Zwiebel- und Knollengewächse – Versuch einer Abgrenzung

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WoBo
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Re: Zwiebel- und Knollengewächse – Versuch einer Abgrenzung

Beitragvon WoBo » 7. Dezember 2016, 23:17

Hallo Ada,

so richtig verstehen kann ich jetzt auch nicht mehr, was Du uns hier sagen möchtest: Auf der einen Seite hast Du von fließenden Grenzen in der Natur gesprochen, von "Gedanken. Aber nix Böses" und von verschiedenen Meinungen, die hier nur dargestellt werden sollen. Also Dinge, die ich komplett unterschreiben kann und bei denen ich gerne mitmache.
Auf der anderen Seite betonst Du dann satte drei Mal Deine persönliche - und, wie beschrieben, sachlich falsche - "Definition", was eine Knolle ist, und bezeichnest es dann recht pauschal als ungenau und beliebig, wenn sich andere hier im Forum nicht an Deine "Definition" halten (und das dann auch noch in Bezug auf die eigentlich völlig irrelevanten Frage, unter welcher Überschrift ein Thread hier im Forum geführt werden kann).

Das bekomme ich nicht unter einen Hut. Entweder hast Du Dich da wirklich extrem missverständlich ausgedrückt, oder es ist doch etwas weniger "nix Böses" als behauptet. Täte mir wirklich sehr leid, wenn Letzteres zutreffen sollte!

Bis neulich
Wolfgang

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Ada
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Re: Zwiebel- und Knollengewächse – Versuch einer Abgrenzung

Beitragvon Ada » 16. Dezember 2016, 00:29

Hallo Pflanzen-, Zwiebel- und Knollenfreunde,

um die Diskussion wieder auf eine eher sachliche Ebene zurückzubringen, zitiere ich hier aus dem Beitrag von CABAC vom 06.12.2016:

CABAC hat geschrieben:Ja,warum hat sich die Morphologie von Zwiebeln und Knollengewächsen so entwickelt, wie sie zurzeit ist bzw. wir sie sehen und erleben?

Es geht im Grunde nur um eines, Arterhaltung um jeden Preis und da ist Pflanzen jedes Mittel recht. Die Veranlagung zu Zwiebel und Knolle dient n.M. nur dazu Energie anzusammeln um diese dann zu einem bestimmten Zeitpunkt zur Arterhaltung zur Verfügung zustellen. Beispiel Schneeglöckchen oder Krokus im Winter oder zeitigen Frühjahr. Die Veranlagung Energiereserven anzulagern hat aber nichts mit Sukkulenz im engeren Sinne zutun.


Das ist ein interessanter Aspekt, und das klingt auch sehr einleuchtend: Die Zwiebeln und Knollen, über die wir hier diskutieren, sammeln während der Vegetationszeit Energie, die in der Ruhezeit gespeichert wird, und diese wird dann zur Arterhaltung für die nächste Vegetationsperiode verwendet.

In einigen Fällen brauchen sich diese Zwiebeln oder Knollen dann sogar restlos auf, wie ich es beispielsweise bei einigen Albuca- und bei manchen Amorphophallus- und Arisaema-Arten beobachten konnte: Nach der Vegetationszeit findet man eine sich auflösende Zwiebel oder Knolle vor - und daneben oder darunter Tochterzwiebeln oder neue Bulbillen für die nächste Generation.

Soweit für heute,
viele Grüße, ;)
Ada

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Re: Zwiebel- und Knollengewächse – Versuch einer Abgrenzung

Beitragvon Plantsman » 3. Januar 2017, 22:15

Moin,

da es in der Natur in allen morphologischen Ausbildungen Übergänge gibt, ist ein klare Definition kaum möglich. Die genannte Ceropegia linearis ist z.B. eine Knollenpflanze mit gering ausgebildeter Blattsukkulenz. Auch das angesprochene Senecio sempervivum ist eindeutig eine Knollenpflanze. Genauso ein Pterocactus, das Heidekrautgewächs Agapetes sowie die ganzen Ameisenpflanzen und auch sämtliche Orchideen, die eine Stammknolle ("Bulbe" oder "Pseudobulbe" ist morphologisch falsch, denn das bedeutet "Zwiebel", was es ja kaum ist) ausbilden wie z.B. Oncidium s.l., Maxillaria s.l. und Bulbophyllum. Damit noch nicht genug gibt es sogar knollenbildende Sträucher und Bäume (Eucalyptus, Arbutus, Protea usw.). Schlussendlich will ich noch die Zwiebelpflanzen erwähnen, die auf Bäumen wachsen z.B. Hippeastrum aulicum oder einige Tillandsia-Arten. Man könnte sie alle in der Kategorie der Zwiebel- und Knollenpflanzen zeigen und es wäre nicht falsch.

Das zeigt, wie vielfältig diese Geschichte tatsächlich ist.

Das, was Ada hier jedoch strenger fassen möchte, sind GEOPHYTISCHE Zwiebel- und Knollenpflanzen.
Tschüssing
Stefan

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WoBo
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Re: Zwiebel- und Knollengewächse – Versuch einer Abgrenzung

Beitragvon WoBo » 4. Januar 2017, 12:14

Hallo zusammen,

in der neuen Ausgabe der AVONIA ist ein sehr schöner Artikel von J.D. Mauseth (Biologie-Professor und Herausgeber der HASELTONIA, dem Jahrbuch der amerikanischen Kakteengesellschaft) mit dem Titel "Es gibt viele Wege, als sukkulente Pflanze zu leben". Ein kurzes Zitat daraus:

"Die vielen verschiedenen Möglichkeiten der Sukkulenz existieren, weil sie mehrmals entstanden ist. ... Es gab nicht den einen sukkulenten Vorfahren, von dem aus sich die vielen Typen sukkulenter Pflanzen entwickelt haben. Stattdessen entwickelte sich die Fähigkeit, Wasser zu speichern, viele Male, in vielen unterschiedlichen Familien und auf viele verschiedene Weisen. Demzufolge ist Sukkulenz nicht eine einheitliche Sache ..."
Knollen und Zwiebeln kommen in diesem Text nicht direkt vor, aber wenn man hier das Wort "Sukkulenz" durch "Zwiebeln" und / oder "Knollen" ersetzt, passt es trotzdem, denn das Prinzip ist das gleiche (nur etwas spezieller).

Besonders gefällt mir der Satz im Artikel: "... wir (haben) das Vergnügen, jeden Fall einzeln untersuchen zu dürfen." Unter welcher Überschrift auch immer ...

Bis neulich
Wolfgang


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