Sulcorebutia sedae

Charles Dawkins
Beiträge: 37
Registriert: 10. Juni 2011, 07:25

Sulcorebutia sedae

Beitragvon Charles Dawkins » 14. September 2011, 23:35

Ich erhielt aus der Tschechei eine 'Sulcorebutia sedae' zusammen mit Sulcorebutia atrospinosa und anderen.
Sie soll noch sehr neu sein, und ich finde überhaupt garkeine Informationen zu dieser Art. Soll heißen Google spuckt bislang keinen einzigen Link dazu aus.

Meine Fragen dazu wären:

Ist diese Art gültig beschrieben, wenn ja wo und wann... Oder bin ich evtl. einem Rechtschreibfehler aufgesessen das ich nichts hierzu finde?

Hat hierzu jemand von euch Informationen?

Gruß,
Charles Dawkins

sulco-willi
Beiträge: 22
Registriert: 12. Oktober 2010, 18:59

Re: Sulcorebutia sedae

Beitragvon sulco-willi » 2. Oktober 2011, 19:06

sicherlich ist das wieder eine dieser typischen tschechischen Hauruck-Spezies. Weshalb kauft ihr eigentlich einen solchen Sch.....?
Das animiert die Kerle doch nur dazu, noch mehr Mist zu verbrechen. Ein Bild zur Orientierung wäre nicht schlecht.

PS: die atrospinosa - hat die eine Feldnummer??? VZ, RMR.... ??? ansonsten ist das sowieso Schrott...

Gruß

Willi
:roll:
Besuch mich mal bei www. sulcorebutia.de

Charles Dawkins
Beiträge: 37
Registriert: 10. Juni 2011, 07:25

Re: Sulcorebutia sedae

Beitragvon Charles Dawkins » 5. Oktober 2011, 18:03

Ja, ich bin mir wohl bewusst das gerade von tschechischer Seite aus z.B. bei Gymnocalycien, Sulcorebutien und diversen anderen Pflanzengattungen wie z.B. Saxifraga zum Teil gerne voreilig und "auf Teufel komm raus" neu beschrieben wird.

Dies liegt einerseits daran, das sich in der Tschechei wirklich großartige Pflanzenspezialisten und Züchter befinden, zum anderen ist es aber meiner Meinung nach auch oft nur der Versuch sich oder andere krampfhaft verewigen zu wollen.

Ständig Synonyme zu produzieren sollte tunlichst vermieden werden...
Andererseits finde ich, dass die extremen Gegenbeispiele wo gleich mehrere Gattungen zusammengeworfen werden, nur um sie später wieder erneut aufzutrennen (wie z.B. bei Eriosyce etc.) auch nicht taxonomisch sinnvoll sind.
Da sind wir wieder bei ewigen Problem der Lumper und Splitter...

Im Bezug auf Sulcorebutia/Weingartia äußert sich dieses Problem ja ohnehin stark.
Gibt es eine große Gattung Weingartia mit drei Untergattungen oder drei eigenständige Gattungen mit wenigen, weit gefassten Arten oder zahlreichen eng umgrenzten Arten?

Hier muss man denen Vertrauen, welche die meiste Felderfahrung besitzen, um Übergänge zwischen Arten erkennen zu können, oder auch denen die sich mittels molekularbiologischer Methoden dem Problem stellen.

Nicht vertrauen sollte man denen, die jede morphologisch etwas abweichende Population einer Art direkt als etwas wissenschaftlich neues beschreiben. Vor allem nicht bei einer derart variablen Gattung wie Weingartia/Sulcorebutia...

Andererseits sind die Pflanzen recht günstig, und haben auch alle Feldnummern.
Daher habe ich mir einige Pflanzen interessehalber angeschafft.

Unter welchem wissenschaftlichen Namen sie letztendlich später in meiner Sammlung fungieren werden, das steht auf einem ganz anderem Blatt...

Benutzeravatar
CABAC
Moderator
Beiträge: 3880
Registriert: 1. September 2008, 07:56

Re: Sulcorebutia sedae

Beitragvon CABAC » 6. Oktober 2011, 06:59

Hallo zusammen,

wer die Pflanzen seiner Lieblingsgattung nach Namen aussucht und sich dann Luschen in die Sammlung holt, ist selber Schuld, wenn er dann enttäuscht wird.

Charles Dawkins, warum suchst Du Deine Sulcorebutias nicht nach Verbreitungsgebieten und Feldnummern aus?

Gut, S. sedae klingt besser als Sulcorebutia -2 km-hinterrastplatzrouta5-10minutenfussmarsch-in-südöstlicherrichtung.

Für S.sedae gibt es doch bestimmt eine Fundnummer und weil Sulcorebutiagebiete häufig bereist werden, sicherlich Cross- oder Referenznummern. Da würde ich doch lieber versuchen, an eine dieser Nummer heranzukommen, als mich auf zweifelhaft beschriebene Pflanze zu stürzen.

Unsere Freunde aus den südöstlich der BRD gelegenen Ländern sind hinlänglich bekannt dafür, dass sie mit ihre Neubeschreibungen gerne berühmte Persönlichkeiten aus der Kakteenwelt oder Familienmitgliedern "würdigen". In Österreich gibt es sogar ein Buch über Kakteen und Personen, die nach ihnen benannt worden sind. Mit dem Namenvergeben sind beide Nationen übrigens sehr schnell, im Zurückrudern übrigens auch.

Sulcorebutiensammler sind m.M. ohnehin besser drann, wenn sie sich erst die Verbreitungsgebiete aussuchen und dann die Pflanzen. Bei eigenen Feldforschungsreisen sowieso. Google earth macht es möglich und sulco-willis Kompendium erleichtert diese Absicht ...

...in diesem Sinne bis nachher mal

Euer

CABAC
Es gibt nur einen Grund, warum es sich lohnt alt zu werden: Die Verwirklichung der Kindheitsträume!

Charles Dawkins
Beiträge: 37
Registriert: 10. Juni 2011, 07:25

Re: Sulcorebutia sedae

Beitragvon Charles Dawkins » 6. Oktober 2011, 16:47

"Sch....." und "Luschen" sind glaube ich etwas harte Worte für ein kleines Pflänzchen mit Feldnummer aber mir unbekanntem Namen. Ob ich mir eine Packung Kaugummi kaufe, oder fürs gleiche Geld eine Sulco über die ich (noch) nichts weiß spielt eigentlich kaum eine Rolle.

Außerdem sind alle anderen ja mit gesicherter Herkunft. Pflanzen ohne gesicherte Herkunft gebe ich auch nicht weiter, außer als No-Name Geschenke.

Ich bevorzuge übrigends Namen wie 'Sulcorebutia XYZ, -2 km-hinterrastplatzrouta5-10minutenfussmarsch-in-südöstlicherrichtung auf 3250m höhe'.
Bei Semperviven z.B. habe ich auch 450 verschiedene Töpfe derzeit. Da es dort fast nie Feldnummern gibt bin ich dort noch mehr als bei den Sulcos auf eine halbwegs genaue Herkunftbeschreibung der Pflanzen angewiesen, nicht zuletzt um auschließen zu können das man dasselbe doppelt und dreifach hat. Leider sind meine Informationen diesbezüglich weit dürftiger als bei Kakteen.

...und: Ich finde es spannend zu sehen wie man mit den Pflanzen mit Ortsbezeichnungen geographisch wirklich Entwicklungstrends beobachten kann. Das gilt für Sulcorebutien ebenso wie für meine Hauswurze.

Evolution ist spannend, vor allem wenn man sie wirklich vor Augen hat (Womit mein Forenname auch endlich erklärt wäre :mrgreen: )

sulco-willi
Beiträge: 22
Registriert: 12. Oktober 2010, 18:59

Re: Sulcorebutia sedae

Beitragvon sulco-willi » 9. Oktober 2011, 13:40

Hallo,

von der Philosophie her spricht mir Cabac aus dem Herzen. Trotzdem hat Charles natürlich Recht. Ich habe früher auch jeden "Schrott" gekauft und für das eine oder andere Stück bin ich heute noch dankbar. Klar, je umfangreicher Sammlung und Wissen werden, dest wählerischer wird man und ich bin eben der Meinung, wenn ich über Sulcos reden oder diskutieren will, dann geht das nur ausgehend von definiertem Material. Es helfen keine Spekulationen über Variationsbreite und Evolution und es macht auch keinen Sinn, davon DNA-Analysen machen zu wollen, wenn man keine Ahnung hat, wo die Pflanzen herkommen. Natürlich gibt das "Kompendium" zumindest für die neueren Einträge nur noch relativ kursorische Angaben (die Gründe sind bekannt). Sie sind allerdings jederzeit genau genug, um sich ein Urteil darüber zu erlauben zu können, in welchen Verwandtschaftskreis eine Pflanze gehört. Ohne jede Angabe ist eine Pflanze allerdings (für mich!) nicht mehr als Grünzeug.

Wie war das mit einem Bild dieser Sulco????

Beste Grüße

Willi
:roll:
Besuch mich mal bei www. sulcorebutia.de

vbueno
Beiträge: 3
Registriert: 19. Juni 2013, 12:11

Re: Sulcorebutia sedae

Beitragvon vbueno » 19. Juni 2013, 15:18

Verzeihen Sie meine Deutsch google.
Sedae Sulcorebutia sedae LH1579 / sedae PHA1290 = albissima.
LH1572 nicht atrospinosa ist lamprochlora = crispata.
Bitte sagen Sie mir, wenn ich falsch liege.
Ich bin ein Lernender.
Vicent

Benutzeravatar
CABAC
Moderator
Beiträge: 3880
Registriert: 1. September 2008, 07:56

Re: Sulcorebutia sedae

Beitragvon CABAC » 20. Juni 2013, 05:50

Hallo vbueno,
eigentlich müsste sich Sulcowilli zu diesem Thema melden. Ich bin noch nicht im Verbreitungsgebiet von Sulcorebutia crispata gewesen. Grundsätzlich zeigt mir Deine Unsicherheit bei dieser Sulcorebutia ein paar wichtige Fakten auf.

1. Sulcorebutia sedae halte ich für einen sehr überflüssige und schlecht
begründete Doppelbeschreibung. Sie hätte mit etwas mehr Kenntnisse
und Verständnis über die Anpassungsfähigkeit des Taxons an die
Verbreitungshöhe vermieden werden können. Interessierte Sammler dieses
Taxons werden so zu Opfern der Eitelkeit des Autors.

2. Die Gattung Sulcorebutia ist eine sehr junge, in ihrer Entwicklung nicht
abgeschlossene Kakteengattung.

3. Sulcorebutia benötigen neben dem Gattungsnamen und der Art für ihre
Identifizierung eine GPS Koordinate mit einer ziemlich genauen
Höhenangabe.

4. Eine Zusammenführung oder -fassung aller Funddaten, wie zum Beispiel das
von Willi Gertel herausgegebene Kompendium. Bin zu der Erkenntnis
gekommen, dass ohne dieses Werk keine Meinungsbildung möglich ist. Wer
meint, dass er eine neue Art gefunden hat, sollte wenigsten über sehr gute
Fundortkenntnisse verfügen und sich ausreichend mit anderen Feldläufern
über den Fund austauschen.

Ich kenne nur den südlichen Bereich (S.tarijensis & S camargoensis) und den Bereich rund um Sucre und Tarabuco ( 50 km Umkreis). Während S. tarijensis fast gleiche Blütenfarbe und Habitus aufweisen, habe ich im Bereich Tarabuco schon Fundstellen gehabt, an denen ich an einem Hügel in drei verschiedene Höhen drei verschiedene Blütenfarben von S.tarabucoensis dokumentieren konnte. Am Fundort hat mich diese Tatsache ziemlich verunsichert, wäre aber niemals auf die Idee gekommen, daraus drei Arten zu machen.

Am letzten Wochenende konnte ich einen Vortrag von Ralf Hillmann erleben. RH sprach über Sulcorebutia, die er im Bereich der Cordelliera Mandinga gefunden hatte und zeigte mit seinen Bildern ziemlich anschaulich, wie schnell sich Sulcorebutia anpassen können. In Folge der Brandrodungen der Indigenas verkarsten die östlichen Andenvorgebirge innerhalb kurzer Zeit. Als Kulturfolger von Bäumen und Sträucher besiedeln Kakteen diese Areale sehr schnell. Sulcorebuiten sind darin nicht nur sehr erfolgreich, sie zeigen sich sehr anpassungsfähig. RH konnte mit seinen Bildern zeigen und beweisen, dass diese Sulcorebutia auf kleinsten Raum in unterschiedlichen Fundhöhen und auch Himmelsrichtungen mehrere Blütenfarben ausbilden. Diese Tatsachen bestärken mich in der Auffassung, dass Sulcorebutien aus dieser Gegend neben einer GPS Koordinate, einer ganz klaren Kartenlage, auf jeden Fall auch noch eine präzise Höhenangabe benötigen. Da die Höhenangaben bei modernen und neuen GPS-Geräten von den Satelliteneinstellnungen der amerikanischen Regierung abhängig sind, halte ich das Mitführen eines externen Höhenmessers für unbedingt notwendig.

Macht es gut

CABAC
Es gibt nur einen Grund, warum es sich lohnt alt zu werden: Die Verwirklichung der Kindheitsträume!


Zurück zu „Sulcorebutia/Weingartia“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste