Rhytidocaulon - brauche dringed einen Rat!

Hast Du Fragen oder Tipps zur Pflege von Ascleps, wie z.B. Standort, Licht, Gießen, Düngen, Substrat, Überwinterung? Dann bist Du hier genau richtig.
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Stalagmit
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Rhytidocaulon - brauche dringed einen Rat!

Beitragvon Stalagmit » 24. August 2014, 07:30

Hey, wünsche euch einen schönen Sonntag morgen.

Leider habe ich gerade eine nicht so schöne Entdeckung gemacht. 3 meiner selbst ausgesäten Rhytidocaulen zeigen die auf den Bildern gezeigten Veränderunge. Der untere Teil der Pflanzen (der auf den Fotos sicherlich total matschig aussieht) ist im Gegensatz dazu eigentlich trocken und innnen scheinbar weitestgehend (bis auf ein paar Leitbündel) leer. Oben herum sehen die Pflanzen alle noch super aus - haben auch regelmäßig geblüht. Triebansätze - und eine hat sogar noch eine ganz frische neue Knospe.

Bild Bild Bild Bild

Nun, was könnte das sein und was kann ich tun? Die anderen Pflanzen scheinen nicht betroffen. Zu viel gießen kann ich mir nicht vorstellen, eher zu selten. Es stehen jeweils 5 von ihnen in einem 7x7 Container und bisher wachsen die Pflanzen wie verrückt, sind schon doppelt so groß wie und teilweise viel verzweigter als Mutterpflanzen die ich kaufte.

Also Kurzform:
Was ist das?
Was kann ich dagegen tun?
Ist es wahrscheinlich dass die anderen es auch bekommen?
(Leider habe ich kaum noch C. woodii Knollen, falls das eine Lösung wäre)

Ich danke ich im Voraus schon vielmals für eure Antworten!

Liebe Grüße,
Fabian

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Thomas Brand
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Re: Rhytidocaulon - brauche dringed einen Rat!

Beitragvon Thomas Brand » 24. August 2014, 13:29

Moin Fabian,

ohne Labordiagnose kann man nur vermuten, um was es sich handelt.
Die Schlauchbildung findet man an Wurzeln meist im Zusammenhang mit Pythium oder Phytophthora. Diese beiden nahe verwandten Pathogene sind an hohe Feuchtigkeit gebunden und wasserübertragbar, aber auch kontaminiertes Substrat und Werkzeug können als zur Verbreitung beitragen. Geschwächte und gestresste Pflanzen (zu nass, zu trocken, zu salzig, zu kalt ...) werden schneller Opfer einer Attacke.
Aber wie gesagt: die Diagnose ist anhand der Bilder und ohne Labor kaum seriös möglich.

Die Frage ist ja für Dich, was Du tun kannst: Abschneiden und wiederbewurzeln oder pfropfen. Hygienemaßnahmen ergreifen (Töpfe, Substrat etc. verwerfen). Gesund erscheinende Pflanzen möglichst optimal kultivieren (auch nicht zu trocken). Angießen mit Aliette WG als zusätzliche Maßnahme.

Viel Erfolg
Thomas

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CABAC
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Re: Rhytidocaulon - brauche dringed einen Rat!

Beitragvon CABAC » 24. August 2014, 18:50

Danke, Thomas

Du hat alles geschrieben, was ich auch dazu hätte mitteilen können.

Aber mein erstes Satz wäre gewesen, das das Krankheitsbild auf sehr große mangelnde Hygiene hinweist. Wer bei der Kultur von Asclepien nicht einen Mindeststandart dieser Hygiene (Töpfe, Erde, Klima) garantieren kann, sollte die Finger von diesen Pflanzen lassen.

LG

CABAC

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Stalagmit
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Re: Rhytidocaulon - brauche dringed einen Rat!

Beitragvon Stalagmit » 24. August 2014, 21:22

@CABAC:
"Wer bei der Kultur von Asclepien nicht einen Mindeststandart dieser Hygiene (Töpfe, Erde, Klima) garantieren kann, sollte die Finger von diesen Pflanzen lassen."
Den Satz verstehe ich ehrlich gesagt nicht. "Mindeststandard an Hygiene"? Meine Pflanzen stehen allesamt in rein mineralischen Subtrat und gedeihen unter den aktuellen Bedingungen (sehr hell, relativ warm, alle 1-2 Wochen gießen, Wuxal Super Düngung) sehr gut. Meine Rhytidocaulon-Aussat vom vorletzten Jahr (siehe Fotos) hat dieses Jahr ununterbrochen Blüten und Seitentriebe gebildet, sind mittlerweile gut doppelt so groß wie "große" Pflanzen, die ich mir ebenfalls vorletztes Jahr zugelegt habe.
Bin da jetzt ehrlich gesagt etwas irritiert. Du weißt doch eigentlich, dass ich eine gesunde und gut gedeihende Sammlung habe und grundsätzlich weiß, was ich tue?

@ Thomas
"hohe Feuchtigkeit... kontaminiertes Substrat und Werkzeug... Geschwächte und gestresste Pflanzen (zu nass, zu trocken, zu salzig, zu kalt ...) werden schneller Opfer einer Attacke."

Also ich halte die Pflanzen eigentlich seit 2 Jahren durchgehend gleichermaßen und bisher geht es ihnen super. Da 5 Stück jeweils in einem 7er-Container stehen, schließe ich mal zu hohe Feuchtigkeit aus - die haben das Wasser eigentlich immer recht schnell weggesaugt. Das Subtrat ist rein mineralisch und da sitzen die Pflanzen schon ca. 1 Jahr drin. Woduch könnte ich es kontaminiert haben? Werkzeug wurde keines genutzt an den Pflanzen. Was den Salzgehalt angeht... ich bin umgezogen vor einiger Zeit - trotzdem sind die Pflanzen fabelhaft weiter gewachsen und haben auch weiter gut geblüht. Das Leitungswasser hier ist leider tendeziell etwas kalkhaltiger - das war es am vorherigen Wohnort allerdings noch mehr.
"Zu kalt" habe ich mich auch schon gefragt. In der alten Wohnung standen sie an einem Fenster in der obersten Etage - da staute sich vorallem im Sommer ziemlich viel Wärme. Jetzt stehen sie im Erdgeschoss an einer riesigen Fensterfront - insgesamt ists in der Wohnung aber kühler als in der alten. In der Regel so zwischen 21 und 22°C. Ist das zu wenig für die Rhytidocaulen?

"Abschneiden und wiederbewurzeln oder pfropfen."
Kann man Rhytidocaulen ohne weiteres bewurzeln? Habe ich bisher noch nie versucht - nur Kopfpfropfungen bisher - aber die Knollen sind im Moment leider rar gesäht.
"Töpfe, Substrat etc. verwerfen"
Also am besten alles raus aus dem Topf, die gesunden Pflanzen abtrocknen lassen, vorsichtig vom Restsubstrat entfernen und neu eintopfen in ganz frische Töpfe?
"Angießen mit Aliette WG als zusätzliche Maßnahme."
Bekommt man irgendwo kleinere Packungsgrößen?

Vielen Dank für die Tipps!
Bin gespannt auf die nächste Antwort und werde dann direkt mit den Maßnahmen beginnen!

LG
Fabian V.
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R. macrolobum ssp. macrolobum (zu diesen Pflanzen gehören auch die betroffenen. Sind insgesamt 10 ausgesäte Pflanzen)
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R. macrolobum ssp. macrolobum (zu diesen Pflanzen gehören auch die betroffenen. Sind insgesamt 10 ausgesäte Pflanzen)

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Re: Rhytidocaulon - brauche dringed einen Rat!

Beitragvon CABAC » 25. August 2014, 08:19

Fabian,

unseren Schriftwechsel gibt es nicht mehr.

In sofern kann ich im nachhinein nicht mehr beurteilen, ob Deine Haltungsbedingungen optimal sind oder nicht. Das Schadbild weist aber darauf hin, dass bei Dir und Deiner Kultur von Rhytidocaulon allerlei im argen ist. Die Hauptursache sehe ich Hygienemangel. Das Herauszufinden der Ursache wird zugegeben schwer. Und deshalb würde ich an Deiner Stelle bei NULL anfangen, was dann heißt Pflanzen behalten, von Erde befreien, Wurzeln spülen und alles andere entsorgen.

Ich bin mir durchaus bewusst, dass auch nur geringer Befall von Schädlingen (egal welcher Art) Asclepien dahinraffen können. Warum das so ist habe ich Dir auch mal erklärt.

Auch ich war lange Zeit von dem plötzlichen Exitus meine geschätzten und nicht nur deshalb so wertvollen Asclepien entsetzt.

Das führte bei mir zu der Überlegung, dass ich meine Haltungsbedingungen - zumindest bei Pflanzen aus Somalia und von der arabischen Halbinsel- grundlegend ändern muss.

Wesentliche Ansatzpunkte waren für mich striktes Einhalten der Hygiene, Stärkung der Pflanzen durch Hilfsmittel und Herunterfahren des Stresspotentials. Das hieß dann umstellen auf neue Töpfe und Erde, Gießen nur mit sauberen Regenwasser, Einsatz von Trichosan o.ä. und Schattieren , weil die vollsonnige Haltung für die Pflanzen schädlich ist. Mir ist bekannt, dass ein zahlreiche Asclepien in ihren natürlichen Lebensräumen vollsonnig stehen, aber dort steht die Luft nicht, sondern ist ständig in Bewegung.

Ein Bewurzeln oder Pfropfen von Trieben die von geschädigten Pflanzen stammen, wird nicht erfolgreich verlaufen.

Im übrigen lassen sich Rhytidocaulonstecklinge von gesunden Pflanzen ohne weiteres bewurzeln oder noch einfacher als Pfropfung sehr erfolgreich vermehren. Das klappt aber nur, wenn ein Mindeststandart an Hygiene eingehalten wird.

S.L.

CABAC

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Re: Rhytidocaulon - brauche dringed einen Rat!

Beitragvon Stalagmit » 25. August 2014, 17:40

Vielen Dank für die Tipps!

Dann werde ich mit der Prozedur mal beginnen.

LG
Fabian
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Re: Rhytidocaulon - brauche dringed einen Rat!

Beitragvon Thomas Brand » 25. August 2014, 20:00

Moin,

was die Ascleps-Kultur angeht, überlasse ich mangels Erfahrung anderen das Feld.

Es ist in der Tat schwer bis unmöglich zu sagen, woher eine Infektion kommt. Oft sind Pathogene aber auch "nur" Sekundärerreger (das gilt z.B. auch für Pythium), die lange unauffällig da sind und erst bei einer Schwächung auffällig werden. Diese Schwächung kann schon allein darin bestehen, die Pflanze zu drehen, kleine plötzliche Temperaturdifferenzen (kaltes Gießwasser) oder der Wechsel aus der vegetativen Phase in die generative. Das alles sind nur Beispiele. Wahrscheinlich kannst nicht einmal Du selbst herausfinden, was die Balance gestört hat.

Aliette gibt es im Handel in Kleinpackungen. Ich habe es ohne weiteres im Internet gefunden.- Handelsnamen ist
Spezial-Pilzfrei Aliette (Celaflor: 5 x 10 g für insgesamt 20 Liter und Bayer Garten: 4x 10 g für insgesamt 16 Liter).

Gruß
Thomas

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Re: Rhytidocaulon - brauche dringed einen Rat!

Beitragvon CABAC » 26. August 2014, 09:08

auch moin,
beschäftige mich zwar auch schon ein paar Augenblicke mit Asclepien, bin aber gefühlsmäßig immer noch in der Probezeit oder am Anfang einer Lehrzeit.

Aber eines ist bei mir schon ziemlich gefestigt. Während andere Asclepien ohne weitere mit Schädlingsbefall gleich welcher Art fertig werden, sind ein paar von Ihnen (Pflanzen aus Somalia und von der arabischen Halbinsel) schon Biomüll, wenn sich nur Sporen von Pilzen nähern oder sich ein Wolllausgelege in der Nähe befinden. Ihnen fehlen offensichtlich jegliche Abwehrmechanismen. Diese Tatsache hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt und drauf beruhen alle Kulturerfolge oder Misserfolge.

Während bei den meisten Kakteen das genetische Gedächtnis so viele Abwehrmechanismen freisetzt, dass sogar superempfindliche Habitats Pflanzen sich hier eingewöhnen und sich fortpflanzen, ist das bei Rhytidocaulon und Co., nicht möglich.

Die Hoffnung, dass sich die dritte oder vierte Zuchtgeneration endlich angepasst hat, kann ich nicht bestätigen. Bestätigt hat sich für mich nur die Tatsache, das der Exitus bei gepfropften Pflanzen wesentlich weniger eintritt und dass Hygiene das oberste Gebot ist. Neben der Hygiene ist als zweite Maßnahme, die Verbesserung der Konditionierung ein Weg um wenigsten für ein paar Momente Ruhe und Freude an seinen Pflegefällen zuhaben.

Und deshalb würde ich eher das Substrat mit Mykorrhizakulturen impfen, als vorsorglich ein Fungizid einsetzen. Mykorrhizakulturen oder andere Nutzpilzkulturen schaffen eine Schutzzone, lassen die Asclepien in Ruhe und Stressfrei wachsen und ermöglichen dazu noch eine bessere Nährstoffaufnahme. Nur gegen saugende und beißende Insekten setze ich vorsorglich Mittelein. Ich gieße sie und sprühe auch schon mal wenn ich Schädlinge in der Nähe der Asclepienkulturen entdecke.

Diese Antwort wird den Gartenfachhandel nicht freuen. Auf der anderen Seite kann ich mich an ein Gespräch mit einem sehr bekannten Zubehörhändler in der Scene erinnern, der mir aber dringend davon abriet, vorsorglich irgendein Fungizid vorsorglich einzusetzen. Gesunde Pflanzen brauchen solche Massnahmen nicht und irgendwann besteht das Substrat nur noch aus Fungizid.

Macht es gut.

CABAC

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Re: Rhytidocaulon - brauche dringed einen Rat!

Beitragvon Stalagmit » 31. August 2014, 13:34

Ich habe es dennoch mal - ich hänge zu sehr an meinen selbst-gesäten und bisher so genial entwickelten R. macrolobi - versucht, die Pflanzen bis ins Gesunde zu schneiden und auf trockenen, mineralischem Substrat zu bewurzeln.
Ich hoffe meine Frage ist nicht allzu blöd / simpel - aber ich will sichergehen.
Ist es bei der Bewurzlung entscheidend, dass sie viel Licht haben? Im Moment sind sie aus Platzmangel erstmal in einem Regal. Mir fiel gerade eben nur nochmal ein, dass mehr Licht = mehr Photosynthese = auch besseres Bilden von Wurzeln ziemlich wahrscheinlich klingt. Dann sollte ich mir vielleicht eine große Schale / Pflanzkastenuntersetzer besorgen und sie in an die Festerbank stellen? Was meint ihr?

Vielen Dank!

MfG,
Fabian


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