Austrocactus in meiner Sammlung

Jiri Kolarik
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Austrocactus in meiner Sammlung

Beitragvon Jiri Kolarik » 6. Juni 2016, 16:28

In Patagonien war ich schon mehrmals, denn dort wächst die Mehrheit der Austrocactusarten...nach und nach möchte ich hier einige Pflanzen aus meiner Sammlung vorstellen...

...eine relativ neue beschriebene Art ist...

Austrocactus subandinus JGK 136, Tal nach Las Lenas...

DSC_0138a.jpg

DSC_0145a.jpg


...leider vom 2008 blieb nur diese eine Pflanze, und reife Samen am Standort zu finden, hat es nur einmal geklappt...als nicht gepfropfte Sämlinge wachsen sie sehr langsam...

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Re: Austrocactus in meiner Sammlung

Beitragvon CABAC » 7. Juni 2016, 05:49

Hallo Jiri,

das wurde auch mal Zeit, dass Du uns hier Deine Schätze zeigst.

Danke dafür und natürlich freue ich mich auch auf viele Antworten, ja möglich weise sogar auf eine Fachdiskussion auf hohen Niveau.

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Re: Austrocactus in meiner Sammlung

Beitragvon Jiri Kolarik » 8. Juni 2016, 05:15

Hallo...
eine andere Art ist...

Austrocactus longicarpus JGK 92

DSC_0161aa.jpg


...für mich im Jahre 2008 waren diese Pflanzen ein merkwürdiger A.patagonicus...den Standort bei Zapala haben wir damals nur wegen Pterocactus "conoideus" - damals war die Meinung P.araucanus - besucht...aus paar Samen habe ich 8 Pflanzen, die sehr unterschiedlich schnell wachsen...drei sind etwa 12cm hoch, und blühen seit 4 Jahren, die restlichen haben erst von 4-6cm...merkwürdig...

...in der Blüte kann man sehen, dass man die Narbe ( = Stigma) nicht sieht! Aber - sie hat eben die gleiche Farbe wie die Antheren, was gegenüber einem A. "patagonicus" schon ein Merkmal ist...

DSC_0163aa.jpg


...wenn die Früchte reif werden, werden sie relativ länglich, und platzen sie auch länglich auf...(die meisten Austrocactusfrüchten platzen bei der Fruchtbasis auf).

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Re: Austrocactus in meiner Sammlung

Beitragvon Jiri Kolarik » 9. Juni 2016, 20:01

Hallo,

eine interessante Pflanze aus dem Cerro Diamante, wo diese direkt auf dem Gipfel wächst! Meine Reise im Jahre 2011 führte am Vulkan vorbei, und dort zeigte sich die Möglichkeit, den Cerro Diamante zu besuchen...Aber - auf dem Gipfel wachsen: Maihueniopsis ovata, Maihuenia patagonica, Viola vulcanica, Oxalis spec. (eine ungewöhnliche Art, die ich bisher und nachher nicht gesehen habe!!!) und diese Austrocactusart...und noch eine Austrocactusart, die später als A.subandinus benannt wurde!!! Das hiesse - 2 Austrocactusarten auf einem Standort..., das habe ich aber erst später erkannt, als die Pflanzen geblüht haben...

Austrocactus sp. JGK 242A

DSC_0160a.jpg


Dm des Glieders ist ca. 2cm, also eine relativ kleine Pflanze, die auch sprosst...diese Pflanzen sind auch seblstfertill wie ich bei A.ferrarii beobachten kann...die Frage ist, ob diese Pflanze irgendwo zwischen A.ferrarii und A.philippii liegt, die am nächsten (räumlich) stehen...A.ferrarii und auch A.philippii (also sensu E.& N.Sarnes) kenne ich inzwischen relativ gut, und nicht nur an den ursprünglichen Standorten...also - es ist auch für mich eine Frage...ich muss nochmals hin...

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Re: Austrocactus in meiner Sammlung

Beitragvon CABAC » 10. Juni 2016, 06:16

Hallo zusammen

und danke an Jiri für seinen schönen und informativen Beitrag !

Bei dem ich mich vor Wut in den Hintern beißen könnte. Denn vor den Cerro Diamante habe ich noch vor gar nicht so langer Zeit gestanden.

Und während eines Fotostops haben meine Reisebeglieter und ich kurz darüber gesprochen, ob es sich nicht lohne könnte, eine Besteigung dieses sehr markanten Berg in Angriff zu nehmen.

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Re: Austrocactus in meiner Sammlung

Beitragvon Jiri Kolarik » 13. Juni 2016, 17:04

Hallo an Austroliebhaber...

Austrocactus hibernus...F.Ritter beschrieb diese Art aus den Standorten, die in Chile liegen...man hat auch diese Pflanze für A.philippii gehalten, schon wegen dem Fundort in Chile, was aber durch die Arbeit von E.& N.Sarnes geklärt worden ist...

DSC_0201bba.jpg

DSC_0203bba.jpg

DSC_0204bba.jpg


im Tal zu Las Lenas sind mehrere Standorte zu finden...es ist auch bekannt, dass auf den Standorten mehrere Monate Schnee liegt, da direkt daneben ein Skiareal ist...diese Art bildet leicht adventive Wurzeln, kriecht unter den Steinen - benimmt sich halt irgendwie merkwürdig, wohl der liegende Schnee...??? Im Tal befinden sich auch Standorte von einem weiteren Austrocactus subandinus (mein erster Beitrag), der aber völlig anders aussieht, keine adventive Wurzeln bildet...die Blütenverfärbung ist aber sehr ähnlich...nur - die Frucht ist anders - eine nicht trockene Beere (ich habe meine Pflanzen bestäubt - so hoffe ich auf die Samen...dann könnte ich mal später die Frucht zeigen...)

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Re: Austrocactus in meiner Sammlung

Beitragvon nobby » 13. Juni 2016, 22:32

Hallo Jiri,

wirklich schöne Aufnahmen, die Du uns hier zeigst.
Da Ritter den A. hibernus zuerst in Chile gefunden hat, ist man davon ausgegangen, dass die Pflanzen von Chile nach Argentinien gewandert sind.
Ob das so stimmt? Ich kann nicht beurteilen, ob Pflanzen "wandern" können. Ich kann nur feststellen, dass die Fundorte in Chile und Argentinien ungefähr gleiche Bedingungen haben und alles in allem sehr ähnlich sind.
Wir kennen immer nur einen Teil der wirklich existierenden Pflanzen - meist halt die bekannten Fundorte entlang der üblichen Verkehrswege. Dennoch glaube ich, dass die Hauptverbreitung dieser Art nicht in Chile sondern in Argentinien liegt - zumindest sind mir in Argentinien mehr Fundorte mit mehr Pflanzen bekannt geworden als in Chile. Auch das Verbreitungsareal ist in Argentinien größer als in Chile.
Auf jeden Fall zeigt diese Art, dass Pflanzen Grenzen ziemlich egal sind - Hauptsache sie können wachsen.

Viele Grüße nach Brno
Norbert

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Re: Austrocactus in meiner Sammlung

Beitragvon CABAC » 14. Juni 2016, 04:38

Hallo zusammen,
tolle Fotos von den blühenden Austrocactus hibernus, Jiri.

Muss mir mal bei Gelegenheit Deine Daumen anschauen!

Ja und dann taucht doch schon mal öfters in meinem Kopf der Gedanke auf, wie sich wohl Fric, Backeberg oder Ritter äußern würden wenn sie heute mit uns über unsere Feldforschungsergebnisse diskutieren könnten.

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Re: Austrocactus in meiner Sammlung

Beitragvon Jiri Kolarik » 17. Juni 2016, 08:02

Hallo zusammen...

@ Herbert - ja...so in einer Woche?

@ Norbert - das, dass die Pflanzen wander können, hat man viele Beweise allein in Argentinien...so wie Denmoza rhodacantha, Cereus aethiops, Echinopsis leucantha, Tephrocactus articulatus, Notocactus submammulosus, Opuntia sulphurea, etc...man kann diese Pflanzen auf mehrere 100km langen Süd-West Linie sehen...aber mit dem Anden zu überqueren, war es nicht so einfach, und mit dem A.hibernus ist es einer der wenigsten Beispiele...ob er ursprünglich heimisch in Argentinien war oder in Chile, ist es eine historisch-geographische Frage, aber ich neige auch zu der Meinung, dass es eher Argentinien ist...dazu kommt die Frage - wenn also A.hibernus, warum nicht Austrocactus spiniflorus...d.h. in Argentinien ist diese Pflanzen noch nicht gefunden worden...wobei bekannt ist, dass er heute nicht weit von den argentinischen Grenzen zu finden ist...

Austrocactus spiniflorus JKG 351

DSC_0225a.jpg


ja, einige gliedern diesen Taxon nicht zu der Gattung Austrocactus zu...so bin ich froh, dass bei mir diese Pflanzen blühen wird...
Zuletzt geändert von Jiri Kolarik am 17. Juni 2016, 13:21, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Austrocactus in meiner Sammlung

Beitragvon nobby » 17. Juni 2016, 10:35

Auf dem Bild ist aber schon ein SPINIFLORUS zu sehen, oder?

Gruß Nobby

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Re: Austrocactus in meiner Sammlung

Beitragvon Jiri Kolarik » 17. Juni 2016, 13:21

@ Norbert - ja natürlich...A.spiniflorus!!!

Austrocactus bertinii JGK 356, Arroyo Valcheta, Rio Negro

DSC_0166AAa.jpg

DSC_0167AAa.jpg

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Re: Austrocactus in meiner Sammlung

Beitragvon nobby » 17. Juni 2016, 16:57

Jiri,

es ist Dir super gelungen, den typischen metallischen Glanz der Blüten bei Deiner Aufnahme des A. bertinii einzufangen.

Glückwunsch!

Viele Grüße
Nobby


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