Kältebrücken

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Ralf
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Kältebrücken

Beitragvon Ralf » 4. November 2012, 16:56

Hallo zusammen,

in einem anderen Thread wurde das Thema schon mal kurz angesprochen: Kältebrücken in der Gewächshauskonstruktion.
Ich vermute mal, dass ich nicht der einzige bin, der dieses Problem hat. Manfredo hatte in dem anderen Thread geschrieben, dass er Isolationsmaterial verwendet, das er von Innen auf die betroffenen Aluprofile aufbringt (@Manfredo: Was verwendest Du da? Hast Du da schon Erfahrungen bzgl. der Haltbarkeit (Hitze/UV)?).
Da ich bei meinem Princess-Haus ebenfalls im Winter Probleme mit Tropfwasser von den Aluprofilen mit Außenkontakt habe, würde mich interessieren, was Ihr so dagegen unternehmt. Betroffen sind bei mir die Profile am First, die an der Seite/Traufe und die, die die Dachfläche nochmal unterteilen. Da tropft im Winter doch schon öfter mal Kondenswasser runter. Wie ist das bei anderen und was macht Ihr dagegen?

Viele Grüße,
Ralf

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scoparius
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Re: Kältebrücken

Beitragvon scoparius » 4. November 2012, 18:23

Das war ein Grund weshalb ich mich für eine weitere Isolierschicht innen entschieden habe . Allerdings ist es jedes Jahr eine etwas fummelige Arbeit die Luftpolsterfolie zwischen Verglasung und den Stellagen zu plazieren ohne zu viele von den Hakendornigen von den Tischen zu fegen...
Es geht auch GH - Platz verloren, der sonst für Kakteen nutzbar wäre. -Aber es tropft nicht mehr auf die Pflanzen. Dies war vor alllem an den Dachfenstern des Beckmann Plantarium immer mal der Fall.
GH 2012 Oktober28-2.jpg

GH 2012 Oktober28-3.jpg


Durch die innere Schicht bildet sich auch an nicht- termisch getrennten Bauteilen kein Kondenswasser mehr.

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CABAC
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Re: Kältebrücken

Beitragvon CABAC » 4. November 2012, 19:22

...also ich nehme einen Schwamm und tupfe damit die Stellen ab, an denen sich Schwitzwasser bildet. Ab November hänge ich zwei chemische Luftentfeuchter auf und stelle das Gießen komplett. Nach ca. 10 Tagen beträgt die Luftfeuchtigkeit nur noch 55- 65 %. Das bleibt so den ganzen Winter; muss allerdings darauf achten, dass die Türen bei feuchter Witterung nie lange aufstehen...
s.l.

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Konrad
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Re: Kältebrücken

Beitragvon Konrad » 5. November 2012, 18:02

Hallo zusammen, nach dem ersten vergangenem Winter mit meinem Princess Haus haben mich auch diese Kältebrücken gestört. Am unangenehmsten war es an der Tür, abtropfendes Wasser von der Querverstrebung gelangte auf die untere Bürstendichtung. Die war hart gefroren, ein vorsichtiges auftauen vertrugen die dünnen Borsten nicht. Bei reichlichen Minusgraden musste ich eine neue einziehen. Damit kein Wasser mehr so einfach hingelangt habe ich einen Moosgummistreifen mit doppelseitigem Klebeband an die Tür geklebt. Ein Bild dazu stelle ich noch rein zur besseren Erklärung.

Beste Grüße
Konrad

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Konrad
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Re: Kältebrücken

Beitragvon Konrad » 10. November 2012, 08:10

Hallo zusammen,
jetzt die versprochenen Bilder. Das angeklebte Band verhindert das abtropfendes Wasser an die Bürstendichtung gelangt. Im letzten Winter hat es sich bewährt. Wenn die Schwelle richtig fertig ist klebe ich es neu etwas höher wieder an.

Beste Grüße
Konrad
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IMG_8299.jpg
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Manfredo
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Re: Kältebrücken

Beitragvon Manfredo » 26. November 2012, 22:22

Hallo zusammen,

ich bin hier noch eine Antwort schuldig.

An/in meinem Gewächshaus habe ich folgende Maßnahmen für eine bessere Isolierung durchgeführt:

1. In die Profile über den Fenstern und unten an den Schiebetüren, dort wo keine Stegdoppelplatten sind, habe ich 20mm starke Styrodur-Streifen „gesteckt“, um die Oberfläche der Kältebrücken zu verkleinern.
IMG_1273.jpg

IMG_1264.jpg


2. Vor die Bodenprofile habe ich von innen ebenfalls 20mm Styrodur-Streifen gestellt;
IMG_1279.jpg

sie werden von den Styrodur-Platten für die Fundament-Isolierung gehalten.
IMG_1278.jpg


3. Da mein Gewächshaus 3,5 Meter breit ist, hat es an den Stirnseiten noch ein waagerechtes Stabilisierungsprofil, damit die Stegdoppelplatten nicht durch Winddruck aus den Profilen gedrückt werden können.
Auf diese habe ich von innen mit Silikon 20mm Styrodur-Stücke geklebt.
IMG_1262.jpg


4. Auf die Längsprofile an First und Dach-Seiten-Übergang habe ich zwei verschiedene „Materialien“ geklebt (,weil ich weder von dem einen noch von dem anderen genügend hatte).
a) Selbstklebende, 5cm breite und 3mm dicke Isolierstreifen. Das Material geht in Richtung Moosgummi oder so etwas ähnliches und wird auch zur industriellen Isolierung verwendet. Davon habe ich damals eine kleine Rolle bekommen können (war ursprünglich schwarz, habe ich grün gestrichen, damit es zum Gewächshaus passt).
IMG_1283.jpg

b) Ca. 3 mm starkes, hellblaues Hartschaum-Material (mit Silikon angeklebt). Das wird wohl zur Verpackung oder auch zur Isolierung benutzt. Was es genau ist, weiß ich nicht. Habe ich auch grün gestrichen. Wenn ich mich recht entsinne, habe ich davon ein größeres Stück im Baustoffhandel gesehen und damals gefragt, ob ich es haben könnte.
IMG_1258.jpg

IMG_1259.jpg


Vor zwei Jahren habe ich angefangen, im Winter die Seiten- und (ein) Dachfenster von innen zusätzlich mit Noppenfolie abzudichten.
IMG_1284.jpg

Zusätzlich hänge ich den Firstbereich (über die Querstreben) auch noch mit Noppenfolie ab. (Ist auf diesem Bild allerdings noch nicht geschehen). Das schützt gleichzeitig auch gegen Tropfwasser.
IMG_1288.jpg


Schiebetüren und Eingangstür wollte ich zuerst auch noch mit Noppenfolie abdichten, habe dann aber darauf verzichtet, weil es mir wichtiger ist, bei schönem Wetter lüften zu können.

Zur Haltbarkeit des Materials nach jetzt ca. 12 Jahren:

Wie man vielleicht auch auf den Bildern sehen kann, bröselt das hellblaue Hartschaum-Material mittlerweile bei Berührung weg, vor allem an den Stellen, an die auch die Sonne kommt (die gestrichenen Flächen scheinen nicht so „bröselig“ zu sein) .

Das Styrodur zersetzt sich, nicht dramatisch schnell, aber langsam und sicher – wieder besonders unter Sonneneinwirkung. Dieses zeigt sich dann als dreckig-brauner Belag auf dem Material, den man auch überall auf den Bildern sehen kann.
IMG_1263.jpg


Die „Moosgummi-Streifen“ ließen sich am schlechtesten verarbeiten, aber Alterungs-Erscheinungen sind mir bis jetzt nicht aufgefallen. (Die kleben allerdings auch an Stellen, an die man für gewöhnlich nicht anfasst.)


Beste Grüße
Manfredo

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Christa
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Re: Kältebrücken

Beitragvon Christa » 3. Dezember 2012, 16:38

. Ab November hänge ich zwei chemische Luftentfeuchter auf

Hallo Herbert,

was sind das für Luftentfeuchter? Da ich fast ständig über 90% Lf habe, würde mich das sehr interessieren. Zumal ich mit Gas heize und die Lf dadurch noch höher steigt.

LG Christa

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Re: Kältebrücken

Beitragvon CABAC » 4. Dezember 2012, 05:50

Hallo Christa,

die bekommst Du in jedem Baumarkt. Entweder als Granulat oder Block. Falls Du Dir diesen Luftentfeuchter einsätzen willst, solltest Du die Bedienungsanleitung genau durchlesen und beim Entleeren des Behälters vorsichtig sein.

Diese chemischen Entfeuchter arbeiten auf der Basis vom Calciumchlorit
http://de.wikipedia.org/wiki/Calciumchlorid
und die Flüssigkeit, die sich im Behälter sammelt ist ätzend.

Alles Gute und herzliche Grüße

CABAC
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Re: Kältebrücken

Beitragvon Manfredo » 4. Dezember 2012, 19:42

Hallo Christa,

es gibt auch elektrische Luftentfeuchter - ebenfalls in Baumärkten.

Mit zwei "Salzentfeuchter"-Schalen konnte ich der Luft in einem Winter geschätze drei bis vier Liter Wasser "entziehen",
mit einem elektrischen Luftentfeuchter (bei Bedarf ca. eine Stunde am Tag laufen lassen) ca. 10 bis 15. Lezterer "kostet" natürlich Strom.

Vielel Grüße
Manfredo

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Re: Kältebrücken

Beitragvon Christa » 12. Dezember 2012, 16:46

Hallo Herbert und Manfred,

vielen Dank für Eure Aufklärung. Leider hab ich keinen Stromanschluß und dadurch fällt das Elektrogerät aus.

LG Christa

PeterK
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Re: Kältebrücken

Beitragvon PeterK » 17. Dezember 2012, 22:30

Hallo,

ich habe auch ein Princess-Gewächshaus, aber relativ wenig Probleme mit Schwitzwasser. Ca. 1x. die Woche stelle ich meine Phoenix-Heizung in die wenige geöffnete Tür und blase mal kräftig durch.

Trotzdem hatte ich insbesondere am Fristbalken mit Schwitzwasser zu tun. Ich habe dann mit etwa 30-40 cm breiten Noppenfolienstreifen den Firstbalken 'isoliert'. Dazu habe ich Elektrokabelschutzrohre ein klein wenig mehr als passend geschnitten und über die Mutter/Schraubenköpfe gesteckt, sodass sie spannen und die noppenfolie halten. Es gibt nun weniger Schitzwasser, und das tropft nur an bestimmten Stellen, was erträglich ist.

Probleme habe ich allerdings an der Tür. Dort sammelt sich Schwitzwasser und vereist die Bürstendichtungen. Hat jemand hierfür eine Lösung?

Viele Grüße

Peter
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P1120923.JPG
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zipfelkaktus
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Re: Kältebrücken

Beitragvon zipfelkaktus » 12. Januar 2013, 18:46

Hallo, ich habe auch ein Princess 3-4m, speziell heuer hab ich kein Kondenswasser, da es so wenig kalt ist. Die letzten Jahre war es aber auch nie schlimm, nur Tropfenweise, ich muss also ziemlich wenig Luftfeuchtigkeit haben, werde mir einen Hygrometer anschaffen, lg. Martin


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