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Anomalien

Verfasst: 20. Mai 2013, 10:20
von CABAC
Hallo zusammen,

seit ca. 2 Wochen beobachte ich an einer meiner alten P.aselliformis ein sehr merkwürdiges Wuchsverhalten:

4223Pe_As_Anom1.jpg
Anomalie bei Pelecyphora aselliformis

4224Pe_As_Anom2.jpg
Anomalie bei Pelecyphora aselliformis

4225Pe_As_Anom3.jpg
Anomalie bei Pelecyphora aselliformis


Die Wucherung hat die Größe von ca. 25 bis 28 mm, ca 8 mm Tiefe und wächst stetig weiter ( in jede Audehnung 1- 2 mm / Tag)

Hat jemand von Euch schon jemals so etwas gesehen oder erlebt?

Die Pflanze ist ca. 25 Jahre in meinem Besitz, offensichtlich vital, blüht ohne Probleme. Ich werde die Wucherung zunächst weiter beobachten.

Macht es gut

CABAC

Re: Anomalien

Verfasst: 20. Mai 2013, 10:56
von Kurt
Hallo Herbert,

das ist ja wirklich eine seltsame Wucherung. Vor allen Dingen, daß sie so schnell wächst. Ich selbst kann nichts dazu sagen, durch was oder wie diese entstanden sein kann. Vielleicht kann unser Schädlingsexperte etwas dazu sagen. Ich persönlich sehe soetwas zum ersten Mal.
Vielen Dank für´s Zeigen.

Re: Anomalien

Verfasst: 20. Mai 2013, 11:43
von Cay
Hallo alle zusammen,
ich habe auch neulich angefangen mal alle Kuriositäten zu dokumentieren.
Hier ein G. neuhuberi.
Das war vermutlich nur die Folge eines Thrips-Befalls.
Viele Grüße
Cay

Re: Anomalien

Verfasst: 21. Mai 2013, 06:19
von CABAC
Hallo zusammen,

danke für die Beteiligung!

Aber eigentlich wollte ich hier nicht den Jahrmarkt der Eitelkeiten eröffnen, sondern herausfinden und darüber diskutieren, worin die Ursachen solcher Anomalien liegen können und wie man mit ihnen umgeht.

Gut Cay, Du hast mir schon eine Teilantwort geliefert.

Äußere Einflüsse können ein Ursache sein. Es ist für mich nur schwer nachvollziehbar, daß diese unnatürliche Zellbildung die Ursache in einem Insektenbiss oder - stich zurückverfolgt werden kann.

Kann man so etwas als Krebsgeschwür bezeichnen?

Bin übrigens 100 % damit einverstanden, daß hier noch weitere Beispiele von Anomalien gezeigt werden.

Mach(t) es gut

Euer

CABAC

...der
frühe Vogel kann mich mal !

Re: Anomalien

Verfasst: 21. Mai 2013, 18:34
von Thomas Brand
Moin,

Anhand der Bilder lässt sich nur spekulieren.
Von den Ausmaßen, der Form und Strukturierung her könnte es sich um einen Tumor handeln – aber dagegen spricht das rasante Wachstum. Klar, Tumoren (verursacht durch Rhizobium radiobacter syn. Agrobacterium tumefaciens) wachsen durchaus rasch, aber bei relativ langsamen Wachsern würde ich keinen Hochgeschwindigkeitstumor erwarten, schließlich muss die Kraft dafür irgendwoher kommen. Zudem ist eine Infektion innerhalb einer ansonsten gesunden Sammlung eher unwahrscheinlich.

Betrachtet man sich Wuchsgeschwindigkeit und die Farbe liegt zunächst einmal eine Knospe nahe – Knospe??? An der Stelle – mit der Form??? Nun ja, aus schlafenden Augen kann nach entsprechendem Impuls – welcher auch immer das sei – ein Trieb auswachsen. Wobei Blüten nichts anderes sind als umgewandelte Triebe. Und in den Areolen sitzen sicher Knospen (sonst könnte bei Scheitelverletzung nichts auswachsen). Daher ist auch die Stelle der Blüte nicht immer dort, wo sie gern erwartet wird. Und wenn schon die Stelle nicht stimmt, dann kann doch auch die Form anders sein. Monströs eben. Meiner Einschätzung nach also eine verrückte Knospe, mehrfach und ungeregelt geteilt.

Die Ursache? Pure Spekulation! Man weiß ja nicht mal wieso Cristaten entstehen. Von monströsen Auswüchsen ganz zu schweigen.

Beobachte mal weiter, Herbert! Wenn es groß genug ist und immer noch vegetativ vor sich hin „monstriert“, kannst Du ja einen Teil abschneiden und versuchen, zu pfropfen. Auf der ELK wirst Du sicher einen Abnehmer finden, wenn der Preis nur hoch genug ist …

Gruß
Thomas

Re: Anomalien

Verfasst: 22. Mai 2013, 04:52
von CABAC
Hallo zusammen,

und danke an Thomas für seinen Versuch mir das Unwesen der roten Wucherung plausibel zu machen. Hinter mir liegen ca. 30 Jahre erfolgreiche Kultur mit Pelecyphora aselliformis und deshalb kann ich sagen, dass die Knopsen in den meisten Fällen oberhalb junger vorjähriger Areolen im Scheitel gebildet werden. Kommt es zu einer erfolgreichen Bestäubung erfolgt nach ein paar Jahren an diesen Stellen auch die Bildung eines Seitentriebes:
Pele_FR_u_SPR.jpg
Pelecyphora mit Sprosse und Frucht


Ich bin davon überzeugt, dass sich an der Stelle wo sich nun die rote Wucherung gebildet hat, sich vor ein paar Jahren eine Frucht befand.

Habe zunächst einmal vor, diesen wilden Zellhaufen zubeobachten und abzuwarten. Hoffe, dass meine Geduld nicht zu Lasten der Lebensdauer meiner Pflanze geht. An eine Pfropfung habe ich auch gedacht, warte aber erst ein mal ab, fotografiere und dokumentiere das Unwesen...

...mach(t) es gut

CABAC

Re: Anomalien

Verfasst: 27. Mai 2013, 17:11
von michael
Hallo Herbert,

ich hab sowas ähnliches (nur nicht in farbig) seit ca. 3 Jahren an einem bewurzeltem Spross von Lophophora jourdaniana. Keine Ahnung was das ist.

Re: Anomalien

Verfasst: 28. Mai 2013, 06:12
von CABAC
Hallo zusammen und hallo Michael!

Halte Lophophora juordania für eine seltsamen Spezies innerhalb der Lophophorafamilie. Macht Dornen und wenn sie blühen, kannst Du die Blüten 24 mal am Tag bestäuben und erntest, wenn es gut geht, 1 bis 3 Korn pro Pflanze, nicht pro Frucht.

Alleine das ist schon eine Anomalie.

Aus einer Vierkornaussaaat im Jahre 2008 ist diese seltsame Pflänzchen entstanden:

Loph_jourd_1.jpg

Loph_jourd_2.jpg

Loph_jourd_3.jpg

Loph_jourd_4.jpg


Mach(t)es gut

CABAC

Re: Anomalien

Verfasst: 21. Januar 2015, 19:47
von Pilosomann
Das Thema ist ja schon etwas älter, aber ich hätte eine Frage:

Was ist aus dem Auswuchs der Pelecyphora geworden?
Ich habe schon Wucherungen gesehen, die durch Viren hervorgerufen wurden. Aber noch nicht an einem Kaktus.
Das Virus könnte über die Blüte eingetreten sein und die Frucht oder einen Rest von ihr wachsen lassen.

Piloso

Re: Anomalien

Verfasst: 22. Januar 2015, 05:31
von CABAC
Hallo Pilosoman,

das rote Zellgebilde von der Pelecyphora wurde bald gepfropft, sah zunächst für 6 Wochen recht proper aus und ist aber dann auf der Unterlage vertrocknet.

Aber von den vielen Sprossen der L. jourdaniana habe ich schon einige erfolgreich gepfropft. Wachsen dann seltsamerweise ganz normal weiter.

L.G.
CABAC

Re: Anomalien

Verfasst: 22. Januar 2015, 18:29
von Pilosomann
Schade, dass die Pfropfung nicht gelungen ist!

Der Lophophora sieht aus, als würde er sich ergießen. Treiben die vielleicht auch normal aus den Leitbündeln aus, wenn sie verletzt wurden? Ich habe das mal gelesen in der KuaS, dass sich eine Art so möglicherweise vor Fraß-Tod schützt.
Wenn die Seitenriebe normal wachsen, war es wenigstens keine Krankheit.

Pilo