Spezialgärtner nicht kaputt. Bei den Orchideen ist der Zug längst abgefahren.

Kurt hat geschrieben:machmal möchte ich einen Rotstift haben . . .

Ja, ich auch!
Schöne Grüße

Volker


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