Diskussion Aussaat von Ascleps

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Asclepius-alt
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Diskussion Aussaat von Ascleps

Beitragvon Asclepius-alt » 19. November 2009, 10:03

Thread begonnen von Hoyningen

Hallo alle miteinander,

ich habe angeregt, einen Austausch über Aussaaterfahrungen einzurichten und mache heute den Anfang.

Thomas schreibt mir: "Meine Aussaaten funtionierten bis zur Keimung recht problemlos, aber dann kamen die Mißerfolge! Mit Kakteen und Mesembs hatte ich keine Schwierigkeiten, aber bei Ascleps kam Frust auf."

Das geht mir nicht so.

Ich habe 2002 angefangen, Ascleps zu sammeln. Um schnell zu einer anständigen Sammlung zu kommen, habe ich ausgesät, und zwar Samen aus der Samenverteilung der International Asclepiad Society (IAS) (sehr empfehelnswert weil große Auswahl; Jahresbeitrag 21 Euro incl. schöner Zeitschrift; http://www.cactus-mall.com/ias/index.html ) und von der Firma Köhres (http://www.koehres-kaktus.de).

Ich habe ab Mai ausgesät. Ich wählte eine Aussaatschale, füllte Sie mit einem durchlässigen Substrat (4 Teile Blumenerde, 2 Teile Perlit, 2 Teile Granitgrus (Aquariengrund, 3mm), 2 Teile Sand), bestreute die Oberfläche mit Sand und säte darauf meine Samen. Die Schale wurde übersprüht, mit einer Plastikhaube abgedeckt und danach von unten bewässert.
Die Keimung setzte nach 2-3 Tagen ein und verlief in den meisten Fällen unproblematisch. Allerdings hatte ich auch einige Ausfälle: in diesen Fällen kam es aber garnicht zur Keimung. Stattdessen starben die Keimlinge bereits im Korn ab, das Innere verflüssigte sich regelrecht. Ich kann nicht sagen, dass es sich dabei um bekannt schwierige Arten handelte, ich sehe hier eher den Zufall am Werk. Es ist mir auch später sporadisch wieder passiert. Auch war es meistens nicht möglich, die Aussaat unter anderen, vorzugsweise trockeneren Bedingungen zu wiederholen, da viele solcher Samen aus der Tauschbörse nur einmal erhältlich sind.
Erfolgreich gekeimte Arten erwiesen sich als sehr einfach aufzuziehen und recht feuchteresistent. Sobald die Sämlinge die ersten Warzen zeigten, wurden sie auf Töpfe mit dem gleichen Pflanzstoff auspikiert, wenn mehrere Sämlinge vorhanden waren, zunächst in Gemeinschaftstöpfe. Dort wuchsen die Pflanzen meist sogleich fröhlich weiter.
Meine erste Aussaat umfasste Caralluma aperta, Duvalia polita, Hoodia gordoni und macrantha, Huernia aspera, spec. PRA 407S und zebrina ssp. magniflora, Orbea longidens und Orbeopsis melanantha, Pachycymbium keithii und Pseudolithos spaericus, 2 Typen von Stapelia hirsuta, Stapelianthus decaryi, Tavaresia grandiflora und Tromotriche revoluta.
Davon ist nur Pachycymbium keithii wie beschrieben im Korn verfault. Alle anderen sind mittlerweile zum Teil stattliche Pflanzen, die meisten haben auch schon geblüht.

Wie ist es euch ergangen?

Grüße

Volker


Thomas

Moin Volker,

zunächst danke für die Hinweise. Mich interessiert folgendes:
1. Standen die Sämlinge frei im Zimmer oder im Gewächshaus? Wie hoch war die Luftfeuchtigkeit?
2. Wie hoch waren die Temperaturen tags-nachts?
3. Wie waren die Lichtverhältnisse? Hell ohne Sonne, Sonne nur morgens, abends, oder Kunstlicht?
4. Wie war die Bodenfeuchtigkeit? Dauernd schwach feucht, zwischendurch trocken?
5. Welches Gieß- oder Sprühwasser? von oben, von unten, nur sprühen?
Ich hoffe, dieses Quiz nervt nicht zu sehr ...

Viele Grüße Thomas


Hoyningen

Hallo Thomas

Standen die Sämlinge frei im Zimmer oder im Gewächshaus? Wie hoch war die Luftfeuchtigkeit?

Leider hab ich kein Treibhaus, also Zimmer, aber abgedeckt mit einer Glasplatte, die mit Abstandshaltern drüberlag, abstand ca. 2 mm. Später habe ich die Schale auch mal in ein kleines Auarium gestellt, sozusagen als Minitreibhaus.

Wie hoch waren die Temperaturen tags-nachts?

Tagsüber ca. 23 Grad, nachts etwas weniger. Bei einer Aussaat im Januar 2003 (ich konnte einfach nicht warten!) habe ich die Schale auf mein Aquarium gestellt und künstlich beleuchtet. Da hatte ich dann tagsüber 27 Grad, nachts 24. Das haben sie sehr gemocht.


Wie waren die Lichtverhältnisse? Hell ohne Sonne, Sonne nur morgens, abends, oder Kunstlicht?

Hell ohne Sonne, Kunstlicht aus einer Haushaltsenergiesparlampe.


Wie war die Bodenfeuchtigkeit? Dauernd schwach feucht, zwischendurch trocken?

Dauernd schwach feucht, auch mal recht feucht nach dem gießen. Dann habe ich die Abdeckung für einen halben Tag weggelassen. Nachdem alle gekeimt waren, habe ich sie dann eh weggelassen. Meine Ascleps mögen es recht feucht. Trocken mögen sie gar nicht.


Welches Gieß- oder Sprühwasser? von oben, von unten, nur sprühen?

Ich benutze demineralisiertes Wasser aus einer reversen Osmoseanlage. Unser hiesiges Leitungswasser hat nämlich 32 Grad dgh! Gegossen habe ich von unten, alle 2-3 Tage von oben übersprüht.


Ich hoffe, dieses Quiz nervt nicht zu sehr ...

Garnicht, dann hätte ich es nicht anfangen dürfen!

Volker


Thomas

Moin Volker,

das war sehr hilfreich. Jetzt weiß ich auch so ungefähr, was bei mir schiefgegangen ist.

Also auf neue Versuche in 2006!

Viele Grüße Thomas


Hoyningen

Hallo alle miteinander,

totaler Verlust dieses Jahr beim Aussäen, 24 Arten, 1 Sämling übrig und der ist kümmerlich. Ich bin immer noch ganz geknickt. Ich glaube aber, den Grund zu wissen und den möchte ich mit euch teilen. Das Einzige, was ich verändert hatte, war der Sand.

Ich hatte noch einen großen Packen feinen Sand im Keller, mein Baumarkt verkauft sowas für Sandkästen. Diesen Sand wollte ich verwenden, meinen üblichen hatte ich gerade nicht zur Verfügung. Der Sand ist wunderbar, fein und seidig. Ich kann nur davor warnen!

Im Substrat entmischt er sich und geht nach unten, dort entsteht eine richtige nasse Pampe, an Durchlässigkeit und Drainage ist nicht zu denken. Von oben merkt man nichts davon, bis es zu spät ist.

Mein guter Sand ist nicht gradiert, also eine Mischung vieler Körnungen bis hin zu kleinen Kieseln und scharfkantig. Hier im Bild ist der Unterschied gut zu sehen.

Bild


Mittlerweile habe ich diese Erfahrung auch im Gespräch mit anderen bestätigt bekommen. Hätte ich es nur früher gewußt. Vielleicht hilft es euch ja weiter.

Volker


Petra 35
Hallo Ihr 2,
ich versuche es mit "Thomas Katzenstreu nicht klumpend". Wird in letzter Zeit immer öfter empfohlen. Mal sehen was das wird.


Petra 35


Hoyningen

Hallo Petra,

ich hab davon noch nix gehört. Wo hast du denn die Information her? Kann man das mal vertiefen? Viele dieser Granulate sind mineralisch und saugen alles mögliche auf. Als Substratzusatz ist vorstellbar, dass sie sich mit Salzen vollsaugen (so wie mit Katzenurin) und dann wie konzentrierte Düngerklumpen wirken. Vor so einem Effekt hat mich gerade letzte Woche in Berg jemand beim Einsatz von Perlite gewarnt.

Volker


Petra 35

Hallo Hoyningen,
wenn mich nicht alles täuscht habe ich das in der KuaS zum 1. mal gelesen. Aber auch in einschlägigen Foren wurde dieses Thema schon erörtert. Und dabei zeigte sich, daß nicht wenige Pflanzenfreunde diese Methode bevorzugen.
Was Deine Befürchtungen betrffen kann ich nur sagen daß Bims oder Lava auch sehr gute Sauger sind und trotzdem werden sie benutzt.


Petra 35

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thailänder
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Re: Diskussion Aussaat von Ascleps

Beitragvon thailänder » 17. Februar 2010, 09:30

Hallo. Ich habe gestern mal die letzte Caralluma (3/2009) zwecks Samenbestellung durchforstet. Es waren einige interessante Sachen dabei. Aber, oh Schreck! Einigermmaßen frisches Saatgut war so gut wie nicht dabei. Einiges ging bis auf das Jahr 2002 zurück! Ich wollte eigentlich so eine Totalpleite, wie im vorigen Jahr, vermeiden. Da erblickte nicht ein einziges Pflänzchen das Licht der Welt. Dieses Jahr sollte alles besser werden. Ich habe einen etwas wärmeren Standort ausgesucht und mich mit Kunstlicht ausgerüstet. Lohnt es sich überhaupt solch altes Saatgut auszusäen? Anderseit ist es vielleicht einen Versuch wert, so eine Rieseninvestition ist es ja auch wieder nicht. Was meint die Fachwelt?
Schöne Grüsse, Werner
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Re: Diskussion Aussaat von Ascleps

Beitragvon Peter II » 17. Februar 2010, 19:12

Ich hatte hier eine Antwort geschrieben. Wo ist die hin?

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Re: Diskussion Aussaat von Ascleps

Beitragvon thailänder » 17. Februar 2010, 20:20

Ich bitte um Kenntnisnahme.
Fr. Hohbauer, die Verwalterin des Samenfonds. teilte mir heut mit:
"In der Caralluma 3/2009 wurde leider eine falsche Samenliste veröffentlicht. Gültig ist zur Zeit noch die Liste aus der Caralluma 1/2009. Daraus sind aber schon mehrere Samen nicht mehr lieferbar. Die aktuelle Liste erscheint im nächten Infobrief April 2010."
Schöne Grüsse, Werner
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Re: Diskussion Aussaat von Ascleps

Beitragvon thailänder » 15. April 2010, 13:03

Meine Aussaaten 2010: Ceropegia africana ssp.barklyi
Das Saatgut stammt aus der Samenliste der IG Ascleps Caralluma 1/2009 (Nr.16). Ausgesät vor ca 14 Tagen. Leider hab ich nicht die Samen durchgezählt, bin aber mit dem Ergebnis voll zufrieden. Die verschiedenen Farben der Sämlinge könnten, wenn sie so bleiben, auf Hybriden schließen lassen. So war das auch in der Samenliste angezeigt.
Als Substrat habe ich Seramis und Vogelsand zum Abdecken der Samen genommen.
Gekeimt haben sie schnell bei Kunstlicht und etwas Bodenwärme. Heut hab ich das erste Mal etwas gedüngt.
Dateianhänge
Casio 364.jpg
Schöne Grüsse, Werner
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Re: Diskussion Aussaat von Ascleps

Beitragvon a.lang » 31. Januar 2011, 20:01

Hallo!

Hat jemand von Euch schon einmal Riocreuxia-Samen ausgesäät?

Ich habe es einmal versucht, leider ohne Ergebnis, und nun wollte ich gern mal wissen ob es bei der Gattung irgendetwas Bestimmtes zu beachten gibt.
Liebe Grüße
Alex

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Re: Diskussion Aussaat von Ascleps

Beitragvon Asclepidarium » 31. Januar 2011, 21:01

Hallo Alex,

wir haben einmal Riocreuxia torulosa ausgesät. Die Art ist eigentlich ohne weiteres, wenn ich mich noch richtig erinnere, nach rund 1-2 Wochen gekeimt.

Wenn überhaupt nichts keimt, war der Samen wohl alt, wie leider so oft.

Viele Grüße

Uli
Viele Grüße

Ulrich Tränkle

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Re: Diskussion Aussaat von Ascleps

Beitragvon a.lang » 31. Januar 2011, 21:37

Hallo Uli!

Asclepidarium hat geschrieben:Wenn überhaupt nichts keimt, war der Samen wohl alt, wie leider so oft.


Ja, einen anderen Grund konnte ich auch nicht finden. :?
Liebe Grüße
Alex

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Re: Diskussion Aussaat von Ascleps

Beitragvon Hoyningen » 1. Februar 2011, 08:49

Ich hatte 2003 mal Riocreuxia spec. von der IAS. Die ist nach wenigen Tagen anstandslos gekeimt, aber leider dann nicht mehr richtig vorangekommen, weil ich schlicht keine Hinweise gefunden habe, wie ich sie behandeln soll. Letzteres ist übrigens immer noch der Fall. Immerhin könnte ich aber jetzt das Forum befragen.
Schöne Grüße

Volker

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Re: Diskussion Aussaat von Ascleps

Beitragvon carallümchen » 1. Februar 2011, 21:31

Ich hatte auch mal eine Riocreuxia aus Samen gezogen. Die habe ich gegen jede Erfahrung mit meinen sukkulenten Ascleps in einen großen Topf gepflanzt - dreimal so groß wie meine Ceropegien haben. Und ich habe sie anfangs zu wenig gegossen - daher hatte die Pflanze dann 1. leicht Spinnmilbe und 2. wenige Blätter. Dann habe ich umgestellt auf Zimmerpfanzenpflege - zweimal gießen die Woche und immer schön mit Geraniendünger in voller Konzentration düngen. Also nicht kleckern sondern klotzen.
Und dann ist sie gewachsen - 1m - 2m - 3m - eigentlich hätte ich stolz sein können, aber das Biest hat nicht geblüht. Meine Aufmerksamkeit hat sich etwas von der Pflanze weg bewegt - sprich ich habe sie vergessen zu gießen - und schon fielen die Blätter und kamen die Spinnmilben. Heute habe ich ganz gute Erfahrungen mit Pflanzenschutzsticks - aber kein Riocreuxia mehr. Das Leben ist manchmal schwer zu ertragen.
Grüße carallümchen
Zuletzt geändert von carallümchen am 1. Februar 2011, 22:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Diskussion Aussaat von Ascleps

Beitragvon a.lang » 1. Februar 2011, 21:45

Hallo!

Nun, wenn mal jemand von Euch einen Riocreuxia torulosa-Sämling oder eine Jungpflanze für mich übrig hätte (will sie auch nicht geschenkt haben), wäre ich unendlich dankbar dafür!

Angeblich ist die Art sogar einigermaßen frosthart. Ich brauche wohl wirklich endlich wieder einen Balkon.

Und was das Blühen angeht, ich denke, die muss auch erst einige Meter gewachsen sein bis sie das tut. Dann tut sie das aber in unglaublichen Mengen, und duften sollen die Blüten auch noch.
Liebe Grüße
Alex

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Re: Diskussion Aussaat von Ascleps

Beitragvon carallümchen » 1. Februar 2011, 22:39

Hallo Alex,
Du zeichnest ja wunderbare Aussichten an den Sammlerhimmel. Ich werde heute abend beim Einschlafen mal in den Sternenhimmel schauen (ne, hier ist es zur Zeit nebelig - die Sterne sind aufgeklebt und leuchten auch bei übelstem Wetter) und von riesigen Wolken duftender Riocreuxia-Blüten träumen, mich ein wenig schimpfen, weil ich so dumm war, sie zu verlieren und ... wahrscheinlich niemals wieder die Chance haben, es nochmal zu versuchen.
Naja - dieses Frühjahr ist erstmal die Gattung Asclepias drann - der Garten braucht ein paar Schmetterlingsfutterpflanzen mehr.
Grüße carallümchen
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