ARG'16

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Re: ARG'16

Beitragvon CABAC » 10. Februar 2017, 07:05

Hallo guiterrezii,
das mit den Eseln scheint zustimmen. Davon gibt es in Argentinien (Südamerika)

esel.jpg

genug.

Und Walter Rausch hat mir mal erzählt, dass er sogar ein Drahtesel unterwegs gewesen ist.

Aber sonst widerspreche ich dir. Bestimmte Typusorte von begehrten Arten ala Yavia und ins besondere die,die neben Straßen liegen, sind geplündert. Da tut es richtig gut zu wissen, dass es nur einen Steinwurf davon entfernt Plätze gibt, an denen diese Kaktee noch sehr häufig (80 Pflanzen auf 1m²) vorkommt.

Und Feldläufer ist nicht gleich Feldläufer, es gibt welche, die haken Fundorte ab und es gibt welche die untersuchen Fundorte, regelmäßig und immer wieder. Möglichst von Reise zu Reise nicht im gleichen Monat.


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Re: ARG'16

Beitragvon gymnofan » 10. Februar 2017, 09:31

Hallo
Walter Rauschs Fortbewegungsmittel aufzuzählen ist eine ganze Liste:
angefangen vom Moped für die Strecke nach Amblayo Salta-Pferd und Muli in der Sierra de Ambato-LKW der alten Mine La meijcana zu G. ritterianum und sehr viele Wege zu Fuß

VG
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Re: ARG'16

Beitragvon CABAC » 15. März 2017, 07:32

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Map Fiambala

„Diese Karte ist ein Ausschnitt aus der Karte ‚world mapping project Argentinien’. © REISE KNOW-HOW Verlag Peter Rump GmbH.“
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Morgenstimmung am Wasserwerk von Fiambala


ARG’16 Tag 11

Ich hatte schon seit ewigen Zeiten das Bedürfnis ein Mal ohne Störung bis zum anderen Morgen durch zu schlafen. Konnte mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal erlebt hatte. Auf dem Lagerplatz neben dem Wasserwerk gelang es mir endlich mal wieder. Entsprechend gut erholt krabbele ich gegen 07:00 Uhr aus meinem kleinen Tunnelzelt. Die Tagesrutine ging flott und deshalb rollte der Duster schon um 08:30 auf die Straße in Richtung Palo Blanco.
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vor Palo Blanco

Die Agenda des Tages sah für den 11. Tag vor, dass wir nördlich von Fiambala uns die Kakteenvorkommen anschauen wollten. Sofern die Wegeverhältnisse es zuließen wollten wir eine Rundkurs über die Orte Palo Blanco, Antinaco, La Cienaga, Mesada de Zarate, Punta de Aqua fahren wollten. Anschließend dann noch über Medanitos aus einen Abstecher nach Taton machen wollten. Dafür wollten wir uns einen ganzen Tag Zeit nehmen und hatten deshalb in Erwägung gezogen, abends am Wasserwerk wieder unser Lager einzurichten. Am Ortseingang von Palo Blanco begrüßte uns auf einem Sockel eine indianische Spinnerin.
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Monument vor Palo Blanco
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modernes Palo blanco
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Kapelle mit Krippe

Der Ort selber gab sich an diesem Sonntagmorgen ziemlich verschlafen. Der erste Fundort lag in der Nähe des Campingplatzes, der zweite beim Wasserspeicher. Beide bestanden eigentlich nur aus zwei Arten: Gymnocalycium schmidianum und Tephrocactus alexanderi. Ein schöner unberührter Fundort mit vielen großen Gymnocalycium. Der Tephrocactus alexanderi war auf Grund seiner extrem dichten und variablen Bedornung für mich die interessantere Kaktee.
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Fundort östlich Palo Blanco
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Tephrocactus alexanderi
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Gymnocalycium schmidianum
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Bonsai


Erst nach einer guten Stunde ging es weiter. Bei Antinaco mussten wir etwas suchen, denn wie vorher im flachen Gelände fanden wir nur Tephrocactus alexanderi. Erst in einer Hügelkette wurde unsere Ausdauer belohnt. Neben dem Gymnocalycium schmidianum, Tephrocactus weberi und Echinopsis leucantha.

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Gymnocalycium schmidianum

So blieb es auch bei den Fundorten auf dem Weg nach La Cienaga. Erst bei Mesada de Zarate gesellte sich auch noch Lobivia haematantha dazu.
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bei Mesada de Zarate
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Lobivia haematantha

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"Mama Hilfe! Da sind so komische Gringos!"

Unsere Mittagspause machten wir bei einem schattigen Platz an der Plaza von Mesada de Zarate.
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almuerzo

Danach ging es über Punta de Aqua zurück in Richtung Palo Blanco. Dort vervollständigten wir In einem kleinen Laden (Dispensa) unsere Vorräte.
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Dispensa von Palo Blanco
Der mehrfach behinderte Besitzer machte mit uns wohl das Geschäft des Tages. Er ließ uns seine Tomaten probieren und schenkte uns beim Verlassen der Dispensa zwei Apfelsinen. Gut gelaunt fuhren wir in Richtung Medanitos und bogen dort von der Hauptstraße in Richtung Taton ab.

Der weiße Sand bestimmte fortan die Landschaft. Dünen über Dünen. Und dem weißen Sand begegneten wir später auch noch ganz weit und tief in der Schlucht von Taton. Vor Medanitos sahen wir in den Dünen eine große Anzahl blühende Tephrocactus alexanderi. Die mussten unbedingt fotografiert werden. Wir stoppten also und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Denn offensichtlich kamen die T. alexanderi mit dem puren Quarzsand sehr gut zurecht, so gut, dass sogar Einzelglieder Knospen bilden oder schon vorher gebildete zum Blühen bringen konnten.
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Tephrocactus alexanderi
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Tephrocactus alexanderi
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Tephrocactus alexanderi


Eine plötzliche Böe mit augenblicklich folgenden Sandsturm zwang uns fast fluchtartig den Ort zu verlassen. Die Auswirkungen sollten uns die nächsten 10 Km beschäftigen. Wir hatten vor zwei Jahren schon erlebt, wie sich schlagartig die Sicht verschlechterte. An diesem Tage hatte ich das Gefühl, dass unser Duster sandgestrahlt werden sollte.
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Sandsturm
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Sandsturm


Die Sicht wurde erst besser, als der Fahrweg nach Taton eine enge Schlucht führte.
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Taton
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Taton
Der Sand war aber immer noch allgegenwärtig. Der Verlauf der Stecke bis Taton war sehr abwechslungsreich und malerisch. Dort wo genügend Wasser zur Verfügung stand, gab es üppige Vegetation. Offensichtlich mussten die Verhältnisse gut für den Obst-und Weinanbau sein. Davon zeugten die vielen kunstvoll angelegten Terrassen. Wir fuhren ca. 28 km tief in das Tal hinein und dann ging es zu Fuß in einer Seitenschlucht in nördliche Richtung weiter. Aber wir brauchten nicht lange gehen, bis wir auf die ersten Kakteen trafen: Gymnocalycium schmidianum, Tephrocactus alexanderi, Tephrocactus weberii und Echinopsis leucantha. Sie bevölkerten in großer Anzahl die felsigen Hänge in diesem Teil der Schlucht.
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Tephrocactus alexanderi
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Tephrocactus alexanderi
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Gymnocalycium schmidianum
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Gymnocalycium schmidianum
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Gymnocalycium schmidianum
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Tephrocactus weberi


Mein Reisebegleiter wollte unbedingt noch einen Fundort besichtigen, für den er eine Fremdkoordinate hatte. Wir fuhren also noch ca. 3 km tiefer in die Schlucht hinein. Auf dem Weg dorthin sahen wir immer wieder Stellen die gleichen Kakteengattungen. So war es auch an bei der Zielkoordinate. Bemerkenswert war für uns, dass Gymnocalycium schmidianum und Echinopsis leucantha immer gleich aussahen, aber die Tephrocactus alexanderi und Tephrocactus weberi sehr variabel in der Farbe der Dornen auftraten. Von weiß, gelb, braun, grau, bis schwarz waren alle Dornenfarben vertreten. Wie schon oft auf unseren Reisen vergaßen wir an diesem Platz die Zeit. Erst als die Schatten der Felsen ziemlich lang wurden, machten wir uns auf den Rückmarsch nach Fiambala. Von dort aus dann auch zügig auch in Richtung Tinogasta.

Der Tankvorgang in Tinogasta wurde zur Geduldsprobe. Sehr lange Schlangen drängelten sich vor dem Tanksäulen. Es dauerte fast eine Stunde bis wir uns auf den Weg in Cuesta de Zapata machen konnten. Schon an der Tankstelle bemerkten wir, dass im Osten dicke schwarze Wolken den Himmel verdunkelten. Die Zeltplatzsuche war an diesem Tag leicht, da das Gelände offen und eben war. Das Camp war gerade eingerichtet, als ein Starkregen einsetzte. Und zwar in einer mir bisher unbekannten Quantität.
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Wolkenbruch
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Wolkenbruch
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nach dem Wolkenbruch


Ein beweglicher Wasserfall mit einer Breite von einem Kilometer. Nach einer ¼ Stunde, kam ich auf die Idee, dass diese große Menge Wasser nicht nutzlos vom Himmel fallen sollte. Ich beschloss, mich bis auf die Unterhose auszuziehen und den Regen für eine Körperreinigung zu nutzen. Gedacht und auch ausgeführt. Als ich gerade fertig war, hörte der Regen auch schlag artig auf. So schlagartig wie der Regen aufhörte so schnell erschien auch wieder die Sonne. Dann dampfte für kurze Zeit die ganze Umgebung und kurz darauf erinnerten nur noch ein paar Pfützen daran, dass hier ein Wolkenbruch nieder gekommen war. Unsere Zelte hatten übrigens das Unwetter unbeschadet überstanden. Beide waren innen trocken geblieben. Der Rest des Tages war dann normale und sehr entspannte Reise-Routine. Hauptgesprächspunkt war die für den nächsten Tag beabsichtigte Fahrt in und durch die Sierra de Zapata. 2014 hatten wir vergeblich von Belem aus versucht, die gleichnamige Cuesta zu passieren. Aber damals war der Fahrweg durch die massiven Regenfälle teilweise weggespült werden. Die Google-earth-Bilder von der Cuesta de Zapata auf meinem Notebook sind aktuell und zeigen auf der gesamten Länge einen intakten Zustand. Wir beschlossen es auf jeden Fall zu versuchen.

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Re: ARG'16

Beitragvon nobby » 16. März 2017, 06:12

Ja, der Norden von Fiambala ist wirklich einen Besuch wert.

Bei mir erzeugen solche Bilder aber auch immer ein gewisses Kribbeln.
Ich würde am liebsten in den Flieger steigen und......

Ich hoffe, dasss es bis zum Ende Deines Reiseberichtes noch öfter kribbelt.

Danke und herzliche Grüße
Nobby

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Re: ARG'16

Beitragvon CABAC » 16. März 2017, 06:31

Hallo Norbert,
danke für deine Antwort.

Ich glaube, du brauchst nicht wieder so lange auf eine Fortsetzung von ARG'16 warten. Im Augenblick geht es ganz flott. Die Gedanken sind da, jetzt müssen sie nur getippt werden.

Ansonsten stimme ich dir zu, der Bereich nördlich von Fiambala ist super interessant. Möchte da unbedingt noch mal hin. Und dann mit einem richtigen 4WD, denn die Wege nördlich von Palo Blanco waren für unseren Duster kaum zu bewältigen.

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Re: ARG'16

Beitragvon Robby » 19. März 2017, 13:08

Hallo CABAC,

wie Du ja bereits geschrieben hast, sind wir jetzt in einer Gegend, wo sich unsere Wege überkreuzen. Ich finde das besonders spannend, da hierdurch jede Menge an Erinnerungen hochkommen.

Bewunderswert, dass ihr diese Runde durchgezogen habt. Vor dem vielen Sand in der Gegend hatten wir mächtig Respekt. Nur zu gut erinnere ich mich daran, wie wir vor langer Zeit einen alten Daimler in der Sahara freischaufeln mussten. In Medanitos wäre es beinahe wieder geschehen - ebenfalls mitten in einem Sandsturm. Und im Norden haben wir nördlich von Punta del Aqua wegen des Sandes aufgegeben.

Deine Aufnahmen begeistern erneut. Die Tephros mit der wilden Bedornung in Blüte und (für mich) besonders interessant die Formenvielfalt der Gymnos. Ein guter Artikel zu diesen erschien in der SCHÜTZIANA 6(2015)1 unter Mitwirkung Deines Reisebegleiters, aber den kennst Du ja sicherlich bereits.
Spektakulär ist euer Lobivienfund. Könnte vom Sto. her die von RAUSCH beschriebene var. jasimanensis sein. Jedenfalls gibt es bislang so gut wie keine Infos über diese südwestlichste Ausbreitung der haematantha Populationen. Schön, dass Du uns ein blühendes Exemplar präsentieren konntest.

Gespannt bin ich auf den Bericht zur Cuesta de Zapata. Wir sind diese ein Stück weit von Belen her gefahren. Allerdings gab es da überdimensionierte Warnschilder, dass eine Durchfahrt derzeit nicht möglich sei...

LG Robert

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Re: ARG'16

Beitragvon Jiri Kolarik » 19. März 2017, 14:42

Hallo an alle...

Ja, Herbert...man braucht eben Allradantrieb...um von Palo Blanco Richtung Antofagasta de la Sierra zu kommen, aber - nicht mal unser NISSAN Patrol (4,8 Hubraum) hat die Höhen über 4000m und Bimsfelder hinter Las Papas geschafft! Man sollte esben den umgekehrten Weg nehmen - da es Berg ab ist... Aber - es war auch so eine tolle Fahrt, besonders für G.schmidianum asperum war es wert! So hatten wir den Standort von M.Meregali besucht, und ein Tag danach konnten wir auch ganz wo anders "eigene Lokalität" finden...

Casa de Aleman - La Mesada de Zarate, bzw. dahinter...
G.schmidianum asperum (MM) -

die grösste gefundene Pflanze, um 2600m
DSC_4654a.jpg


...nur Knospen...

DSC_4647a.jpg


...ja, nun am nächsten Tag so 20 mal über die Flüsse...nach Las Papas...

DSC_4694a.jpg


und dann oberhalb von Las Papas...

DSC_4706a.jpg


...und eine Blüte...

DSC_4734a.jpg


...eine unglaubliche Landschaft...um 4000m...nur ein Bimsfeld...und noch so 500m und unser Nissan Patrol wollte nicht mehr...

DSC_4798a.jpg

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Re: ARG'16

Beitragvon CABAC » 21. März 2017, 06:00

Hallo zusammen,

ich bedanke mich für die Rückmeldungen.

Tja und wie es geht weiter?

Wartet es ab und wenn das momentane Wetter mich weiterhin von meinen Freiluftaktivitäten abhält, gibt' es ARG'16 T 12 vielleicht schon am Ende dieser Woche.

Robby es freut mich dass ich dir mit unserem Lobivienfund auch mal etwas Außergewöhnliches bieten kann.

Ja und was Gymnocalycium schmidianum als gute neue Art betrifft, so habe ich da so meine eigenen Gedanken. Man muss nur mal betrachten wer an der Enddeckung beteiligt war. Einer der Entdecker darf sich auch nach seinem Ableben dafür rühmen, dass er viele unnötige Namen bei der Gattung Gymnocalycium geschaffen hat. Im Großraum Fiambala billige ich allenfalls den isolierten Vorkommen von Taton den Rang einer Forma zu.


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Re: ARG'16

Beitragvon gymnofan » 21. März 2017, 08:48

Hallo CABAC

also diese Pflanzengruppe hat eine lange Historie in der Namensgebung bereits nach sich gezogen:
begonnen von Fechser mit G. hybopleurum, dann Backeberg mit G. pugionacanthum, dann Till, der sie als eine Form von G. hossei ansah, später auch mal als südlichste Form von G. spegazzinii benannt, dann endlich mit der Provinz Catamarca als Namensgeber unter G. catamarcense geführt, kurz danach als G. schmidianum und momentan als G. catamarcense ssp. schmidianum geführt;
also ein schönes langes Namensregister
VG
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Re: ARG'16

Beitragvon CABAC » 25. März 2017, 19:09

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Gymnocalycium catamarcense

MAP_Belem_Santa_Maria.jpg
„Diese Karte ist ein Ausschnitt aus der Karte ‚world mapping project Argentinien’. © REISE KNOW-HOW Verlag Peter Rump GmbH.“

ARG’16 Tag 12

Ich wurde schon um kurz nach 05:30 nach einer fast ungestörten Nachtruhe wach. Auch vom Nachbarzelt kamen Lebenszeichen. Schuld daran war die hohe Luftfeuchtigkeit, die unsere Zelte, Schlafsäcke und Isomatten klamm und unangenehm gemacht hatte. Bevor die nicht getrocknet waren, konnten wir unser Tagesprogramm nicht anfangen.
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Unsere Abfahrt verzögerte sich also um eine gute Stunde. Das Frühstück dauerte also etwas länger. Unsere Agenda sah vor, dass wir zunächst ein paar Fundorte von Tomas Kulhanek untersuchen wollten. Auf der knapp 5 km langen Anfahrt bis zum TOM-FO bekamen wir schon mal einen Eindruck davon, was die Niederschläge mit den Wegen angerichtet hatten.
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Dort wo sich das Wasser seine Wege im Gelände gesucht hatte, stand es noch in tiefen Pfützen und so bekam der Duster zahlreiche außerplanmäßigen Unterbodenwäschen. Dann kam die erste Hügelkette in Sicht, damit dann auch der erste Fundort des Tages.
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Die dort vorgefundenen Kakteen, wie Echinopsis leucantha , Gymnocalycium schmidianum, Opuntia sulphurea und Tephrocactus articulatus waren keine Überraschung.
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Gymnocalycium schmidianum
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Gymnocalycium schmidianum



Weiter ging es, nach 4 km auf denkbar schlechten Straßenverhältnissen, kam uns VW Amarok entgegen. Der Fahrer gab uns das Zeichen, dass er uns etwas mitzuteilen hätte. Auf die Frage wohin wir wollten, antwortete er uns, dass die Strecke durch Cuesta de Zapata nicht passierbar wäre. Ludwig, der dieses Teilstück schon mal mit Massimo Merigalli befahren hatte, wollte trotzdem weiter. Ich tat ihm den Gefallen aber nur noch weitere 2 km und dann kamen wir an eine Stelle wo wir auf ein Loch trafen in dem wir den Duster mühelos versenkt hätte können. Wir drehten also um. Kurz vor Tinogasta, dort wo der Müll abgeladen wurde, wurden wir wieder mit den Wassermengen des Vortage konfrontiert. Vor den Durchfahrten standen zu beiden Seiten Müllwagen und die Besatzungen schauten zu, wie sich ein Wagen durch das Schlammwasser wühlte. Schöne Aussichten, die unser Tagesziel Santa Maria in weite Ferne rücken ließ. Da mir der Zustand seines Schuhwerkes bekannt war, konnte ich die Frage “Ludwig, wie gut bist du heute im Schieben?“nicht verkneifen. „Probier mal mit Anlauf durch zukommen, zur Not ziehen uns die Müll-LKW raus!“ war der Kommentar meines Navigators. So machten wir es dann auch, aber nicht ein Mal, sondern noch weitere drei Mal. Hatte zwar jedes Mal ein mulmiges Gefühl. Aber unser Duster wühlte sich richtig durch und so blieben wir die Sieger in der Schlammschlacht.
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In Tinogasta wurde dann die Agenda des Tages neu überdacht. Als Alternative bot sich an, dass wir die Routa 40 bei El Eje verlassen wollten und dann ein großes Stück in Richtung Antofagsta de la Sierra fahren wollten oder wenn möglich, bis dort fahren. Unsere Zwischenstopps auf dem Weg nach Norden erbrachten aber keine neuen Erkenntnisse, denn die Fundorte hatten immer die gleiche Zusammensetzung: Acanthocalycium glaucum, Gymnocalycium schmidianum, Opuntia sulphurea und Tephrocactus articulatus.
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Gymnocalycium catamarcense
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Gymnocalycium catamarcense
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Acanthocalycium glaucum


Nach gut 3 Stunden und 200 km Fahrt bogen wir bei El Eje von der Routa 40 ab. Es wurde ein spannender Nachmittag, denn das Teilstück kannten wir beide nicht. Aber wir kamen nicht so recht voran, denn die gut ausgebaute Teerstraße war ab Villa Vil nur noch Baustelle. Interessant war für mich mal wieder sich die Landschaft veränderte.

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Unten ganz normal und je weiter wir an Höhe gewannen umso mehr verwandelte der weiße Sand die Landschaft. Wir bekamen grandiose Landschaften zusehen.

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Und in der Cuesta de Randolfo war dann endgültig Schluss. Erst malig auf einer gemeinsamen Reise mussten wir zum 2. Mal an einem Reisetag umkehren. Nach dem wir auf dem Hinweg nur sporadisch ausgestiegen sind, kam auf dem Rückweg zu häufigen Stopps. Am Ende musste mein Reisebegleiter wieder ein Mal zugeben, dass Rückwärtssuche Sinn machte. Als erstes waren es ein paar große Soerensia korethroides und riesige Cumulopunita bolivianapolster die mich anhalten ließ.
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Soerensia korethroides
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Leider ziemlich in einer steilen Felswand hoch über der Straße. Doch das hielt meinem Ludwig nicht davon ab ruck zuck in die Wand zusteigen. Aus seinen Jubelrufen schloss ich, dass er bei der Samenernte erfolgreich war. Wenig später ließ mich eine knallrote Blüte auf die Bremse zu treten.
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Tephrocactus weberi
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Tephrocactus weberi

Schon 2014 hatte ich die große Freude einen rotblühenden Tephrocactus weberii südlich von Chachi zu entdecken. Als Draufgabe trafen wir dann noch sehr kräftig bedornte Gymnocalycium catarmarcense an.
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Es war schon 17:30 als wir die Kreuzung bei El Eje erreichten.

Wir beschlossen nun bis auf zwei oder drei Unterbrechung wo Gymnocalycium catarmarcense in Gymnocalycium spegazzinii und bei Punta de Balasto bis Santa Maria durchzufahren.
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So machten wir es dann auch und erreichten die Stadt aber erst bei Dunkelheit.
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Zur Übernachtung wollten wir –wie 2014 - wieder das kleine Hostal Amancay an der Plaza anfahren. Wir hatten Glück direkt vor dem Haus war in Parkplatz frei. Beim Betreten der Eingangshalle kam uns der Hotelmanager entgegen. Er konnte sich noch an uns beide erinnern und wusste noch ziemlich genau, wer wir waren. Hektor war sichtlich erfreut, dass wir wieder in seinem Hotel übernachten wollten. Nach den sehr oberflächigen Anmeldeformalitäten, lud er uns in seine Cafeteria auf ein Getränk ein. Da die Restaurants erst nach 21:00 Uhr aufmachten, hatten wir genügend Zeit zum Abwickeln unserer Tagesrutine, Duschen und dem Waschen unserer Bekleidung. Kurz nach 21:00 Uhr machten wir uns auf. Erst eine gemächliche Runde um die Plaza und danach zu unserem Stammlokal. Erst auf eine Runde Quillmes außerhalb und später zum Essen im Restaurant. Beide fanden wir die Unterbrechung der Tomatenbrotdiät nach Dr. B. sehr gut und haben die Empenadas und dann die Steaks richtig genossen.


Die auch noch dadurch einen krönenden Abschluss fanden, dass die Weinkarte des eher einfachen Restaurants einen Malbec, Jahrgang 2011 aus meinem neuen argentinischen Lieblingsweinanbaugebiet Lujan de Cuyo.
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Entsprechend zufrieden und gut gelaunt gingen wir erst weit nach Mitternacht in unser Hotel zurück.
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