Wasser

RichardZ
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Wasser

Beitragvon RichardZ » 16. Juni 2015, 13:47

Hi,

bei uns in Bamberg und Umgebung gibt es überwiegend hartes Wasser, 17.5 bei uns, viele Orte in der Umgebung noch mehr.

Da mir der Einsatz von Chemie nicht so liegt habe ich gesucht - und etwas gefunden, die Hubertusquelle im Haputsmoorwald wird von den Aquarianern wegen des weichen Wassers geschätzt. Früher war in der Nähe der "Königlich Bayerischer Eisenbahnbrunnen", die Schautafel vor Ort sagt

Das eisenoxidhaltige, bodensauere Sickerwasser enthielt wenig Kalk und eignet sich bestens für den Betrieb der Dampfloks.


Das Wasser ist also weich und leicht sauer - was sollte man sonst noch messen wenn man sicher sein will, daß das Wasser den Kakteen gut bekommt?

MfG
Richard

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michael
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Re: Wasser

Beitragvon michael » 16. Juni 2015, 17:12

Hallo,
RichardZ hat geschrieben:Das Wasser ist also weich und leicht sauer - was sollte man sonst noch messen wenn man sicher sein will, daß das Wasser den Kakteen gut bekommt?


na auf jeden Fall den pH-Wert, sollte im Idealfall leicht sauer reagieren.
viele Grüsse
michael
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RichardZ
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Re: Wasser

Beitragvon RichardZ » 24. Juni 2015, 15:14

Habe die Ergebnisse, Wasserhärte 6.3 und PH Wert 7.16 - sollte eigentlich ok sein?

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michael
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Re: Wasser

Beitragvon michael » 24. Juni 2015, 17:16

RichardZ hat geschrieben:Habe die Ergebnisse, Wasserhärte 6.3 und PH Wert 7.16 - sollte eigentlich ok sein?


der pH-Wert wäre mir etwas zu hoch, aber da kann man mit dem Substrat gegensteuern, wenn man will.
viele Grüsse
michael
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Pilosomann
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Re: Wasser

Beitragvon Pilosomann » 6. Juli 2015, 21:45

...und statt Wasser zu tragen sollte es doch auch möglich sein, an Regenwasser zu kommen.
Das ist kalkfrei und leicht sauer (und bei den Gewittern gerade auch mit Stickstoff versorgt).

Ich würde es mit dem Wasser nicht übertreiben!

Pilosomann

massimo
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Re: Wasser

Beitragvon massimo » 15. September 2015, 10:46

Genau. Ich stimme mit dieser Ansicht. 8-)

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Lisi
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Re: Wasser

Beitragvon Lisi » 15. September 2015, 15:34

Da mir der Einsatz von Chemie nicht so liegt


Hallo Richard,

wegen der Chemie würde ich mir keine Sorgen machen, alle Düngesalze und Mineralstoffe sind "Chemie". Ein pH-Wert von ~7 ist neutral und damit auch kakteentauglich. Wenn man das Wasser leicht ansäuern möchte, eignet sich Salzsäure am ehesten - keinen Essig nehmen. Aber man sollte sparsam damit umgehen. Wenn man den pH-Wert bis auf 5,5 heruntertitriert, nehmen die Pflanzen die Nährstoffe dermaßen gut auf, dass das zum Platzen der Epidermis führen kann.
Ich finde den Hinweis von Pilosomann gut - vorausgesetzt es gibt die Möglichkeit, das Regenwasser zu sammeln.

Lisi

Pantalaimon
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Re: Wasser

Beitragvon Pantalaimon » 16. September 2015, 09:38

Servus,

zwei Mitglieder unserer Ortsgruppe haben über längere Zeiträume mal die Auswirkungen unterschiedlichen Wassers beobachtet. Ich kann ihre Ergebnisse hier nur grob widergeben, da ich keine Details kenne, aber ihr Ergebnis war, dass den Pflanzen eine 50/50 Mischung aus Regenwasser und Leitungswasser am besten bekommt. Reines Regenwasser hatte auf Dauer eine Reduktion des Wurzelwachstums zur Folge (besonders, wenn man das erste Wasser eines Regengusses mitverwendet, welches besonders sauer und manchmal auch schadstoffbelastet ist). Reines Leitungswasser ist (zumindest hier im Südosten) zu kalkhaltig und der PH-Wert zu hoch.
Ich selbst habe leider keine Möglichkeit, Regenwasser aufzufangen. Ich behelfe mir daher mit (handelsüblichen) Filtern, die auf Aktivkohle-Basis zumindest ein Stück weit den Kalkgehalt des Leitungswassers reduzieren. Das ist bestimmt nicht optimal (und finanziell vermutlich nicht die günstigste Lösung), aber es geht.

Viele Grüße!
Chris

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K.W.
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Re: Wasser

Beitragvon K.W. » 25. Oktober 2015, 23:34

Lisi hat geschrieben:>>>

Wenn man das Wasser leicht ansäuern möchte, eignet sich Salzsäure am ehesten - keinen Essig nehmen.

<<<

Lisi



Guten Morgen Lisi,

darf ich fragen warum keine Essigsäure Verwendung finden soll?


Herzliche Grüße

K.W.
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Lisi
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Re: Wasser

Beitragvon Lisi » 27. Oktober 2015, 09:23

Hallo K.W.,

um bei hohen pH-Werten eine entsprechende Absenkung mittels Essig zu erreichen, muss man eine ganz schöne Menge zugeben, denn Essig selbst hat einen pH-Wert von 3 während Salzsäure einen pH-Wert von 1 hat. (Der Unterschied zwischen 3 und 1 ist hoch, denn es handelt sich ja um den negativen dekadischen Logarithmus der Wasserstoffionen-Konzentration). Bin von Dimensionen ausgegangen (200-400l), wie sie bei größeren Sammlungen gebraucht werden.
Wenn's nur um eine Gießkanne geht, sieht das natürlich anders aus...

Einen schönen sonnigen Tag wünscht,
Lisi

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Thomas Brand
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Re: Wasser

Beitragvon Thomas Brand » 27. Oktober 2015, 12:05

Moin,

wobei die Profis nicht Salzsäure (HCl) nehmen - wegen des resultierenden Chlorids, auf das viele Pflanzen empfindlich reagieren -, sondern Salpetersäure (HNO3)oder Phosphorsäure (H3PO4). Beide enthalten esentielle Nährstoffe (N und P).
Wegen des womöglich ungewollten Effekts des Stickstoffs (N) in der Salpetersäure mag die Phosphorsäure dem einen oder anderen angenehmer sein. Aber die Menge an Nährstoffen, die durch die pH-Regulierung zugeführt wird, ist verhältnismäßig gering, sodass kein "Treiben" zu beobachten sein sollte.

beste Grüße
Thomas

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K.W.
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Re: Wasser

Beitragvon K.W. » 27. Oktober 2015, 23:41

Lisi hat geschrieben:Hallo K.W.,
>>>

<<<

Einen schönen sonnigen Tag wünscht,
Lisi



Danke - ist voll und ganz eingetroffen!!!



Guten Morgen Lisi,

vielen Dank für Deine Erklärung.
Ich hatte Sorge, dass es außer dem (vermeintlichem) Volumen Problem, noch andere schwerwiegendere Gründe geben würde.
Immerhin benutze ich seit drei Jahren Essigsäure für die Senkung des PH Wertes des Gießwassers.

Vielleicht ist es für andere Leser interessant, wie ich die "Sache" handhabe? . . . :?:
Ganz kurz und nicht wissenschaftlich abgesichert;
sehr gemischte Anhäufung von sukkulenten Pflanzen, alle Kakteen und viele andere Sukkulenten,
die Pflanzen leben in rein mineralischem Substrat ca. 90% Bims, ca. 5% Lava und ca. 5% Zeolith,
Gießwasser kommt vom örtlichen Trinkwasserversorger - durchschnittlich 18,45 dh (hart) :roll: ,
gegossen wird mittels Brause, mit kräftigem Strahl von oben (durchschnittlich sehr schlecht für saugende Insekten ;) ),
bei jedem Gießen wird gedüngt, Konzentration im Gießwasser 0,002 % (1000ml Dünger auf 500.000ml H²O),
bei jedem Gießen wird das Gießwasser angesäuert, Essigsäure 80%, Konzentration im Gießwasser 0,0004 % (200ml 80% Essigsäure auf 500.000ml H²O),
Dosierung mittels eines beimischenden Dosiergerätes, Dosatron.
Vor Beginn dieses Wasser-Managements hatte das Substrat meiner Pflanzen einen ph von ca. 7 bis 7,5.
Jetzt hat sich der ph-Wert auf ca. 5,5 eingependelt.
(die Werte sind alles ca. Werte - meine Frau läßt mich nicht mehr in ihr Labor, angeblich haben sich irgendwelche "Steinchen" im Analysegerät festgesetzt. . .)

Ich bin zufrieden (also nicht wegen der Steinchen)!
Noch zufriedener, dass keine physiologischen Gründe, die mir nicht bekannt gewesen waren, gegen die Nutzung von Essigsäure sprechen!!!


Herzliche Grüße, und nochmals Danke Lisi, für die beruhigende Nachricht!!!

K.W.



PS für alle die genau so wenig Wissen wie ich haben; der ph-Wert ist ein ulkig Ding. . . :)
ph 7 neutral, ph 6 zehnmal so sauer wie ph 7, ph 5 zehnmal so sauer wie ph 6.
Also ph 5 hundertmal so sauer wie ph 7. . . also jedesmal eine Zehnerpotenz. . .
ph 3 ist also 10.000 mal saurer als ph 7. . .
also ungefähr. . . ;)
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