Stecklingsvermehrung bei Brachystelma

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maik rehse
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Stecklingsvermehrung bei Brachystelma

Beitragvon maik rehse » 30. Juni 2010, 20:58

Hallo Leute,

hat jemand von euch Erfahrungen damit Brachystelmen über Stecklinge zu vermehren?
Vor ca. zwei Wochen habe ich einen Trieb von B. tuberosum in vier Stücke geschnitten und in lockeres, feines Substrat gesteckt. Die Schnittstellen habe ich mit Bewurzelungspulver behandelt und den Topf mit einer Tüte abgedeckt. Heute habe ich gesehen, dass sich an zwei der vier Stecklinge neues Wachstum zeigt, soll heißen es bildet sich ein Trieb aus den Blattachseln.

Durch diesen ersten Erfolg bestärkt habe ich heute auch Stecklinge von B. pygmaeum, B. pulchellum und B. longifolium geschnitten.

Kann ich nun darauf hoffen, dass sich auch Wurzeln und eine neue Knolle bilden? Wie sollte man mit den Jungpflanzen weiter verfahren? Im ersten Jahr vielleicht durchkultivieren?

Viele Grüße, Maik

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Hoyningen
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Re: Stecklingsvermehrung bei Brachystelma

Beitragvon Hoyningen » 1. Juli 2010, 17:38

Hallo, das interessiert mich auch, brennend! Ich habe genau das Gleiche mit Trieben meiner B. foetidum gemacht.
Schöne Grüße

Volker

maik rehse
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Re: Stecklingsvermehrung bei Brachystelma

Beitragvon maik rehse » 1. Juli 2010, 20:02

Naja Volker, falls sich sonst niemand melden sollte können wir ja über den weiteren Verlauf berichten. Aber ich bin mir sicher, dass das der eine oder andere schon mal versucht hat ;) Wenns bei Ceropegia funktioniert warum nicht auch bei Brachystelma?

Liebe Grüße, Maik

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a.lang
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Re: Stecklingsvermehrung bei Brachystelma

Beitragvon a.lang » 1. Juli 2010, 20:17

Hallo!

Ich gebe mal meinen unqualifizierten Senf dazu. ;)

Frau Reinecke (Flores Reinecke) verkauft ja auch Brachystelmas, die muss sie ja auch irgendwo herbekommen, ich denke, sie vermehrt die auch selbst, so wie die Ceropegias ja auch.

Was das Durchkultivieren betrifft, das wirst Du eben einfach probieren müssen. Im schlimmsten Fall kannst Du ja eine Hälfte durchkultivieren, und die andere nicht? Dann geht vielleicht eine Hälfte hops, die andere aber nicht. ;)

Ich weiß nicht was ich schreibe, mir ist das zu warm zur Zeit. :oops:
Liebe Grüße
Alex

http://theceropegiablog.wordpress.com

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Re: Stecklingsvermehrung bei Brachystelma

Beitragvon maik rehse » 1. Juli 2010, 21:07

Hi Alex,

Frau Reinecke sagte mir in Jena, dass sie die Brachystelmen als Jungpflanzen aus Südafrika zukauft. Sie werden dann einige Jahre weiterkultiviert bis sie dann eine stattliche Größe haben. Sie sollen wohl dann alle 5-8 Jahre alt sein.

Falls die Stecklinge was werden muss ich einfach sehen wie sie sich verhalten. Ich denke mal wenn sie eine Ruhephase wollen werde ich das (hoffentlich) merken.

Na dann wünsch ich noch gute Besserung Alex :lol: Aber mir gehts auch nicht besser, steh auf Arbeit den ganzen Tag in der prallen Sonne :? Vielleicht schreib ich auch nur Müll und merks nicht mal mehr :lol:

Liebe Grüße, Maik

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Re: Stecklingsvermehrung bei Brachystelma

Beitragvon Asclepidarium » 2. Juli 2010, 11:35

Hallo zusammen,

die Stecklingsvermehrung hat bei Friederike und mir noch nie geklappt. Aber vielleicht funtktioniert es bei dir.

Viele Grüße

Ulrich Tränkle
www.asclepidarium.de
Viele Grüße

Ulrich Tränkle

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Re: Stecklingsvermehrung bei Brachystelma

Beitragvon Hildor » 2. Juli 2010, 12:53

Also bei einigen Arten soll Stecklingsvermehrung gehen,bei einigen nicht - hatte mal irgentwo ne Liste welche gehen ,werd mal suchen ob ich die finde.
Hab das natürlich auch schon versucht. Die triebe halten sich sehr lange und wachsen auch etwas ,aber solang die nicht wurzeln gibt das nix.Problem ist dauert wohl recht lang , und man muss sie die ganze zeit aufwendig pflegen- einmal zu trocken oder zu naß...
Ist ähnlich wie mit Blattstecklingen bei Ceropegia , irgentwann vergess ich sie mal und die Sache hat sich erledigt.Es bildet sich meist direkt ein kleiner Caudex wenns klappt - der leider für weitere 1-2 jahre sehr heikel ist. Ansonsten dürfte invitro Kultur gehen - ähnlich wie bei Ceropegia conrathii -die kommerziell auch so vermehrt wird.

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Re: Stecklingsvermehrung bei Brachystelma

Beitragvon Yaksini » 3. Juli 2010, 16:16

Hüstel................es ist wirklich heiß und ich hoffe ich schreibe keinen Blödsinn. :oops:
Mir fiel beim lesen hier auf, das man, da die Pflanzen ja oft schön rankeln und ordentlich lange Triebe bilden, es vielleicht mit Absenkern probieren könnte. Die wurzeln/wachsen evtl. besser.
Probiert habe ich es noch nicht.
Aus Samen produzierte Pflanzen werden wohl eher die Knollen bilden als die Ableger.
Ich hätte bedenken das sowas "Knollenloses" passieren könnte.
Liebe Grüße
Brigitta

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Re: Stecklingsvermehrung bei Brachystelma

Beitragvon CABAC » 3. Juli 2010, 19:25

Hallo zusammen

und auch hüstel, hüstel...bei dem (feucht)warmen Wetter klappt mit Sicherheit einiges mehr an vegetativer Vermehrung als sonst...

...in diesem Sinne wünsche ich allen ein schönes kühles Wochenende

Euer

CABAC*

*= hier im CABAC-Land sind gerade 18 Ltr / M² innerhalb von 15 Min. gefallen. Es ist aber alles heil geblieben und die Regenfässer sind wieder voll!
Es gibt nur einen Grund, warum es sich lohnt alt zu werden: Die Verwirklichung der Kindheitsträume!

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Re: Stecklingsvermehrung bei Brachystelma

Beitragvon Hoyningen » 16. Juli 2010, 09:56

. . . hüstel, hahem . . . (der hohe Ozongehalt . . .) also ich berichte jetzt einfach mal den Stand der Dinge:

4 Triebstecklinge von B. foetidum wurden am 30. Juni in einem kleinen Rübentopf mit rein mineralischem Substrat und grober Sandabdeckung eingesetzt. Die Stecklinge wurden nach dem Schnitt mit Bewurzelungspulver behandelt (Naphthylessigsäure, ich habe sowas noch und es wird mir bis ans Lebensende reichen) und drei Stunden zum Abtrocknen der Schnittstelle liegen gelassen. Dabei war kein sichtbares Welken zu beobachten. Danach wurden sie ca. 8-10 mm tief in den Sand eingesetzt und leicht von unten angegossen und von oben übersprüht. Einer war aber nach 2 Tagen hin, deshalb sind hier nur noch drei zu sehen:

bfoecutpot.jpg


Der Topf wurde in den Deckel eines Einmachglases gestellt und das Glas ohne Gummidichtung darüber gestülpt. Das Glas war die ganze Zeit über den Stecklingen. Der Sand war die ganze Zeit dauerfeucht, aber nicht nass. Gelegentlich wurde sehr vorsichtig von unten gegossen und einmal die Woche von oben übersprüht. Übersprühen des Blattwerkes hatte einen positiven Effekt und führte nicht zu Fäulnis, obwohl direkt danach das Glas wieder darüber kam und die Blätter viele Stunden nass blieben.

bfoecutpot2.jpg


Beobachtungen:
1. Stecklinge, die knapp unter der Blattachsel geschnitten wurden, verlieren an dieser Achsel schnell die Blätter (werden gelb, entfernt).
2. Diese Stecklinge entwickeln an der Blattachsel eine deutliche und wachsende Verdickung.
3. Stecklinge, die noch einen langen Stiel bis zur untersten Blattachsel haben, tun sich schwer, faulen leicht und bilden keine Verdickung.
4. Stecklinge, die die aktive Triebspitze des geschnittenen Astes haben, bleiben frisch und wirken "lebendig".
5. Stecklinge ohne Triebspitze entwickeln aus der untersten Blattachsel einen Neutrieb.

Die in 2. beschriebene Verdickung sieht so aus (Fotos im Abstand von 2 Tagen, das letzte ganz rechts von gestern):

bfoecut4q2.jpg


Natürlich bin ich sehr gespannt, wie es weiter geht. Ich berichte es auf jeden Fall, auch wenn es schief läuft.
Schöne Grüße

Volker

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Re: Stecklingsvermehrung bei Brachystelma

Beitragvon Yaksini » 16. Juli 2010, 10:10

Volker vielen Dank für diese wunderschöne Dokumentation.

Bei deiner Beschreibung , was die Blattachseln/Augen am Stiel ;) betrifft, ist mir aufgefallen das es bei den Ceropegia-Steckis ja genauso gehandhabt werden sollte. Auch diese Pflanzen wurzeln an diesen "Augen" am besten. Die glatten Teile des Stieles sind auch bei denen zum Bewurzeln schlecht geeignet und neigen zum Faulen sobald sie in feuchtem Substrat oder Wasser stehen.

Es ist durchaus beruhigend das sie auch Knollen bilden. Ohne ginge es ja nicht, ist ja ihre Lebensversicherung.
Liebe Grüße
Brigitta

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Re: Stecklingsvermehrung bei Brachystelma

Beitragvon Hoyningen » 16. Juli 2010, 15:47

Hallo Brigitta,
ich bin noch nicht soweit, dass ich von Knollen zu sprechen wage. Aber hoffen darf man ja.
Schöne Grüße

Volker


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