A. dasylirioides:

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Thomas Brand
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Re: A. dasylirioides:

Beitragvon Thomas Brand » 9. Dezember 2011, 14:24

Moin,

Fotos gibt es keine neuen - es ist einfach zu dunkel, zu regnerisch (innerhalb der letzten 7 Tage > 120 l/m²), zu windig ...

Die ältesten Blüten verwelken langsam, die Blüten an der Spitze der Infloreszenz öffnen sich. Von Fruchtbildung kann ich bisher nichts berichten - trotz mehrfachem Bepinseln sieht man keinerlei Anschwellen der Fruchtknoten oder so. Ich gebe da aber noch lange nicht auf!
Sobald es wieder geht, werde ich auch Fotos zur Dokumentation machen und hiereinstellen.

Beste Grüße
Thomas

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Thomas Brand
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Re: A. dasylirioides:

Beitragvon Thomas Brand » 24. Januar 2012, 18:15

Moin,

eine letzte (?) Meldung von der Blüte: Alle Einzelblüten sind nunmehr verwelkt, einige sind schon gefallen, weitere werden fallen, sobald ich mal an die Pflanze stoße. Keine Spur von Fruchtansatz trotzt wiederholtem Bestäuben :cry: . Ich nehme an, dass es einfach zu kalt war, um erfolgreich zu sein.

beste Grüße
Thomas

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davissi
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Re: A. dasylirioides:

Beitragvon davissi » 24. Januar 2012, 18:33

Hallo Thomas,

schade. :(

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Kurt
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Re: A. dasylirioides:

Beitragvon Kurt » 24. Januar 2012, 18:39

Hallo Thomas,

das ist natürlich schade. Sicher, das kann natürlich an den Temperaturen gelegen haben. Dann kannst Du jetzt nur noch darauf warten, daß Deine Pflanze bald zu ihrem 2. Leben erwacht und die neue Blattrosette neben dem alten Blütenstand zu wachsen beginnt. Das ist ja dann auch schön, daß diese Agave nach der Blüte am Leben bleibt.
Grüsse Kurt

Jordi
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Re: A. dasylirioides:

Beitragvon Jordi » 25. Januar 2012, 05:13

Mir ist die Sache mit der Bestäubung von Agaven überhaupt nicht klar.
Die erste Frage ist schon mal, können denn alle Agaven wirklich erfolgreich mit sich selbst bestäubt werden? Oder lag es gar nicht an der Kälte, daß die A. dasylirioides bei Thomas nicht angesetzt hat?
Ich habe selbst Beweise dafür, daß die Selbstbestäbung bei einigen Arten funktioniert. Aber in 2010 kam dann die Verunsicherung: Eine Agave parryi v. couesii blühte im Mai und ich bestäubte täglich sorgfältig, was ich mit der Stehleiter erreichen konnte. D.h. etwa die untere Hälfte der Infloreszenz.
Ich hatte erwartet, daß der Fruchtansatz in diesem Bereich besonders reichlich bis gar 100%ig sein würde und der obere Teil der Infloreszenz nur mickrigen Fruchtansatz zeigen würde, denn (andere) tierische Bestäuber konnte ich trotz der angebotenen großen Nektarmengen (ca 1ml aus je 3 Blüten) nicht ausmachen. Bienen wären ohnehin nicht zur Bestäubung fähig gewesen und Kolibris sind auch nicht angelockt worden.
Aber nichts da, der obere Bereich hatte -wenn überhaupt- nur minimal geringeren Fruchtansatz als der untere und der war dort auch nicht gerade nahe 100%! War die Selbstbefruchtung -vermutlich durch Wind- also ebenso gut wie meine Arbeit oder war es überhaupt keine Selbstbefruchtung und Pollen zugleich blühender anderer Agaven hatten die Arbeit getan?

Jordi

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Kurt
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Re: A. dasylirioides:

Beitragvon Kurt » 25. Januar 2012, 07:50

Hallo Jordi und die anderen,

meine Agave victoria-reginae, von der ich schrieb, stand im Garten und hatte eine Infloreszenz von 4,20 Meter Höhe. Ich hatte die Pflanze mit dem Kübel dicht an das Gwh. gestellt, damit ich dem Schaft am Giebel anbinden konnte. An der Bestäubung der Blüten habe ich nichts getan. Das haben nur die Insekten vollbracht, die bei Sonnenwetter in ganzen Schwärmen um die offenen Blüten flogen und bei schlechtem Wetter weniger bis garnicht. So sah dann auch die Fruchtbildung aus: Teile waren gut mit Kapseln besetzt und andere Stellen sehr dünn bis garnicht. Die Pflanze habe ich dann schräg aufwärts liegend im Gwh. überwintert bzw. ausreifen lassen und später dann habe ich in mühseliger Kleinarbeit alle Kapseln aufgebrochen und die Samen heraus geholt. Sie enthielten zu 60 bis 70 % schwarze gute Samen. Ich habe mich aber jetzt bei einem Agaven-Freund mal erkundigt, wie die Befruchtung bei Ag. dasylirioides abläuft. Zu gegebener Zeit melde ich mich dann noch mal.
Grüsse Kurt

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Kurt
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Re: A. dasylirioides:

Beitragvon Kurt » 26. Januar 2012, 08:31

Hallo Thomas,

heute hat mir mein Bekannter, der sich seit Jahren intensiv mit Agaven beschäftigt, zu dem Thema geantwortet. Ich habe die Antwort mal hier in das Forum rein kopiert:

"Bezüglich der Agavenblüte bzw. dem Samenansatz kann ich Ihre Frage leider auch nicht abschließend beantworten.
Bei sehr vielen Agaven ist es so, dass diese selbstfertil sind. Allerdings sollte man mit Pollen von anderen Blüten bestäuben, nicht derselben. Es kann aber auch sein, dass es mal nicht klappt, wie bei Ihrem Bekannten. Woran das genau liegt, ist schwer zu sagen. Das kann manchmal sein, wenn es sich schon um hybridisierte Pflanzen handelt, kann vielleicht aber auch andere Gründe haben.
Ich wollte mich mit diesem Thema ohnehin mal befassen, um einen Artikel über blühende Agaven zu schreiben. Da gibt es ja auch tolle Formen und Farben, auch wenn die sich immer wiederholen."

Leider ist die Antwort auch nicht sehr erschöpfend, was wohl mit daran liegen mag, daß Agaven in unseren Breiten eher selten zur Blüte gelangen.
Grüsse Kurt

Jordi
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Re: A. dasylirioides:

Beitragvon Jordi » 29. Januar 2012, 06:14

Kurt,
ich habe mich auch bemüht, Licht in dieses Dunkel zu bringen, und hoffte, daß mir DER Agaven Guru in USA, Greg Starr in Tucson, AZ, dabei helfen kann. Aber Fehlanzeige, Greg leitete meine Anfrage zur Selbstfertilität von Agaven an Brian Kemble, Kurator des Ruth Bancroft Garden nahe San Franzisko, weiter, weil der viel mehr Erfahrungen mit blühenden Agaven und Samenproduktion hätte. Brian rief prompt an und sagte etwas verkürzt "nichts Genaues, weiß man nicht".
Etwas ausführlicher: manchmal klappt die Selbstbestäubung und manchmal nicht. Die Gründe sind unbekannt. So auch für die Erscheinung, daß Agaven manchmal -mit oder ohne menschliches Zutun- im unteren Bereich der Infloreszenz keine Früchte ansetzen, dann aber am obersten Ende des Blütenstandes doch noch wenige Früchte entwickeln. Eine Erscheinung, die ich so auch schon selbst erlebt habe.

Offenbar ist der von Dir vermutete Grund " ... die Antwort (ist) auch nicht sehr erschöpfend, was wohl mit daran liegen mag, daß Agaven in unseren Breiten eher selten zur Blüte gelangen." nicht stichhaltig, denn hier in den Südweststaaten der USA sind blühende Agaven nach 10+ Jahren eigentlich die Regel.

Jordi

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Re: A. dasylirioides:

Beitragvon Thomas Brand » 29. Januar 2012, 07:52

Moin,

vielen Dank Ihr beiden (Kurt und Jordi), dass Ihr Euch so um des Rätsels Lösung bemüht. Das Problem des fehlenden Wissens wird auch damit zu begründen sein, dass wissenschaftliche Ergebnisse bestenfalls an wenigen Arten vorliegen - und Beobachtungen am Naturstandort nur ausgesuchte Arten betreffen werden. Verallgemeinerungen sind dann kritisch.

Die Bestäubungen liefen zwischen unterschiedlichen Blüten. Pollen der älteren Blüten auf jüngere Narben (dann waren die Griffel noch recht kurz - und ich nehme an, nicht fruchtbar), Pollen jüngerer Blüten auf ältere Narben (Griffel ragten aus den Staubblätter"gestrüpp" hervor), Pollen gleichalter Blüten untereinander ... also im Prinzp jede Variante, um die Reifeunterschiede und Alterungsprobleme auszuschließen.

viele Grüße
Thomas

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Re: A. dasylirioides:

Beitragvon Kurt » 29. Januar 2012, 08:09

Hallo Jordi und Thomas,

Euch Beiden auch mein Dank für die erschöpfende Arbeit hier und überm Teich. Es hat nicht sollen sein, schade. Ich hätte gerne einen oder mehrere Sämlinge aufgezogen, denn es ist eine wunderschöne Agave. Meine Pflanzen habe ich, heute sage ich leider, mal weggegeben.
Grüsse Kurt

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Re: A. dasylirioides:

Beitragvon davissi » 29. Januar 2012, 08:12

Hallo Kurt , Hallo Thomas und Hallo Jürgen,

könnte der Grund nicht darin liegen, dass der Pinsel durch den, anscheinend sehr zahlreichen, Nektar die Pollen nicht am Pinsel haften konnten?

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Re: A. dasylirioides:

Beitragvon Kurt » 29. Januar 2012, 08:25

Ich glaube schon, daß Jordi und auch Thomas soviel Ahnung von Bestäubung von Agavenblüten und anderen Blüten haben, daß sie darauf achten, daß auch Pollen am Pinsel hängen bleiben, die dann übertragen werden. Und wenn wirklich Nektar am Pinsel bleibt haften da die Pollen noch besser dran. Also hieran kann es wohl sicher nicht liegen, daß keine Befruchtung zustande gekommen ist.
Grüsse Kurt


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