Sukkulentenpfropfungen Teil 2

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CABAC
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Sukkulentenpfropfungen Teil 2

Beitragvon CABAC » 10. März 2009, 09:33

Hallo zusammen,
im Teil 2 der Sukkulentenpfropfungen möchte ich das Pfropfen von Euphorbien vorstellen. Hier bei handelt es sich ausschließlich um die als sehr kompliziert und empfindliche bekannten Formen aus Ostafrika bzw. Somalia oder Madagaskar. Während ich die Pfropfungen bei den Pseudolithos auch schon dazu übergegangen bin, diese Pfropfungen zu betreiben, um mehr blühfähige Mutterpflanzen für die Samenerzeugung zubekommen, pfropfe ich diese Euphorbien um sie zuerhalten. Bevor ich zum Beispiel akzeptieren muss, dass Sämlinge von Euphorbia turbinicarpus und Co. schon im Frühstadium das Zeitliche segnen, werden sie vorsorglich gepfropft. Mit Ausnahme von Euphorbia gymnocalycioides ist mir die Vermehrung, von den hier beschriebenen Arten, über in der eigenen Sammlung erzeugten Samen noch nicht gelungen. Deshalb werden bei mir Euphorbia turbiniformis und piscidermis über die zahlreichen Sprossen gepfropfter Pflanzen vermehrt.

Während die Pseudolithospfropfungen von mir als recht unkompliziert eingestuft werden und zu 100 % Anwachsraten führen, sind die Pfropfungen von Euphorbien etwas komplizierter und aufwändiger. Ich habe schon häufiger diese Pfropfungen durchgeführt und komme selbst bei optimaler Vorbereitung und günstigsten Bedingungen nur auf Anwachsraten von 75%.

Euphorbienpfropfungen sind nicht nur schwieriger, sie können auch gefährlich für den Pfropfer sein!
Um zu vermeiden, dass jemand anschließend zu Schaden kommt, muss ich sehr eindringlich darauf hinweisen,

- dass der Milchsaft an den Pfropfungen beteiligten Euphorbien giftig ist. Gerät der Saft der Unterlage oder des Pfröpflinges in ungeschützte Wunden kann es zu einer üblen Entzündung kommen. Mein linker Mittelfinger schwoll nach einer Pfropfung und dem Kontakt mit dem Milchsaft von E.obesa um das dreifache an und die Fingerkuppe ist nach drei Jahren immer noch ohne Gefühl.

Noch gefährlicher ist es, wenn der Saft in die Augen gerät. Neben ganz üblen starken Schmerzen kann auch die Sehfähigkeit leiden bzw. gefährdet werden.

Siehe auch bei Franz Vinzentz http://www.euphorbia.de und hier der Absatz Giftigkeit.

- dass es deshalb unbedingt dazu gehört, sich bei Euphorbienpfropfungen mit Schutzbrille und Gummihandschuhen zuschützen. Diese nicht nur bereitlegen, sondern auch an legen!

Unterlagen: Die Literatur gibt hier folgende Spezies u.a. E. ingens, E. grandicornis oder E. trigona an. Nach meinen Erfahrungen und unter meinen Bedingungen haben sich außerdem E. resinifera, E. pseudoglobosa und E. obesa bestens bewährt. Letztere als sehr sichere Unterlage für Sämlinge. Außerdem bilden Obesapfropfungen keine Seitentriebe. Die Unterlagen sollten sehr gut bewurzelt sein und im Trieb stehen. Meine Unterlagen wachsen in der Sammlung. Sie fallen bei älteren Pfropfungen als lästige Seitentriebe an. Abgeschnitten und bewurzelt dienen sie mir dann als Unterlagen. Bei Euphorbia obesa brauche ich nur ab und zu durch die Sammlung gehen und die wilden Sämlinge einsammeln, eintopfen und bis zur Schnittreife kultivieren.

Vorbereitung und Gerät:Wie bei allen anderen Pfropfungen braucht man ein sehr scharfes Messer, Rasierklinge oder Skalpell, Industriealkohol (Isopropylalkohol) zum Reinigen und Desinfizieren der Klinge, Küchenkrepp zum Abtupfen des Milchsaftes, Befestigungsmaterial [ich habe die besten Erfahrungen mit Tesafilm> schnell unkompliziert und sicher]. Alle Maßnahmen sollten zügig und ohne Pausen oder Unterbrechungen erfolgen.

Anschließende Behandlung:Die frischen Pfropfungen werden warm gestellt. Im meinem Fall kommen sie in ein Terrarium und stehen dort bei 25°C und Kunstlicht Nach ca. 2- 3 Wochen kann man die Befestigung lösen. Sollte danach die Pfropfung nicht gelungen sein, hat man bei säuligen Unterlagen noch mal die Chance für einen erneuten Versuch.

Erfolgreiche Pfropfungen konnte ich bisher nur bei E. gymnocalycioides, E. piscidermis und E. turbiniformis machen. Seltsamer Weise scheiterten bisher alle Versuche bei E. abdelkuri und mosaica. Ich würde mich deshalb sehr freuen, wenn unter den Leser jemand ist, der mir mit Rat und Tat helfen kann.

In diesem Sinne allen einen schönen Tag

Euer CABAC[url][/url]
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Es gibt nur einen Grund, warum es sich lohnt alt zu werden: Die Verwirklichung der Kindheitsträume!

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Re: Sukkulentenpfropfungen Teil 2

Beitragvon CABAC » 11. Juli 2015, 05:47

Hallo zusammen,

auch die zweite Aussaat von Euphorbia piscidermis drohte einzugehen.

Da war guter Rat nicht teuer. Geeignete Unterlagen gibt es in meiner Sammlung reichlich. Es fehlte mir eigentlich nur der richtige Kick um auch mal bei dieser Euphorbia eine Sämlingspfropfung durch zuführen.

Scheint gelungen:

E_piscidermis_grfm8.jpg


Macht es gut

CABAC


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