Austrocactus in meiner Sammlung

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Re: Austrocactus in meiner Sammlung

Beitragvon CABAC » 16. Oktober 2016, 16:38

Hallo Jiri ,

danke für den tollen Beitrag.

Der macht allen denen Mut, die Austrocacteensamen für unkeimbar halten und es bis heute keine Aussaat gewagt haben.

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Re: Austrocactus in meiner Sammlung

Beitragvon Jiri Kolarik » 25. November 2016, 20:33

Hallo...
nun, zu den Früchten...es fehlen die Ausreisser der Gattung, d.h. "anders aussehende Früchten"... bekannt ist, dass die bertinii & Co. trockene (bei der Reife) Früchte tragen...aber - die Ausnahme sollten zwei Arten sein,...bei einer Art kann man die Meinung vertreten, dass es sich um keinen Austro handelt ( = spiniflorus)...vergleichen wir die beiden Arten...

Austrocactus hibernus (Las Lenas)

DSC_8162a.jpg


bei dieser Art ist bekannt, dass die Frucht auch bei der Reife nass bleibt, schmeckt fast wie eine Stachelbeere, deutlich sieht man, dass auch diese Frucht richtige Areolen trägt, die aber nicht besonders fest an der Frucht haften...diese Frucht ist Reif!

Austrocactus spiniflorus (Farellones)

DSC_8169a.jpg


...wenn man diese Frucht von A.spiniflorus mit der von A.hibernus vergleicht, sieht man doch eine gewisse Ähnlichkeit! Auch hier sind richtige Areolen ausgebildet...diese Frucht ist noch nicht reif...in der Natur reifen die Früchten meisten erst im nächsten Jahr aus...also - nächstes Jahr könnte diese Frucht reif werden, d.h. sie wächst aus, kann sich verdoppeln, und wird gelblich...(ich habe bisher nur Fotos aus der Natur...)

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Re: Austrocactus in meiner Sammlung

Beitragvon nobby » 27. November 2016, 00:08

gibt es das eigentlich öfters, das die Pflanzen eher liegen als aufrecht wachsen?


Hallo Michael,
habe Deine Frage gerade erst gelesen, da ich längere Zeit nicht online war.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass "liegen" oder "gerade wachsen" durchaus Art-spezifisch sein kann.
Ich kenne z.B. keine Population von A. bertinii, wo die Pflanzen liegend wachsen - es gibt immer wieder mal eine Ausnahme, aber typisch ist der aufrechte, keulenförmige Wuchs. Viele Austros aus der Provinz Santa Cruz, die noch unter A. bertinii geführt werden, schaffen es auch in der "windstillen" Kultur nicht, aufrecht zu wachsen. Sie legen sich grundsätzlich immer mehr oder weniger flach auf den Boden.
Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Vermutung bestätigt oder nicht.
Vielleicht hat ja noch jemand Beobachtungen zu diesem Verhalten gemacht?
Herzliche Grüße
Nobby

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Re: Austrocactus in meiner Sammlung

Beitragvon CABAC » 27. November 2016, 09:30

Hallo zusammen,
es ist schon eine Weile her, dass ich mich mit Austrocacteen in Kultur beschäftigen konnte.

Meine ersten Pflanzen stammten aus Jordis Sammlung (damals noch in Hamburg) und ich kann mich daran erinnern, die A. bertinii's sich sehr beständig weigerten, aufrecht zuwachsen. Diese Wuchsform ist ihnen morphologisch zu eigen und ändern dieses Verhalten auch nicht, wenn man die Pflanzen mit dem Kopf nach unten kultiviert. Auf solche Ideen kommt man nur als Anfänger mit der Absicht alle säulenförmigen Kakteen schön gerade ziehen zu wollen.

Aber an Jiris Fotos fällt mir etwas anderes auf. Es sind die Beeren, die man in der Form auch auf Echinocereen findet. Die Habitate und Verbreitungsräume beider Arten trennen mehrere tausend Kilometer ohne Verbindung zueinander. Aber die Ähnlichkeiten der Früchte (Beeren) zwischen beiden Gattungen sind frappierend. Da gibt es doch verwandtschaftliche Zusammenhänge, oder ?


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Re: Austrocactus in meiner Sammlung

Beitragvon Jiri Kolarik » 27. November 2016, 17:39

Hallo...
Herbert - es ist auch die Frage, was hast Du damals von Jordi erhalten...vor 30-40 Jahren gab es den Namen A.patagonicus, das war der Renner...über A.bertinii wuste man kaum...und von Jaroslav weiss ich, als er nach 1991-3 Samen von Austros gebracht hatte, diese niemand wollte... Verfolge bitte die Art - A.hibernus - Geschichte - wie lange es gedauert hat, dass die Art nach Europa kam, bis sie überhaupt jemand (ausser Ritter) anerkannt hat...es sind nicht mal (ausser in der CZ) die Pflanzen verbreitet...etc.etc....
A.bertinii - wächst aufrecht - fast immer! Ich kenne auch 1m lange Exemplare, die aber im Busch wachsen, der stützt die Pflanzen...aber so "normale" A.bertinii sind höchstens 30-40cm gross und so 8-10cm dick...
In Santa Cruz sind die Pflanzen wesentlich kleiner, besonders weiter von der Atlantikküste...und sie liegen - wirklich! Man muss eines bedenken - dort weht der Wind ununterbrochen (mehrmals schon erlebt), dass man nicht mal ein Zelt aufbauen kann...die Pflanzen werden so 10-15cm lang und 5cm breit...sowie diese bei Lago Viedma...noch - es regnet dort seltsamerweise wirklich selten...

so ein Beispiel bei Lago Viedma (49°s.b.) - Austrocactus spec.
DSC00557a.jpg


Noch - die Beeren sind halt denen von Echinocereus ähnlich, aber Herbert - so konnte man Früchte von Wigginsia - Melocactus - Mammillaria - ... vergleichen, sie sind sich auch sehr ähnlich...aber - die beiden gezeigten Früchte deuten, dass in der Gattung doch zwei diverse Früchten "normal" sind...

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Re: Austrocactus in meiner Sammlung

Beitragvon CABAC » 27. November 2016, 18:08

Also Jiri,
ich gebe Dir grundsätzlich Recht und dann kommt ein großes ABER. Um die Morphologie von Pflanzen beurteilen zu können muss man Pflanzen oft und sehr eingehend beobachten. Leider fehlt mir das Bildmaterial, aber ich glaube, dass nur sehr guten Kennern möglich ist, die Früchte von Austrocactus spiniflorus und Echinocereus triglochdiadatus auf den ersten Blick zu unterscheiden. In den schlaumachenden Büchern der 80ziger, kann man lesen, dass Austrokakteen die südliche Entsprechung der nord-und mittelamerikanischen Echinocereen wären.

Lasse mich aber gerne überzeugen.

Stimmt, die Austros, die ich 1983 von Jordi bekommen habe, liefen noch unter der Bezeichnung Austrocactus patagonicus

Schöne Grüße nach Brno und mach(t) es gut

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Re: Austrocactus in meiner Sammlung

Beitragvon nobby » 27. November 2016, 22:16

Hallo aus Junin,
ich kenne zufälligerweise die Früchte von E. triglochidiatus ganz gut (tolle Pfropfunterlage für Austrocactus) und bin sicher, dass sich reife Früchte beider Arten problemlos unterscheiden lassen.
Die reife Frucht von A. spiniflorus kann eher mit der reifen Frucht einer Maihuenia verwechselt werden.
Ein Vergleich einer reifen mit einer unreifen Frucht macht ja weniger Sinn.
Herzliche Grüße
Nobby

PS: Das mit dem starken, kontinuierlichen Wind kann ich bestätigen. Aber bei uns in Deutschland ist er eher gemäßigt und die Pflanzen legen sich trotzdem hin. A. bertinii macht das eben nicht.

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Re: Austrocactus in meiner Sammlung

Beitragvon Jiri Kolarik » 28. November 2016, 00:31

Hallo...
@ Herbert - ja, wenn man bedenkt, dass Austros und Echinocereus am entgegen entfernsten Punkt der Kakteenverbreitung wachsen, und dort ziemlich ähnliche Lebensbedinungen herschen, dann kann es sich um Konvergenz handeln...an Verwandschaft würde ich nicht setzen - da liegen tausende km dazwischen...Ich habe schon E.triglochidiatus SB 300, die blühen, und wenn die Früchte nicht die Mäuse fressen, ernte ich sie...wie dieses Jahr...die sind schon ähnlich, aber - die Früchte von A.spiniflorus sind noch unreif...somit doch nicht vergleichbar...die von A.hibernus haben keine harte Schale (wie triglochidiatus), eher wie eine weiche Stachelbeere...
@ Norbert - schöne Grüsse nach Junin de los Andes...das mit dem Liegen von Santa Cruz - Pflanzen ist es inzwischen genetisch bediengt...auch wenn bei uns kaum vergleichbare Winde blasen, bleiben die Pflanzen "kriechend"....typisch ist es bei A.hibernus...wenn er in einer grossen Schale oder gar frei ausgepflanzt ist, hebt er nur den Kopf in der länge von so 5-10cm auf...und blüht...in einem Topf schlängelt er in der Umgebung ganz frei um herum...und gar hängend blüht er...also - die Wachsart ist fixiert, egal ob er in Europa oder wo anders wächst...ist seine arttypische Eigenschaft ( = für Herbert...)

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Re: Austrocactus in meiner Sammlung

Beitragvon Jiri Kolarik » 8. Mai 2017, 12:05

Hallo...

heute habe ich dieses Foto aufgenommen...es zeigt eine Frucht von der 2016-Blüte...oben ist die gleiche Pflanzen, dort ist die Frucht ganz grün...heute wird sie schon ein bisschen gelblicher, also reift sie langsam... zugleich zeigen sich zwei neue Knospen...

DSC_0489aa.jpg

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Re: Austrocactus in meiner Sammlung

Beitragvon nobby » 8. Mai 2017, 16:31

Sehr schöne Dokumentation über diesen "Hauptstadtkaktus"!

Gruß Nobby

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Re: Austrocactus in meiner Sammlung

Beitragvon Jiri Kolarik » 9. Mai 2017, 08:57

Ja, danke Norbert,

die Pflanze ist noch geschrumpft, obvohl sie (und die anderen) am 19.03. Wasser gekriegt hatten...dieses Jahr ist das Wetter für die "Draussenpflanzen" nicht so optimal...aber viele Austros und Pteros haben Knospen... Für den A.spiniflorus war die tiefste Wintertemperatur um -10°C, d.h. nur kurzzeitig, denn dann schaltet das Gebläse (eingestellter Wert ist -8°C)...alle Pflanzen sind ok...und auch die Früchte (insg. 3) sind ähnlich - gelblich anlaufend...so freue ich mich an die Samen...da diese Art in den Sammlungen gar nicht verbreitet ist...

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Re: Austrocactus in meiner Sammlung

Beitragvon kahey » 11. Mai 2017, 14:09

Nun ist bei mir auch der erste zur Blüte gekommen, drei weitere werden folgen.

Viele Grüße
Dieter
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Viele Grüße
Dieter


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