Rhytidocaulon ciliatum

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Rhytidocaulon ciliatum

Beitragvon CABAC » 30. Januar 2010, 08:26

Hallo zusammen,

in Ermangelung eigener adulter Pflanzen stelle ich hier zunächst nur Aufnamen von den Samen und von ca. vier Wochen alten Sämlingen ein.

Hoffe aber, dass ich die Entwicklung vom Samenkorn zur blühenden Pflanze dokumentieren kann.

Nach meiner, sicherlich anfängerhaften Auffassung, haben die Samen schon eine sehr auffällige Erscheinung. Ist der auffällig zerklüftete Samenrand für alle Rhytidocaulomarten eigentümlich?

Haben Sämlinge auch schon ein Familiengesicht?

Schönes Wochenende

Euer

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Re: Rhytidocaulon ciliatum

Beitragvon Hoyningen » 30. Januar 2010, 18:15

Hallo Herbert,

das ist mal ein ungewöhnlicher, aber auch gelungener Einstieg in ein Portrait!

Die Samen sind schon recht ungewöhnlich. Dieser ondulierte Rand! Beim oberen Samenkorn scheint sich mir zu zeigen, dass das Randmaterial schaumig-porös ist? Hast Du da noch mehr Vergrößerung drin?

Was könnte das für eine Funktion haben? Erhöhte Wasseraufnahme durch hohe angebotene Oberfläche aus Tau/Nebel/feuchter Luft? Entfaltet sich das beim Anfeuchten oder bleibt es so gekräuselt?

Auch die Sämlinge sind sehr spezifisch. Leider ist das der erste Rhytidocaulon-Sämling, den ich sehe, deshalb fehlt mir der Vergleich. Aber die gerunzelte und sogleich pigmentierte Oberfläche ist schon sehr eigenartig und sicher art- wenn nicht gattungstypisch.
Schöne Grüße

Volker

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CABAC
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Re: Rhytidocaulon ciliatum

Beitragvon CABAC » 31. Januar 2010, 08:02

Hallo zusammen,

und Danke Volker für Deinen Kommentar.

Also der eigentümliche Rand am Samen von Rhytidocaulon ciliatum muss schon eine besondere Funktion haben, sonst hätte er sich nicht im Laufe der Entwicklung gebildet. Er unterscheidet sich darin (nach meinem heutigen Kenntnistand als Jungasclepianer) sehr deutlich von allen anderen Asclepiensamen, die ich bisher in den Händen hatte bzw. fotografieren konnte.

Für alle die mich nicht so richtig kennen, sei hiermit verraten, dass für mich Arealgeografie und die Verbreitungsmodi von Pflanzen (die mich interessieren) schon wichtig für die Beurteilung über die Morphologie sind. Und das fängt mit der Samenmorphologie an. Da ich weder den natürlichen Standort kenne, geschweige denn Standortaufnahmen besitze, ist es natürlich ein ganz schwacher Versuch, die Samenmorphologie, Verbreitungsmodi und Arealgeografie plausibel und erklärbar zu machen. Der Yemen und Somalia sind zur Zeit nicht die idealen Reiseländer um diese Defizite mittelfristig aufzuarbeiten. Aber möglicher Weise gibt es ja jemand der mir helfen kann und anderen Rhytidocaulosamen oder sogar Bilder von Standort zur Verfügung stellt. Den Samen will ich gerne wieder zurücksenden.

Wie man am Bild sehen kann, habe ich mal einen Bildausschnitt hergestellt und mit PSE 8.0 versucht, ein scharfes Bild daraus zumachen. Ein kläglicher Versuch, aber immerhin kann man erkennen, dass das Randgewebe prorös ist und viele Luftblasen enthält. Das lässt die Vermutung zu, dass damit die Schwimmfähigkeit verbessert wurde bzw. aber auch die Fähigkeit sich im Verbreitungsraum besser anzusiedeln ( glatte Samenränder flutschen / rutschen durch ). Ich könnte mir vorstellen, dass die aerodynamische Form der Asclepiensamen sich bewusst gebildet hat, um durch die hervorragende Flugeigenschaften Standortvorteile bei der Verbreitung und Arterhaltung zubekommen.

Bei der Aussaat hat sich übrigens das Samenkorn nicht verändert. Auch feucht geworden ..bleibt die Strukrur erhalten...

in diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen Sonntag

Euer Pflanzenversteher

CABAC
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Re: Rhytidocaulon ciliatum

Beitragvon sabel » 1. Februar 2010, 21:07

An der Qualität von CABACs Fotos lassen sich meine ja nicht messen, wens trotzdem interessiert: Aussaat am 17.05.2009, Samen vom Asclepidarium.
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foto von heute
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Re: Rhytidocaulon ciliatum

Beitragvon carallümchen » 2. Februar 2010, 17:51

hier kommt noch die zugehörige Blüte...
sie hat zwar einen kleinen Schönheitsfehler - nur 4 Pollinien und nicht 5 - aber die Blütenblattzahl stimmt - also find ich es nicht so schlimm.
Grüße carallümchen
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Rhytidocaulon ciliatum (Tom McCoy) 001.JPG
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Re: Rhytidocaulon ciliatum

Beitragvon CABAC » 3. Februar 2010, 05:50

Hallo zusammen,

und an Sabel und carallümchen, großes Dankeschön für die Bilder.

So wird die Sache langsam rund. Damit hört mein Interesse an dieser Pflanze natürlich noch nicht auf.

Ich denke, dass ich wohl im Frühjahr wohl mal wieder zu Specks fahren werde.

Ist das Fehlen des 5. Pollinarium an der Blüte eine typische Eigenschaft von Rhytidocaulon ciliatum oder nur eine Laune der Natur (Mutation)?

Ich wünsche allen einen schönen Tag

Euer

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Re: Rhytidocaulon ciliatum

Beitragvon CABAC » 10. Februar 2010, 07:20

Hallo zusammen,

das Bild zeigt einen ca. 6 Wochen alten Rhytidocaulonciliatumsämling der unter Kunstlich ausgesät wurde.

Der Sämling hat eine Gesamtlänge von ca. 40 mm, wobei der Körperanteil unterhalb der Keimblätter sehr viel größer ist.

LG

CABAC
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Re: Rhytidocaulon ciliatum

Beitragvon CABAC » 26. Juni 2010, 09:00

Hallo zusammen,

so, zwei von den Ciliatumsämlingen habe überlebt.

Der Größere von den beiden ist schon 3,5 cm groß und ist wohl durch eine Verletzung in der Triebspitze zum Sprossen gezwungen worden:

Rhytidocaulon_ciliatum_m8.jpg


...in diesem Sinne wünsche ich allen einen schönes Wochenende

Euer

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Re: Rhytidocaulon ciliatum

Beitragvon Hildor » 27. Juni 2010, 12:12

Freut mich ja das ihr so nen erfolg mit Rhytidocaulon habt - ich habs aufgegeben.bei mir haben die maximal 4 jahre überlebt ,früher oder später packt sie die todessehnsucht meist im herbst oder winter.

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Re: Rhytidocaulon ciliatum

Beitragvon CABAC » 26. September 2010, 09:42

Hallo zusammen,

ist es möglich, dass Rhytidocaulon schon im ersten Jahr nach der Aussaat blüht?

Mir wurde die Gattung als nicht einfach kultivierbar beschrieben und deshalb stehen meine beiden Sämlinge unter besonderer Beobachtung. Bei der gestrigen Dokumentation der diesjährigen Aussaaten fiel mir an dem größten Sämling eine Veränderung auf:

Rhytidocaulon_ciliatum_markiert.jpg


Rhytidocaulon_ciliatum_A.jpg


Neuer Trieb oder schon eine Knospe ? Ganz ehrlich, ich glaube bei Asclepien ist alles möglich, oder...

...in diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen und vor allen Dingen sonnigen Sonntag

Euer

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Re: Rhytidocaulon ciliatum

Beitragvon Peter II » 26. September 2010, 10:55

Zu deiner Frage zu Neutrieb oder Knospe tendiere ich eher zu Neutrieb. Bin mir aber nicht sicher.

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Re: Rhytidocaulon ciliatum

Beitragvon Asclepidarium » 27. September 2010, 17:29

Hallo CABAC,

das sieht mir tatsächlich nach einem Neutrieb und keiner Blüte aus.

Aber zu deiner Frage.
Die in Kultur tatsächlich vorhandenen Arten (sind ja bei weitem nicht alle in Kultur) blühen meist ab dem zweiten bis dritten Jahr nach Aussaat.
Eine Ausnahme ist R. sheilae, die bereits im ersten Jahr blüht bzw. bei uns im neunten Monat. Dass das kein Ausreißer ist, zeigt sich daran, dass mehr als 10 Individuen mehr oder weniger zur selben Zeit angefangen haben zu blühen.

Viele Grüße

Uli
Viele Grüße

Ulrich Tränkle


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