Asclepienpfropfungen

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lophario
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Re: Asclepienpfropfungen

Beitragvon lophario » 28. Dezember 2012, 19:57

Hallo Herbert,
das war damals eine meiner ersten Asclepienpfropfungen, die Knolle hatte da so ca. 2cm DM. Größere hatte ich zu dem Zeitpunkt auch nicht.
Letzten Winter habe ich Große zum Pfropfen genommen (ca. 4-5cm DM), aber ich hatte den Eindruck das sie die Sämlinge schlechter annehmen als die kleinen jungen. Ich musste dann diesen Herbst sogar 3 Sämlinge, die fast gar nicht gewachsen waren, auf Hoodia cv. umpfropfen.
Für meine Pseudolithossämlinge, die momentan noch wurzelecht wachsen, will ich diesmal Knollen mit 3-4cm verwenden. Zusätzlich habe ich auch noch einige Stapelia asterias forma von dir, da werde ich auch welche drauf pfropfen. Aber erstmal sollen sie noch etwas natürlich wachsen :)
Bis bald mal wieder!
Jürgen

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CABAC
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Re: Asclepienpfropfungen

Beitragvon CABAC » 30. Dezember 2012, 08:02

Hallo zusammen

und ein besonderes Hallo geht an meinen kompeten Mitstreiter.

Jürgen, Du scheinst auch vor nichts zurück zuschrecken. Um so mehr freue ich mich, daß ich hier endlich einen kompetenten Gesprechspartner gefunden habe.

Also man kann es fast ahnen, die Knollen von Ceropegia linearis und Ceropegia linearis ssp. woodii gewinnen für mich als Pfropunterlagen immer mehr an Wert und Bedeutung. Von Moment zu Moment, von Pfropfung zu Pfropfung lerne ich die Leuchterblume besser kennen und [ein]schätzen.

Anfangs habe ich zum Bewurzeln die Triebe in kleine Töpfe gesteckt und war dann ziemlich enttäuscht, wenn das Knollenwachstum nur verhalten verlief. Trotz guter Nährstoffversorgung war mehr wie 2 cm Knollendurchmesser nach einer Vegetationsphase nicht drinn.

Heute stecke ich meine Stecklinge in eine Schale mit Substrat, warte eine Woche mit dem Gießen und danach bekommen sie Wasser und Dünger im Abstand von zwei Wochen und ich habe dann am Ende eines Kulturjahres schon Knollen von 3 cm DM. Besonders positiv ist, dass dort, wo die Triebe das Substrat berühren, sich sofort neue Knollen bilden, die dann - anders als hängend in der Ampel - auch schneller wachsen. Danach kommen sie in Einzeltöpfe und werden dann wie schon beschrieben weiter kultiviert. Zur Unzeit in Trieb gehalten macht diese Unterlage allenfalls längere etwas vergeilte Triebe, aber der Knolle schadet das nicht.

Selbstverständlich vernachlässige ich die anderen Pfropfunterlagen nicht. Die folgenden Bilder zeigen Pfropfungen, bei denen ich Hoodiahybriden als Unterlagen genommen habe:

3037_m8.jpg

zweijährige Pfropfung von Apteranthes europaea forma Almeria auf Hoodia

3036A1_m8.jpg

zweijährige Pfropfung von Apteranthes burchardii forma Guatiza, Lanzerote auf Hoodia

Beide Pfropfungen wurden als sogenannte Notpfropfungen gemacht.
Während die A.europaea zwar etwas aufgeblasen wirkt, hat A.burchhardii ihre natürliche Form fast verloren. Hoodia als Unterlage sorgt bei beiden Apteranthesarten für jede Menge Schub. Da bildet sich schnell viel Biomasse. Das ist ideal, wenn man Notpfropfungen machen muss. Von der A.burchardii stand mir nur noch ein wurzel- und fast lebloses kümmerliches Pflanzenteil von 1,5 cm Länge zur Verfügung.

Macht es gut

Euer

CABAC
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Re: Asclepienpfropfungen

Beitragvon lophario » 2. Januar 2013, 01:18

Moin,
leider gibt es schlechte Neuigkeiten... :(
Die bis vor wenige Tage noch vielversprechend aussehende Hypokotylpfropfung ist kurz vor dem Exitus.
Das war jetzt mein 2. Versuch und beide sind gescheitert. Ich habe auch keine Vorstellung warum es nicht klappt, höchstens vll das zu wenig Druck ausgeübt wurde (ich habe bei beiden nicht mit Tesa o.ä. fixiert) :?:
Naja schade...
Dafür drückt mein größter P. migiurtinus nochmal Knospen raus, der bleibt jetzt doch noch mit unter der Lampe, bin gespannt ob sie diesmal wieder kurz vor dem Aufblühen einfach abfallen.
MfG

Eine Frage hätte ich noch: Vor einiger Zeit habe ich mit Josef Busek telefoniert, er erzählte mir das es noch zwei weitere Pseudolithosarten gab/gibt, die man jedoch nie wieder gefunden hat. Weiß hier jemand mehr darüber?

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Re: Asclepienpfropfungen

Beitragvon CABAC » 3. Januar 2013, 08:27

...welche meint Busek ?

Pseudolithos gigas ?

oder

Pseudolithos horwoodii ?

Da wirst Du lange googeln müssen, um brauchbare Informationen zu bekommen.

Ja, was die nicht gelungene Pfropfung an belangt, halte ich das Alter des Sämlinges und den Zeitpunkt für ungünstig. Ich warte lieber etwas länger. Nach meinem jetzigen Erfahrungsstand sind die Sämlinge Anomalluma, Pseudolithos und White-sloanea gerade zu gierig auf Feuchtigkeit und Wärme. Ist ihr Wurzelwerk intakt, legen sie ein großes Wachstum an den Tag. Das wurde mir schon mehrfach bestätigt. Warum tun wir ihnen nicht den Gefallen und geben ihnen alles was sie brauchen. Also lieber pfropfe ich einen fetten aufgeblasenen Sämling als einen verhungerten.

Alles Gute, besonders für Deine Pflanzen.

CABAC
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Re: Asclepienpfropfungen

Beitragvon lophario » 9. Januar 2013, 09:41

Hallo,
beide Sämlinge (Pseudolithos & Hoodia) waren eigentlich kräftig und gut im Trieb. Ich werde jetzt aber vorerst keine Experimente in Richtung Hypokotylpfropfung mehr unternehmen, vll soll es einfach nicht denn immerhin hatte ich bei meinen restlichen Ascleppfropfungen nur seltenst Ausfälle.
Der gepfropfte Pseudolithos mit der eigenen Wurzel hat es mir übrigens nicht übel genommen das ich sie ihm abgeschnitten habe. Seine neue Knospe wächst munter weiter :)
MfG

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Re: Asclepienpfropfungen

Beitragvon lophario » 27. Februar 2013, 15:33

So, nach längerer Abwesenheit hier im Forum, mal wieder was von mir :)
In den letzten Wochen habe ich 4 Pseudolithos auf Ceropegia Knollen gepfropft, hier sind zwei davon:

BildBild
Pseudolithos migiurtinus


BildBild
Pseudolithos cubiformis


In Kürze werde ich noch Stapelienpfropfungen machen.
Von Fr. Dr. Hübner hab ich mal den Tip erhalten Pseudolithos erst auf Hoodia zu pfropfen und dann mit einem Stück Hoodia auf Ceropegiaknollen. Soll wohl sehr robust dann sein, einziger Nachteil wie sie schrieb: Die Pflanzen brauchen mitunter ein Jahr um auszutreiben :shock:
Hat das hier mal jemand versucht, du vll Herbert?

Herrn Busek werde ich dieses Frühjahr mal besuchen, er wohnt nich allzuweit weg von mir, und mir seine Sammlung ansehen.

MfG

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Re: Asclepienpfropfungen

Beitragvon CABAC » 27. Februar 2013, 18:56

Hallo zusammen und nein, Jürgen habe ich nicht.

Zu Doppeltpfropfungen gab es bei mir noch keine Notwendigkeit. Ist aber eine Option, die man nicht aus den Augen verlieren sollte.

Viele Wege führen nach Rom und das Friederike als wohl sehr versierte Kennerin und Fachfrau für Asclepien das Pfropfen beherrscht, bekommt man in Ihrer Sammlung nicht nur zu sehen, dass spornt zum Nacheifern an.

Und deshalb habe ich im letzten Herbst mal aus lauter Jux und Tollerei eine sehr gut im Trieb stehende WS-C von einer Stapelienunterlage auf eine Ceropegiaknolle gesetzt. Das Anwachsen war kein Problem, aber die Zeit danach wurde zur Gedultsprobe. Es dauerte gut zwei Monate bis sich da Anzeichen von Wachstum zeigte. Automatisch stellte sich dann bei mir die Frage ein, ob die beide Unterlagen doch genetisch stark von einander abweichen. Und der Pfröpfling sich erst an die veränderte Zusammensetzung des Pflanzensaftes der Ceropegiaknolle gewöhnen musste.

WS-C_a_Cerop_1.jpg

angewachsen
WS-C_a_Cerop_2.jpg

deutlich gestrafft
WS-C_a_Cerop_3.jpg

Knospenansatz

Je länger ich mich mit den Asclepienpfropfungen beschäftige, desto mehr bin ich davon überzeugt, dass die Knollen von Ceropegia sehr gute Unterlagen sind. Man sollte sie nur vor dem Pfropfen sehr gut vorbereiten. Was nichts anders heißt, dass sie gut im Trieb sein sollten. Sehr positiv bewerte ich, dass die Knollen scheinbar keine Ruhepausen kennen. Man kann sie ohne weiteres durchgießen und lassen sich warm aufgestellt und gut angegossen innerhalb von drei Tagen zu sicheren Unterlagen antreiben.

Asclepienpfropfungen ermöglichen schon eine ziemlich stressfreie Haltung von unseren todsehnsüchtigen Schätzchen. Ich bin aber fast schon wieder davon ab und versuche Pseudolithos und Co. auf eigenen Wurzeln bis zur Blühreife zu kultivieren. Auch das klappt ganz gut (in diesem Winter verlustfrei) durch Einzeltopfaussaaten. Wird der Sämling im Aussaatopf zu groß topfe ich beide in einen größeren Topf.

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Re: Asclepienpfropfungen

Beitragvon lophario » 27. Februar 2013, 20:18

In dem Buch "Sukkulenten" von Urs Eggli steht, dass Pseudolithospfropfungen auf Ceropegiaknollen zwar anwachsen, aber nur unwillig weiterwachsen. Widerspricht sich mit meiner Erfahrung. Auch schreibt er, dass die Pseudol. im Winter vollkommen trocken stehen sollen, hier habe ich auch gegenteiliges gehört.

Ich schätze du kannst mittlerweile dein eigenes Saatgzt ernten Herbert und dann damit eine wurzelechte Kultur versuchen oder?
Schneidest du denn Topf auf wenn du ihn mit der Pflanze in einen größeren setzt oder lässt du ihn ganz?

Liebe Grüße

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Re: Asclepienpfropfungen

Beitragvon CABAC » 28. Februar 2013, 06:02

Hallo zusammen!

Jürgen, ich weiß natürlich nicht, wie intensiv sich Urs Egli mit dem Thema befasst hat. Will ihm da nichts absprechen, habe aber ganz andere Erfahrungen. Wenn man sich mal mit Fachleuten unterhält ist die Meinung durchgängig, auch im Winter Warmhalten, egal ob wurzelecht oder als Pfropfungen.

Die meisten von meinen wurzelechten Pseudolithos verbringen den Winter bei 25 -28 ° C Tagestemperatur und Kunstlicht und nicht unter 16°C wenn das Licht abgeschaltet ist. Es geht ihnen ausgesprochen gut!

Nur eines ist gewiss, den Ceropegiaknollen muss es natürlich auch gut gehen.
Was sie dazu benötigen, habe ich inzwischen auch herausgefunden. Auf jeden Fall nicht zu warm und nicht zu feucht.

Dieses Teil hier:
3501.jpg

ist eine alte Pseudolithospfropfung und hat als Unterlage eine Ceropegiaknolle. Sie wächst ständig weiter, bildet diese komischen Triebe; nur den Fruchtansatz mag sie nicht vorran bringen.

Nein, ich setze die Pflanzen mit ihrem "Geburtstopf" einfach in einem größeren Topf und fülle den mit Substrat auf.
So wie bei dieser WS-C

3502.jpg


Macht es gut

CABAC

...der
frühe Vogel kann mich mal !

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Re: Asclepienpfropfungen

Beitragvon lophario » 28. Februar 2013, 12:08

Hallo Herbert,
das mit der ganzjährig hohen Temperatur schreibt er schon (min. 12-16°C, besser knapp über 20°C), nur schreibt er auch das sie im Winter komplett trocken stehen sollen. Ich habe gehört, dass sie auch im Winter moderate Wassergaben brauchen damit die Wurzeln nicht absterben was sonst zu Fäulnis führen würde.
BG

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Re: Asclepienpfropfungen

Beitragvon CABAC » 2. März 2013, 07:31

Hallo Jürgen,

hätte ich meine somalischen Schönheiten, egal ob gepfropft oder wurzelecht "nach Egli" kultiviert wären meine Verluste mit Sicherheit noch größer geworden. Denn die Crux an schlauen Büchern ist einfach, dass sich Autorenmeinung nicht auf die häuslichen Gegebenheiten beim Sammler 1:1 umsetzen lassen.

Und hätte ich mir auch noch sein Sukkulentenlexikon zum Preis von knapp 65 € gekauft, könnte ich auf den finanziellen Verlust der Pflanzen den Preis des Buches zu addieren.

Da halte ich mich doch lieber an die Auswertungen und Ergebnisse meiner eigenen Erfahrungen, an das was ich von tschechischen Freunden erfuhr und wenn ich schon in meiner Ratlosikeit Literatur benütze, an das was in einem wesentlich preiswerteren Buch steht. Denn in der SP "Stapelia&Co." von Friederike Hübener und Ulrich Tränkle kann man auf der Seite 135 unter den Kulturhinweisen für die Gattung Pseudolithos lesen, als Minimum 15 °C und im Winter Unterwärme oder Aufenthalt in der Wohnung empfohlen wird. Das Buch kostet bei der DKG für ihre Mitglieder nur ganze 10€. Aber als ich es mir gekauft hatte, wusste ich schon, dass diese Pflanzen es auch im Winter wesentlich wärmer mögen oder Einzeltopfaussaaten Verluste durch Pikieren erheblich reduzieren würden.

Ich habe mal vor einiger Zeit eine Sammlung besichtigen können, die ganzjährig im Keller unter Kunstlich kultiviert wird und im Winter um die 30° C warm gehalten wird. Der Besitzer begründete die feuchtwarmen Kultur damit, dass fast alle Pseudolithos küstennahe Besiedlungsgebieten entstammen.

Aber zurück zum Thema:
3505.jpg

3509.jpg

Die abgebildeten gepfropften und heute Morgen fotografierten Asclepien würden bestimmt nicht so reichlich blüten, wenn ich sie im Winter kälter kultivieren würde.

Macht es gut

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Re: Asclepienpfropfungen

Beitragvon lophario » 10. März 2013, 12:46

Hallo Herbert,
ich kann jetzt gut nachvollziehen warum du deine Einzelkornaussaaten mit Topf eingräbst.
Ich habe gestern wieder 3 Pfropfungen gemacht, die Wurzeln der Sämlinge klebten richtig am Topfboden fest als ich diese da raus holen wollte. Dabei waren die Pflanzen nicht mal sonderlich groß (<1cm).
MfG


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