Drei Männer in Mexiko (Baja California)

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K.W.
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Re: Drei Männer in Mexiko (Baja California)

Beitragvon K.W. » 27. Mai 2017, 22:21

Guten Abend Hardy,

ich danke recht sehr für die Antwort!


Na dann. . .
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Herzliche Grüße

K.W.
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CABAC
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Re: Drei Männer in Mexiko (Baja California)

Beitragvon CABAC » 29. Mai 2017, 05:59

Danke an die "Drei Männer in Mexiko (Baja California)" für die fleißige Berichterstattung einschließlich Fragenbeantwortung.

Mach(t) es gut

CABAC
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Hardy_whv
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Re: Drei Männer in Mexiko (Baja California)

Beitragvon Hardy_whv » 1. Juni 2017, 23:02

Hallo, virtuell Mitreisende!


Zurück von der JHV und wieder im Arbeitsalltag angelangt, ist es Zeit für die Fortsetzung des Reiseberichts.

Eine schon bekannte Strecke nochmal zu befahren, kennen wir ja schon vom Vortag. Auch heute befahren wir wieder bekanntes Terrain, natürlich mit ein paar Abstechern nach rechts und links. Ups, beim genaueren Hinsehen stelle ich fest, dass die Abstecher alle nur nach rechts waren. Ich bitte aber, das nicht politisch zu werten. Am 13. Tag der Reise (02.04.2017) geht es also von San Ignacio zurück nach Guerrero Negro:

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Etwa 2 km nördlich von El Porvenir geht eine Straße nach Norden ab und führt zur Sierra San Francisco. Nach etwa 5 km legen wir den ersten Halt ein. Dort finden wir Ferocactus peninsulae in Blüte vor:

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Wir finden dort auch einen cristaten Echinocereus brandegeei:

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Da dieses Insekt nicht stillhalten wollte, konnte ich leider nur einen nicht ganz scharfen Schnappschuss machen:

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Eine „Tarantula Hawk Wasp“, vermutlich Pepsis formosa (Syn. P. grossa). Sie jagt Taranteln, um darauf ihre Eier abzulegen (nachdem sie die gelähmte Tarantel in eine Höhle geschleppt hat). Genauer: Je erbeutete Tarantel ein Ei! Die ausgewachsenen Tiere ernähren sich von Nektar und Früchten. Wichtig zu wissen: Der Stich dieses Insekts ist das schmerzhafteste, was es im Insektenbereich so gibt! Auf dem Schmidt Sting Pain Index, quasi der Richter-Skala für Insektenstiche, wird der Stich mit 4,0 bewertet. Beschreibung: „Heftig, blendend, furchtbar elektrisch. Als ob jemand einen laufenden Haartrockner in dein Schaumbad fallen lässt.“ Aber man stirbt nicht dran.

Wir haben Glück, einen (einzigen) Stenocereus gummosus blühend anzutreffen:

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Natürlich gibt es auch hier wieder Mammillaria dioica:

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Dieser 1,5 m hohe Ferocactus peninsulae

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… hat 10 cm lange Mitteldornen:

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Wir geben uns schon seit Reisebeginn alle Mühe, caudiciforme Vertreter der Cucurbitaceae zu finden, und am 13. Tage endlich gelingt es:

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Eine Ibervillea sonorae. Sie sieht etwas mitgenommen aus, vermutlich wurde das Laub von Vieh verbissen. Ich sage immer, wo ein Exemplar einer Art steht, da stehen auch zehn. Aber es sollte uns nicht gelingen, weitere Exemplare zu finden. Auch für den gesamten Rest der Reise sollten wir keine weiteren Ibervilleas finden. Dann erfreue ich mich erstmal daran, dass ich in diesem Jahr Ibervillea lindheimeri ausgesät habe:

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Hier treffen wir auch wieder auf Mammillaria brandegeei, vergesellschaftet mit Echinocereus brandegeei:

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Ein Blick in die Sierra San Francisco, Blickrichtung Nordwest:

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Inzwischen haben wir uns 21 km von der MEX 1 entfernt und treffen dort auf diese Ferocactus-Cristate:

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Und schöne Ferocactus rectispinus, jung …

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… und älter:

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Sie schaffen es hier auf nur etwa 12 cm Dornenlänge.

Agave cerulata:

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Und Landschaft (ohne Feros):

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Und mit Feros:

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Sehr ornamental sieht immer Myrtillocactus cochal aus, den wir hier auch in Blüte vorfinden:

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Dieser Anblick trieb Manfred die Tränen in die Augen …

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Das war mal eine kapitale Ferocactus-Cristate. Sie wird wohl einen natürlichen Todes gestorben sein. Thomas schaut sich das lieber aus der Ferne an:

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Idria columnaris:

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Die Äste brechen wohl regelmäßig ab und ergeben dann dieses Muster auf den Stämmen:

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Und mal was ganz anderes, eine Hesperoyucca:

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Ein interessanter Anblick sind die Früchte dieses Strauchs:

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Ebenopsis confinis, im Volksmund „Dog Poop Bush“. Ich vermute, das brauche ich nicht zu übersetzen ;-)

Nach etwa 25 km endet der asphaltierte Bereich der Straße. Wir fahren noch etwas weiter, drehen dann aber um. Das Auto sieht auf jeden Fall nach harter Arbeit aus:

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Ob diese Tillandsia recurvata freundlich gefragt hat, ob sie sich hier so massiv niederlassen darf?

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Beim Anblick dieser blühenden Ferocactus peninsulae blüht Manfred gleich (mit) auf:

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Auf der Zielgeraden biegen wir etwa 24 km vor Guerrero Negro nochmal rechts ab, gen. Benito Juarez. Dort müssten Ferocactus fordii subsp. fordii zu finden sein. Ja, sind sie:

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Einen treffen wir sogar blühend an:

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Und damit will ich den Tag beschließen. Ich habe sicher einiges unterschlagen, z. B. Echinocereus engelmanii, oder gar Cylindropuntia, aber meine Schaffenskraft für den heutigen Tag ist aufgebraucht.

Wir übernachten wieder im „Los Caracoles“ und speisen im „Malarrimo“ (Gäste werden toleriert).


Gute Nacht!

Hardy 8-)
Zuletzt geändert von Hardy_whv am 2. Juni 2017, 11:02, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Drei Männer in Mexiko (Baja California)

Beitragvon CABAC » 2. Juni 2017, 05:32

Hallo Hardy,

danke für die wieder sehr interessante und toll bebilderte Fortsetzung von "Drei Männer in Mexiko (Baja California)".

Mach(t) es gut

CABAC
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Re: Drei Männer in Mexiko (Baja California)

Beitragvon Manfredo » 3. Juni 2017, 00:34

Hallo zusammen,

und hier wieder Ergänzungen von meiner Seite ... .

Da kommen wir her ...
IMG_5484.jpg
... und da wollen wir hin.
IMG_5483.jpg
2006 war hier noch Schotterpiste.

Des Tierfreundes Freud' ...
IMG_7343.jpg
... ist wohl eher des Kakteenfreundes Leid!

Dieser Anblick trieb Manfred die Tränen in die Augen …

IMG_7344.jpg

Oh, wie wahr! Die Überreste des wohl bekanntesten Feros der Baja!
BC2006-0894_IMG_0895.jpg
Ferocactus rectispinus-Cristate (Bild aus 2006)

Ebenso habe ich hier ein paar andere "ehrwürdige Bekannte" vermisst.
Verschwunden ...
BC2006-0809_IMG_0809.jpg
... nicht wieder zu finden
BC2006-944-a.jpg
... und es gab noch ein paar andere.

Wo 2006 noch fast überall ein freier Zutritt ins Gelände war, sieht es jetzt vielerorts leider so aus (damit meine ich jetzt nicht den netten, jungen Mann!):
IMG_5480.jpg
... aber keine Angst, wir haben den Thomas wieder mitgenommen! ;)
IMG_5481.jpg

Es war interessant zu sehen, dass es oft zwei Arten einer Gattung direkt nebeneinander gab:
IMG_5528-a.jpg
Echinocer. engelmannii (links unten) und Echinocer. brandegeei (rechts oben) - oder

IMG_5542-a.jpg
Feroc. rectispinus und Feroc. peninsulae, aber auch Mammill. brandegeei und dioica.

Am Umkehrpunkt unserers Trips in die Sierra San Francisco
IMG_5555.jpg

Es ist nicht das, wonach es hier vielleicht aussieht! ;)
IMG_5560-a.jpg

... rote Opuntien ...
IMG_5568-a.jpg

... und Hesperoyucca mit Fruchtstand
IMG_5575-a.jpg

Ein Kakteenfreund ...
IMG_5591-a.jpg
... mit Echinocer. engelmannii
IMG_5598-a.jpg


Nach ein paar Habitats-Übersichten ...
IMG_5653.jpg

IMG_5703.jpg

... gehts zum Tagesabschluß noch ins „Malarrimo“.
IMG_7366-a.jpg
Ihr wißt schon, die Sache mit der Tolerierung ;) - aber die Kellner wurden so laaaangsam lockerer ... .

Viele Grüße
Manfredo
Zuletzt geändert von Manfredo am 3. Juni 2017, 07:49, insgesamt 2-mal geändert.

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Thomas Brand
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Re: Drei Männer in Mexiko (Baja California)

Beitragvon Thomas Brand » 3. Juni 2017, 07:34

Moin zusammen,

dann ergänze ich noch ein paar Kleinigkeiten:

Abschied am Morgen von San Ignacio.
20170402_092442.jpg

Es gibt sie schon noch, die großen Pflanzen – in 20 bis 30 Jahren sind die auch riesig, so wie die „alten Bekannten“ von Manfredo. Da fahren wir dann einfach nochmal hin :D
Ein Ferocactus peninsulae mit beginnender Verbänderung im Scheitel (also rechts auf dem Bild ;))
20170402_101802.jpg

Echinocereus engelmannii.
20170402_133400.jpg

So entstand das Bild der Mammillaria dioica in Hardys Beitrag.
DSC_1993.JPG

Bunte Häuser.
20170402_170452.jpg

Korrektur: Wir haben zwei blühende Stenocactus gummosus gefunden! Einer mit rosa überhauchten Blüten.
DSC_1999.JPG

Blick zurück aus der Sierra de San Francisco in die Ebene.
DSC_2003.JPG

Feros mit Aussicht.
DSC_2015.JPG

beste Grüße
Thomas

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Re: Drei Männer in Mexiko (Baja California)

Beitragvon Pantalaimon » 3. Juni 2017, 10:37

Hallo,

interessant zu sehen, wie sich manches verändert. Die Straße auf dem vorletzten Foto war 2009 noch ungeteert - und eine ziemlich üble Ansammlung tiefer Schlaglöcher, vor allem wenn man weiter zur Ortschaft hoch fuhr. Damals hatten sie gerade angefangen, die Straße zu teeren, waren aber zum Zeitpunkt unseres Besuchs noch unten in der Ebene.
Übrigens seid Ihr Schuld daran, dass meine Frau gerade ernsthaft davon schwärmt, nächstes Jahr auch mal wieder auf die Baja zu fliegen. (Btw.: Darf ich fragen, was der Flug zur Isla Cedros gekostet hat?)

Viele Grüße!
Chris

Manfredo
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Re: Drei Männer in Mexiko (Baja California)

Beitragvon Manfredo » 3. Juni 2017, 11:24

Hallo Chris,
Darf ich fragen, was der Flug zur Isla Cedros gekostet hat?

einen knappen "Hunni" (~98 Euro) pro Nase - plus Zusatzgepäck ;) !.

Viele Grüße
Manfredo

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Hardy_whv
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Re: Drei Männer in Mexiko (Baja California)

Beitragvon Hardy_whv » 3. Juni 2017, 12:45

Pantalaimon hat geschrieben:Übrigens seid Ihr Schuld daran, dass meine Frau gerade ernsthaft davon schwärmt, nächstes Jahr auch mal wieder auf die Baja zu fliegen.


Mit dieser "Schuld" leben wir doch gerne ;) ... Ich verbuche das mal als gute Tat des Monats.


Gruß,

Hardy 8-)

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Re: Drei Männer in Mexiko (Baja California)

Beitragvon Pantalaimon » 3. Juni 2017, 21:05

Servus,

danke für die Info, Manfredo. Die Isla Cedros würde uns nämlich auch mal interessieren.

Ich verbuche das mal als gute Tat des Monats.

Jep - und nicht unwillkommen, denn ich hatte schon befürchtet, nach diesem auch nächstes Jahr ohne eine Kakteenreise auskommen zu müssen. (Wobei das jammern auf hohem Niveau gewesen wäre, denn 2016 hatten wir gleich 2 ... und Australien im März war auch toll *duckundweg*)

Viele Grüße!
Chris

Manfredo
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Re: Drei Männer in Mexiko (Baja California)

Beitragvon Manfredo » 3. Juni 2017, 22:36

Hallo Chris,

nur damit keine falschen Erwartungen geweckt werden: wie von Hardy geschrieben, ist Cedros nur sehr wenig touristisch erschlossen. Das sollte man schon wissen!

Viele Grüße
Manfredo

Pantalaimon
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Re: Drei Männer in Mexiko (Baja California)

Beitragvon Pantalaimon » 4. Juni 2017, 21:22

Hallo,

ja, haben wir gelesen, würde uns aber nicht stören. Wir sind eh oft mit dem Zelt unterwegs und versorgen uns (bzgl. Essen/Trinken) meist selbst. Aber nur, dass hier nicht der Eindruck aufkommt: Wir haben nicht vor, Eure Reise 1:1 zu kopieren. Weiß aber eh nicht, ob es am Ende wirklich was wird mit unserer "Baja-Idee". Da müssten wir erstmal zum richtigen Zeitpunkt beide Urlaub kriegen ... und dann läuft in dieser Zeit eigentlich auch die Organisation unserer münchner Börse ... aber mei, man darf ja mal ein bissl träumen, und vielleicht klappts am Ende dann doch.

Viele Grüße!
Chris


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