Kalkstein

Falko 2012
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Kalkstein

Beitragvon Falko 2012 » 8. Februar 2016, 00:14

Bin überrascht, dass Kalk oder Kalkstein in keiner mir vorliegenden Fachliteratur beschrieben oder aufgeführt, obwohl es dass naheliegendste wäre. Wobei es für mich nicht überraschend ist, wenn man wie knapp 98% der Fachkundigen Kakteen im Gewächshaus kultiviert.

Auch in 10 KuaS-Jahrgängen habe ich zum Thema Kalk/Kalkstein in Verbindung mit kultivieren im hiesigen Europa noch nichts gehört.

Bin aber selbst darauf gekommen (da mein Hauptschwerpunkt darauf liegt, mich mit den natürlichen Lebensbedingungen der Kakteen an ihren Heimatstandorten zu beschäftigen) und es als "Freigärtner" und nicht Gewächshaus-Kultiverteur auch für sinnvoller halte (auch logisch gedacht bzgl. der starken Regeneinwirkung) damit ab Mai/Juni zu arbeiten - und dazu brauch ich keine Erfahrungswerte und Meinungen, da ich davon überzeugt bin - weiter hat mich auch bestärkt dass es auf kakteenforum.com das Thema von verschiedenen Autoren schon 3-4mal gab - also bin ich nicht der einzige der darauf gekommen ist - ob Kalk/Kalkstein in Verbindung mit einer Kultivierung im unnatürlichen Gewächshaus sinnvoll ist (?!) würde ich eher mit nein als mit ja beantworten.

Generell bin ich mittlerweile auch davon überzeugt, dass eine Freiluftkultivierung bei einer richtigen Substratmischung (und zwar einer anderen als die bisher bekannten) erfolgreicher ist, als im Gewächshaus und die Vorteile überwiegen.

Etwas enttäuscht war ich bisher von der KuaS und auch von früheren Feldforschern wie Ritter, Rauh oder Uebelmann in dem Punkt, dass keine Bodenproben genommen und ausgewertet wurden. Ich glaube auch hierbei wird sich auch nichts mehr ändern, da eine Meinung besteht, dass man des Weisheits Schluss schon gefunden hat - wobei ich hier anderer Meinung bin und auch gerne bleibe - weil ohne Gewächshaus bleib ich auch hier im Forum eh allein und das ist gut so - weil ich ganz andere Erfahrungen mache als die Masse und im Gewächshaus macht ihr vom Grundsatz her immer die gleichen oder ähnliche (sinngemäß).

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Re: Kalkstein

Beitragvon Falko 2012 » 8. Februar 2016, 00:18

Und diesen Link (vom Nutzer Hardy) auf www.kakteenforum.com gepostet (November 2008) find ich höchst bemerkenswert, wobei generell beschäftigt sich kaum jemand mit dem natürlichsten Rohstoff der Kakteen in Südamerika und der ist bei vielen Gattungen nun mal Kalkstein, zumindest bei vielen, die mich interessieren, aber in dem Link gar nicht aufgeführt sind, was wieder einmal einen unnützen Sammelschwerpunkt unterstreicht und in den Focus rückt. Leider!

http://www.oxford.bcss.org.uk/cultivation/limestone.htm

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michael
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Re: Kalkstein

Beitragvon michael » 8. Februar 2016, 17:24

Falko 2012 hat geschrieben:Etwas enttäuscht war ich bisher von der KuaS und auch von früheren Feldforschern wie Ritter, Rauh oder Uebelmann in dem Punkt, dass keine Bodenproben genommen und ausgewertet wurden.


Wie naiv muss man sein um eine solche pauschale Aussage in einem Fachforum anzubringen. Da kommt man mit dem Kopfschütteln gar nicht mehr hinterher.
viele Grüsse
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Re: Kalkstein

Beitragvon guiterrezii » 8. Februar 2016, 20:47

Wer Kaffee ins Substrat mischt, schreckt auch vor sowas nicht zurück! 8-)
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Re: Kalkstein

Beitragvon Falko 2012 » 9. Februar 2016, 14:57

michael hat geschrieben:
Falko 2012 hat geschrieben:Etwas enttäuscht war ich bisher von der KuaS und auch von früheren Feldforschern wie Ritter, Rauh oder Uebelmann in dem Punkt, dass keine Bodenproben genommen und ausgewertet wurden.


Wie naiv muss man sein um eine solche pauschale Aussage in einem Fachforum anzubringen. Da kommt man mit dem Kopfschütteln gar nicht mehr hinterher.


"Keine" war nicht korrekt von mir widergegeben, richtig ist "kaum/wenig", was auch schon von fachkundigeren Leuten, vor geraumer Zeit ebenfalls "bemängelt oder gegängelt" wurde.

Und zum Kaffeesatz vom "Nutzer" oben, der Klügere gibt nach, solche scheinbar persönlich motivierten Aussagen - laß ich im luftleeren Raum unbeantwortet hier stehen - grundsätzlich solltest Du vielleicht mal eine ungeschriebene "Netikette" beachten. Bis dann

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Re: Kalkstein

Beitragvon gymnofan » 9. Februar 2016, 16:15

Hallo

ich weiß mit Sicherheit daß z.B. W. Papsch ganz sicher Bodenuntersuchungen durchführte bei seinen Feldtrips

Vg
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Re: Kalkstein

Beitragvon michael » 9. Februar 2016, 17:47

Nur noch eine kleine Anmerkung, Friedrich Ritter war Geologe, man kann sich vorstellen, das der Mann sich auch mit den Substraten/Gesteinen an den Standorten beschäftigt hat. Und zu Prof. Werner Rauh, lies einfach mal die richtige Literatur: Kakteen an ihren Standorten. Unter besonderer Berücksichtigung ihrer Morphologie und Systematik. Mit Schlüsseln zum Bestimmen der Gattungen. Parey, Berlin u. a. 1979, ISBN 3-489-51924-8.
viele Grüsse
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Re: Kalkstein

Beitragvon guiterrezii » 9. Februar 2016, 20:28

Gleiches gilt nachweislich für Reppenhagen, Horst und Uebelmann! Lesen bildet!
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Re: Kalkstein

Beitragvon Falko 2012 » 11. Februar 2016, 16:17

michael hat geschrieben:Nur noch eine kleine Anmerkung, Friedrich Ritter war Geologe, man kann sich vorstellen, das der Mann sich auch mit den Substraten/Gesteinen an den Standorten beschäftigt hat. Und zu Prof. Werner Rauh, lies einfach mal die richtige Literatur: Kakteen an ihren Standorten. Unter besonderer Berücksichtigung ihrer Morphologie und Systematik. Mit Schlüsseln zum Bestimmen der Gattungen. Parey, Berlin u. a. 1979, ISBN 3-489-51924-8.


Zu Ritter: Ist eigentlich mein persönlicher "Liebling", bzw. auch der, von dem ich (neben Gräser) am meisten halte - jedoch gibt es darüber (noch) keine mir bekannten literarischen Nachweise. Wobei ich sagen muss, dass ich seine Bände "Kakteen in Südamerika" nicht gelesen habe, wobei ich annehme, dass zu Substraten wenig bis nichts drin steht.

Fand aber den KuaS-Jahrgang 1971 sehr ansprechend, mit Reiseberichten von Ritter.

Zur genannten Literatur von Rauh: Habe ich in meinem Bestand, und auch gelesen - finde aber da ein Buch von Haage ungemein allgemein informativer das Substrat oder vielmehr auch Substratkultur, dazu habe ich in "Kakteen an ihren Standorten" sehr wenig brauchbares gefunden.

Grundsätzlich muss ich als Freigärtner ganz anders denken, wie die Breite Masse hier mit der Gewächshauskultur, finde dahingehend auch für mich persönlich ältere KuaS-Jahrgänge besser verwertbar, weil es früher offensichtlich deutlich mehr Leute gab, die ihre Kakteen so kultiviert haben, wie ich es heute tue, nämlich ohne Gewächshaus - hierbei hat man das Problem, dass man mit vielerlei Fachliteratur und anderen Informationen grundsätzlich kaum was anfangen kann, da diese überwiegend auf eine Kultivierung in Gewächshäusern abzielen bzw. so aufgebaut sind - bzw. ich muss in vielerlei Hinsicht umdenken, um diese für mich brauchbar anwenden zu können.

Auf Kalkstein bin ich deshalb gekommen, weil ich letztes Jahr einen Notocactus in eine alte "Friedhofsschale" (dies in den 70ern/80ern gab bzw. üblich waren) umgetopft habe, und diese aus Beton/Zement besteht - und dieser Notocactus hat den besten Wuchs von allen, also scheint die Schale/Behausung zu gefallen :)

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Re: Kalkstein

Beitragvon guiterrezii » 11. Februar 2016, 16:36

Was hat die "Behausung" nun mit Kalk als Substrat zu tun?
Im Übrigen verallgemeinerst Du mal wieder. Der Großteil der DKG-Mitglieder/DKG-Forummitglieder sind eben nicht Gewächshauspfleger.
Von den ca. 50 DKG-Mitgliedern, die ich persönlich kenne und besucht habe, haben vielleicht 15 ein Gewächshaus.
Auch die Mehrzahl der Literatur, die ich seit 40 Jahren angesammelt habe, beschreibt Kulturmöglichkeiten, wenn vorhanden, in breitem Spektrum, soll heißen, vom Fensterbrett, über Frühbette, GWH bis Freilandkultur.
Warum ist Ritter Dein Liebling? Seine politische Gesinnung ist auch recht zweifelhaft.(Meine Meinung)
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Re: Kalkstein

Beitragvon nobby » 11. Februar 2016, 17:05

Auf Kalkstein bin ich deshalb gekommen, weil ich letztes Jahr einen Notocactus in eine alte "Friedhofsschale" (dies in den 70ern/80ern gab bzw. üblich waren) umgetopft habe, und diese aus Beton/Zement besteht - und dieser Notocactus hat den besten Wuchs von allen, also scheint die Schale/Behausung zu gefallen :)


Hallo Falko2012!

Ich kenne viele Kakteenliebhaber, die ihre Pflanzen in Plastiktöpfen kultivieren - und das auch noch sehr erfolgreich. Soll ich jetzt allen alten Feldläufern vorwerfen, dass sie nicht über die erfolgreiche Kultur in Erdöl berichtet haben?

Du unterstellst erst mal pauschal, dass alle DKG-Mitglieder ihre Pflanzen im Gewächshaus kultivieren - solche Zahlen werden gar nicht erfasst! - und behauptest, dass die in der KuaS geschilderten Erfahrungen deshalb für Gärtner, die ihre Pflanzen nicht im Gewächshaus kultivieren, falsch sind.

Mit Unterstellungen, unbewiesenen Behauptungen und Pauschalvorwürfen kann man keine Diskussion beginnen.

Wenn Du also weiter -gerne auch kritisch - hier mitdiskutieren möchtest, halte Dich doch bitte an Umgangsformen, wie sie unter zivilisierten Menschen üblich sind.

Also bitte keine Vorwürfe sondern besser eine Schilderung Deiner Erfahrungen. Ich gehe davon aus, dass Du die Pflanze ja nicht ohne Substrat in den Betonkübel gesetzt hast. Wie sah das denn aus? Bist Du Dir sicher, dass Zement mit Kalkstein identisch ist?
Man kann über solche Dinge durchaus sprechen - aber bitte so, ... siehe oben.

Herzliche Grüße
Nobby

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Re: Kalkstein

Beitragvon Echinopsis » 11. Februar 2016, 18:16

Naja, siehe andere Beiträge. :roll:
Sorry Falko, aber manchmal hilft es, sich vorher mal richtig Einzulesen als irgendwelche Behauptungen in den Raum zu stellen ohne diese zu begründen.

Ich selbst verwende in meinem Substrat bei manchen Pflanzen (die auch an Ihren natürlichen Standorten in Gips wachsen) ca. 10 - bis maximal 60% Gips im Substrat. Hierbei sei betont dass es sich um Naturgips handelt, und keinen behandelten und gebrannten Gips aus dem Baumarkt, dieser ist natürlich für eine Kultur von Kakteen völlig ungeeignet.

Einige Gattungen (überwiegend mexikanische Gattungen) lieben Gips, bekommen durch diese Gipsbeigabe sogar eine silberblaue Epidermisfarbe. Evtl. ist das dem Ein oder Anderen schon aufgefallen.
Hier sei bsp. besonders Turbinicarpus hoferi, oder Turbinicarpus lophophoroides hervorzuheben, die an Ihren natürlichen Standorten teilweiße in reinem Gips wachsen (Turbinicarpus hoferi).

Natürlich kann man Standort und Kultur nicht über einen Kamm scheren, wäre auch ein fataler Fehler. Viele verschiedene Einflüsse sorgen dafür, wie sich unsere Kakteen entwickeln. Es ist unmöglich diese ganzen Umwelteinflüsse von der Natur 1 zu 1 in unsere Kultur zu kopieren, und es ist auch nicht möglich (meiner Meinung nach). Dennoch kann man den Kakteen die Kultur mit besonderen Zuschlagstoffen verbessern. Aber auch hier gehen die Meinungen sicherlich auseinander und DAS Rezept wird es nicht geben, letztendlich geht es doch nur darum, dass es bei Jedem funktioniert.

Turbinicarpus hoferi, Kulturpflanze, Aussaat 1998, steht seit ca. einem halben Jahr in meiner Sammlung, verwendet wurde als Abdeckschicht reiner Gips, unter diesem Gips befindet sich mein mineralisches Substrat (Standart) für alle Mexikaner, bestehend aus 70% Bims, 10% Holzkohle, 10% Blähton und der Rest Gips und Kieselgur gemischt.
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Turbinicarpus hoferi am Standort, Joyas de Bocacelli, N.L.
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