Fundament für Kalthaus

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scoparius
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Fundament für Kalthaus

Beitragvon scoparius » 11. April 2013, 19:58

Hallo, aus Gründen des zunehmenden Platzmangels im beheizten Gewächshaus spiele ich mit dem Gedanken noch ein (kleines) Kalthaus für frostverträgliche Kakteen daneben zu stellen.
Ich frage mich ob das Fundament eines Kalthauses zu den Seiten hin isoliert werden müste um die aufsteigende Erdwärme im Winter nicht an den umgebenden Boden im Winter zu verlieren?

Lieber wär mir natürlich wenn die isolierschicht nicht unbedingt nötig wäre, da ich wenig Lust auf tiefes Ausschachten habe, zumal das Grundstück ein Mietgrundstück ist auf dem bei einem Umzug unter Umständen alles wieder rückgebaut werden müste.

Manfredo
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Re: Fundament für Kalthaus

Beitragvon Manfredo » 11. April 2013, 20:54

Hallo Jens,

wie soll das Kalthaus denn "aussehen".
Soll es offene Bereiche haben, damit permanent Luft zirkulieren kann?

Viele Grüße
Manfredo

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CABAC
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Re: Fundament für Kalthaus

Beitragvon CABAC » 12. April 2013, 07:01

Hallo Jens,
für solche fliegenden Bauten biete sich ein Fundament aus aus grauen Gehwegplatten (50X50) an, die man hochkant in die Erde stellt. So habe ich das Problem mal gelöst. Als mein Behelfsbau dann schnell weichen musste war nach drei Stunden nichts mehr davon zusehen. Soll daraus eine Dauerlösung (so wie bei meiner Volliere) werden, kommst Du ohne ein richtiges Fundament nicht aus.

Auch bei der Lösung" Fliegender Bau " solltes Du bedenken, dass das Behelfsfundament frostfrei (also wenigsten 50 cm) eingebaut sein muss. Sonst kann es passieren, dass Du bei Starkfrost wegen verzogener Tür nicht in Dein Kalthaus hineinkommst. Habe da so meine Erfahrungen.

Melde mich für das Richfest an und wünsche Dir jetzt schon viel Spaß bei realisieren der Pläne.

Klar bei Schippe, Betonmischer, Arbeitshandschuhe, Richtschnurr und mach es gut

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scoparius
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Re: Fundament für Kalthaus

Beitragvon scoparius » 12. April 2013, 16:37

Hallo, danke für die Tipps.
Ich werde warscheinlich ein kleinerers GH von Beckm. aus der Modellreihe Allgäu nehmen . Die Grundfläche wird nicht mehr als 10 qm betragen damit der Bau genehmmigungsfrei bleiben kann.
Ich werde zur besseren Lüftbarkeit im Sommer und in der Übergangszeit eine zusätzliche Tür an der anderen Giebelseite nehmen und evtl auch zusätzliche Seitenfenter.

Im Falle eines nicht isolierten Fundamentes wolllte ich vielleicht einen Holzrahmen oder Alurahmen mit einbetonieren Pfeilern (Erdankern) verwenden.
Alternativ gibt es ja auch solche grauen Formsteine die zusammengestellt und ausgerichtet werden und dann mit Beton verfüllt werden können?
Den späteren GH Boden wollte ich vielleicht etwas ausheben und mit einer Schotter /Kiesschicht wieder auffüllen um die Feuchtigkeit im Winter aufzunehmen.
Hat einer Euch beiden ein ungeheiztes GH in Betrieb?

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Re: Fundament für Kalthaus

Beitragvon CABAC » 12. April 2013, 18:30

Ja ich Jens!
Und da ich auch mal an den gleichen Gestaden gewohnt habe, würde ich an Deiner Stelle bedenken, dass Du beim Fundament mehr Sorgfalt berücksichtigen solltest. Sonst marschiert Dein Haus bei Wind / Sturm über das Grundstück oder wird zerschlagen. Weiß wovon ich spreche, ist mir auch mal passiert als ich glaubte, dass ein Kantholzfundament mit Erdnägeln fixiert ewig halten würde.

Das Verbauen von Gehwegplatten als Fundament ist eine sauschwere Arbeit,lohnt sich aber, vor allen dingen schon mal deshalb, weil Du damit eine Widerlager zur Windkraft in der Erde schaffst.

Mach (t) es gut

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Re: Fundament für Kalthaus

Beitragvon scoparius » 12. April 2013, 19:45

Hallo CABAC, ja es stimmmt bei uns ist ziemlich sandiger Boden und Wind gibt es auch genug.... allerdings ist der GH Standort relativ dicht umbaut, so dass nur die Südseite offen für den Wind ist und insofern nicht der volle Winddruck auf dem Haus lasten würde.
Meine Frage ging aber auch in die Richtung ob ein Fundament zur Isolierung (gegen Bodenfrost vom umliegenden Boden und Nässe aus dem Erdreich unter dem GH ) bei einem Kalthaus überhaupt zwingend notwendig ist.

Weiterhin überlege ich auch ob man relativ starke Hohlkammerplatten für die Verglasung brauchen würde (auch wieder mal abgesehen von der Frage welchen Winddruck es aushalten muss) oder ob auch z.B. 6 mm Hohlkammerplatten ausreichen wenn die Dach Fenster eh den ganzen Winter zum Lüften offen stehen würden.?

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Re: Fundament für Kalthaus

Beitragvon CABAC » 13. April 2013, 06:23

Hallo scoparius,
bei starken Wind wird ein offenstehendes Fenster nicht dazu führen, dass Dein Kalthaus mit einem Standort bei geschlossener Bebauung beschädigt wird. Bei Sturm kannst Du aber davon ausgehen, dass selbst in Wohngebieten schon eine Böe ausreicht, das 6 mm Hohlkammerplatten, wenn sie nur geklammert sind, wegfliegen wie Papier. Und hat der Sturm erstmal ein Loch gerissen, ist das Ende deines Kalthauses bei der nächsten Böe sehr schnell da.

Vor ein paar Jahren hat eine einzige Sturmböe das Dach meines Kalthauses komplett abgehoben und am Nachbargebäude schwere Schäden verursacht. Seitdem mache ich bei kritischen Wetterlagen alle Fenster zu, bzw.falls ich mal nicht da bin, sind alle Familienmitglieder soweit sensibilisiert, dass jeder weiß was zutun ist.

Was die Frostfreiheit des Fundamentes betrifft, würde ich mal schauen wie tief bei Euch ausgehoben wird und an Packlage eingebracht wird, wenn gepflastert wird. Bei Sandboden bestimmt nicht so tief wie bei Lehm. Hier ist Frostfreiheit bei 60 cm gegeben. Bei Euch möglicherweise schon bei 40 cm.

Was die Isolierung des Bodens betrifft, würde ich weniger an Isolierung denken als an eine Sperrschicht, die verhindert, dass in der kalten Jahreszeit die Luftfeuchtigkeit ansteigt. Diese Luftfeuchtigkeit kondensiert an den Metallstreben, führt zu Tropfbildung und auch zu Schimmel.

Schade, dass ich vor 25 Jahren das Bauwerk nicht fotografiert habe. Damals hatte sich ein Ortsgruppenmitglied mit Schrebergarten nahe der Ostsee etwas Geniales einfallen lassen und konnte darin keine 25 Meter von der Küste Sclero-und Pediokakteen ohne Probleme von der Aussaat zur Blühte bringen. Das Bauwerk hatte keine Fensteröffnungen sondern bodennahe Luftschleusen und diese sorgen für permanente Lufbewegung. Genial !

Klar bei Schippe, Arbeitshandschuhe, Schlauchwaage, Richtschnur und einem schönen Feierabendbier (ist auch bei Planfassung genehmigt).

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Re: Fundament für Kalthaus

Beitragvon scoparius » 13. April 2013, 10:08

Das sind sehr wertvolle Erfahrungen , vielen Dank CABAC.


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