Digitalisierung von Dias

perez-suares
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Digitalisierung von Dias

Beitragvon perez-suares » 8. August 2013, 10:00

Seit über ca. 40 Jahren sammelten sich bei mir viele tausend Dias an. Wer aber schaut sich noch die alten Dias an ?
Ich habe auch noch eine Sammlung von Werner Reppenhagen von 1953, die erste Reise in Mexiko, aber auch von Lau, ca. 30
Jahre alt. Ich nehme an, vielen geht es ähnlich mit den alten Bilder. Ich habe zwar noch einen alten Diascanner, aber da muß
man mühselig Bild für Bild scannen. Ich suchte 2010 im Internet und fand eine Firma in Bielefeld, mache keine Werbung, nur
als Beispiel. Seit 2010 habe ich nach und nach so ein paar 1000 Dias hingeschickt und erhielt dann DVDs mit meinen Bildern. So kann ich jetzt einen kleinen Teil meiner alten Dias archivieren. Die Bilder haben aber nur Notebookqualität, für ein Beamer muß man dann Bilder mit mehr Bildpunkten nehmen, was dann den Preis leicht verdoppeln kann. Wer hat eine Idee wie man preisgünstig und gut Bilder digitalisieren
kann, man könnte sich auch zusammentun, um bei größeren Mengen einen besseren Preis zu erhalten ?

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CABAC
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Re: Digitalisierung von Dias

Beitragvon CABAC » 8. August 2013, 16:03

Hallo perez-suares,
bin sicher, dass Dein Beitrag nicht nur Interesse findet sondern, auch bei Leidensgenossen den einen oder anderen Seufzer entweichen lässt.

Unter anderem auch von mir, denn die Problematik ist mir sehr gut bekannt. Habe allerdings nur anfangs meine Dias in fremde Hände gegeben. Denn ersten war ich von Ergebnis immer enttäuscht und zweitens kosten Diascanner nicht die Welt ja und drittens wollte ich mir das Brennen auf CD oder DVD ersparen. Das Speichern auf externen Festplatten oder neuerdings auch in der Cloud macht die Geschichte etwas schlanker.

Ich habe mir übrigens erlaubt, Deinen Beitrag in die richtige Rubrik "Fotografie" zu verschieben. Denn dort passt er besser hin.

Mach(t) es gut

CABAC

perez-suares
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Re: Digitalisierung von Dias

Beitragvon perez-suares » 8. August 2013, 19:02

Hallo CABAC,
danke für die schnelle Antwort. Ich habe mich im Internet umgesehen, die Auswahl an Scannern ist groß mit sehr unterschiedlichen Preisen. Es gibt sogar billige Geräte, die ich auf meine Digitalkamera setzen könnte, auch kann man man Scanner leihen.
Kannst Du einen Scanner empfehlen ( oder darf das hier nicht sein, dann bitte an meine Emailadresse)?
Kann man die "Uraltdias" auch noch scannen und sinnvoll bearbeiten ?
Nur wenn ich meine Dias gescannt habe, brauche ich den Scanner nicht mehr.
Mit herzlichen Grüßen
perez-suares

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CABAC
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Re: Digitalisierung von Dias

Beitragvon CABAC » 9. August 2013, 08:52

Hallo perez-suares,

natürlich kann man auch uralte Dias einscannen und später auch digital bearbeiten. Sie dürfen nur nicht stark verblasst sein. Aber wenn Du Deine alten Kodachcromedias entsprechend gelagert hast, wirst Du auch digitalisiert Deine Freude daran haben.

Der Weg dorthin kann sich oft verzweigen, denn Scanner oder andere Möglichkeiten gibt es zu Hauf. Gerät beim Fotohändler seines Vertrauens leihen oder als Mitglied eines Fotoklubs auf den Fundus des Klubs zurückzugreifen, sind zwei Möglichkeiten. Beide Möglichkeiten kenne ich oder ausprobiert, habe aber den Kauf eines eigenen Scanners in mittleren Preisklasse vorgezogen.

Wie Du sicherlich herausgefunden hast, bekommt man schon für "kleines Geld um 35 € " einen Diascanner. Zum Sichern der Aufnahme reichen sicherlich die Auflösung von 1.800X1.800dpi und die Farbtiefe von 30 Bit. Wer aber früher nur hochwertige Film benutzt hat, wird auch an die Qualität des Scans höhere Ansprüche stellen. Preisgünstige Scanner benötigen für ein Scan ca. 1 sek. Sicherlich reicht diese Zeit nicht aus, um auch Kratzer oder Staub zu entfernen oder das digitale Bild entsprechen zu bearbeiten. Also bleibt nur der Schritt in die höhere Preisklasse.

Ich habe mir einen Flachbettscanner mit Durchlichteinheit im oberen Preissegment geholt. Mit ihm bin ich der Lage alle Scanarbeiten durchzuführen. Das Gerät funktioniert auch nach 10 T Scans einwandfrei. Marken kann ich Dir nur bedingt empfehlen. Weil auch Drucker und die Kamera von der Firma C..... sind bin ich bei der Marke geblieben. Flachbettscanner haben eben den Vorteil, dass man sie, wenn alle Dias eingescant sind eben auch noch weiter verwenden kann. Bei einem reinen Dias oder Filmscanner bliebe danach nur der Verkauf.

Mach(t) es gut

CABAC

Ramarro
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Re: Digitalisierung von Dias

Beitragvon Ramarro » 9. August 2013, 10:32

Wenn man die alten Dias nicht gerade für bestimmte Zwecke braucht, ist es doch eigentlich egal, wo sie nutzlos herumliegen, ob nun in Diakästen oder auf DVD oder Festplatte. Wobei sie in Diakästen ja noch am sichersten aufgehoben/archiviert sind. Oft ist es doch so, dass man sie sich nur noch einmal anschaut - was bei der Menge ja sowieso auch mit entsprechendem Zeitaufwand verbunden ist - und das war's dann. Wozu also der Aufwand? Zumal die Bilder durch das Scannen ja nicht gerade an Qualität gewinnen und zumindest bei höheren Ansprüchen als für Monitorbetrachtung ist Scannen auch nicht unbedingt trivial. Wenn Leinwand und Projektor noch vorhanden sind, wäre es also zu überlegen, ob man sich nicht doch einfach noch mal die Qualität projizierter Dias gönnen sollte, denn die aktuellen Beamer reichen da ja noch längst nicht ran. Besonders gute oder wichtige Bilder kann man ja dann zusätzlich immer noch scannen lassen.

Grüße,
Rolf

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Re: Digitalisierung von Dias

Beitragvon detmet » 9. August 2013, 16:13

Wenn man eine größere Anzahl von Dias in guter Qualität selbst digitalisieren will, sind weder die billigen Diascanner noch die höherwertigen Flachbettscanner des Consumer-Marktes wirklich geeignet (vgl. http://www.filmscanner.info/FilmscannerRangliste.html). Beide liefern eine mäßige Qualität und brauchen viel Zeit und Geduld, weil die Dias einzeln ein- bzw. aufgelegt werden müssen -- bei Tausenden von Dias keine Freude.
Hier gibt es zwei Alternativen, wenn man nicht die teuersten Profigeräte von Hasselblad oder Nikon kaufen will oder kann:

a) Anschaffung eines Diamagazin-Scanners (z. B. Reflecta Diascanner DigitDia 6000 oder Braun Multimag SlideScan 6000). Die Geräte haben den Vorteil, dass sie ein komplettes Dia-Magazin aufnehmen und in einem Rutsch durchscannen. Nachteil: So ein Rutsch dauert schon, je nach Voreinstellung bis fünf oder sechs Stunden (bei einem 50er Magazin). Man muss aber nicht dabeisitzen und kann andere Dinge erledigen. Probleme gibt es allenfalls, wenn man sehr verschieden dicke Diarahmen, evtl. sogar mit Umklebungen etc., digitaliseren will. Da kann das Gerät schon mal haken (wie jeder Diaprojektor auch). Billige Diamagazine haken auch gelegentlich, das kann man aber vermeiden, wenn man ein gutes funktionierendes wählt und immer wieder zum Scannen benutzt (die Dias von einem Magazin ins andere kippen, ist Sekundensache).
Ich habe mit so einem Gerät Tausende von Dias gescannt, die digitalen Bilder sind dabei dann durchaus auch für den Druck (wie z. B. in der KuaS) geeignet.
Billig sind die Geräte nicht (1000 bis 1500 €), je nach Lieferumfang. Aber man kann Sie meist für einen sehr guten Preis wieder gebraucht verkaufen - oder sich ein Gerät tageweise ausleihen.

b) Abfotografieren mit einer Digitalkamera. Hierfür gibt es viele Bastellösungen im Internet, aber auch professionelle Lösungen wie Slidesnap Pro. Wer nicht selbst die Gerätschaft basteln oder kaufen will, der kann sich fertige Systeme mit Kamera, Laptop, Software und Diaprojektor auch tageweise vergleichsweise günstig leihen (z. B. über Mikrovision).
Der große Vorteil der Digitalisierung über die Kamera ist die Geschwindigkeit. So schnell der Projektor die Dias durchziehen kann, so schnell wird digitalisiert. Da kann man an einem Tag schon Tausende Dias digitalisieren, muss aber dann dabeisitzen (zum Wechseln der Magazine). Deshalb muss eine Mietdauer auch nicht sehr lang sein.

Was dann aber bei beiden Alternativen ggf. sehr viel Zeit kostet, ist, wenn man die digitalen Fotos dann beschriften/umbenennen will ... Das ist so aufwändig wie Diarähmchen beschreiben.
Auch wenn man die Einstellungen optimal vornimmt, wird -- abhängig vom eigenen Qualitätsanspruch -- bei Serienscans in vielen Fällen auch eine Nachbearbeitung mit einem Bildverarbeitungsprogramm notwendig sein. Aber das kann auch warten, bis man wirklich mal ein Bild für den Druck einreichen will.

Auf jeden Fall besteht so die Möglichkeit, seine Dia-Schätzchen digital über die Zeit zu retten, denn die Dias werden mit der Zeit nicht besser. Datensicherung muss dann aber auch eine Selbstverständlichkeit sein.

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Re: Digitalisierung von Dias

Beitragvon perez-suares » 9. August 2013, 20:08

Ich danke Euch für die Informationen.
Hier mein mein Fazit: Bei der Auflösung von 2000 dpi zahle ich bei 1000 Dias 0,15 €, die Qualität reicht für mein
Notebook.
Bei Ebay kann ich für 5 Tage einen Diasscanner für 99 € mieten, Reflecta DigitaDia 5000- damit sollte man ein paar
tausend Dias scannen können. Neupreis des Sanners ist so um 1.100 €.
Beschriften und einsortieren in Dateien muß man natürlich die Bilder danach, aber man muß nicht viele Diakästen durchsehen,
um ein Bild zu finden.
Kann man aber uralte Dias (60 Jahre alt) mit verblassten Farben noch digitalisieren und sinnvoll bearbeiten ?

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Re: Digitalisierung von Dias

Beitragvon detmet » 10. August 2013, 06:48

Mit dem Reflecta Digitdia 5000 kann das Scannen von 50 Dias (bei bester Qualität, Auflösung, automatischer Staub- und Kratzerkorrektur ) schon bis zu fünf oder sechs Stunden dauern. Da kann man ausrechnen, dass man für einige Tausend Dias etliche Tage braucht. Zur Scangeschwindigkiet siehe http://www.filmscanner.info/ReflectaDigitDia5000.html.
Da ist zu überlegen, wenn man die Mietmöglichkeit bevorzugt, nicht Angebote wie von Mikrovision nutzt.
Professionelle Diascan-Anbieter berechnen für hoch aufgelöste Scans (über 4000 dpi) Preise von 10 Cent (oder weniger) pro Dia. Man muss eben rechnen, wieviel Dias man hat und was man selbst an Zeit inverstieren will.
Wenn man schon mal digitalisiert, würde ich mit 2000 dpi nicht zufrieden geben. Für Laptop und Beamer reicht das, aber vielleicht möchte man auch mal eine Ausschnittsvergrößerung machen? (Das Dia muss die Qualität natürlich auch hergeben).

Genau, dass man icht viele Diakästen nach einem bestimmten Bild durchsuchen muss, ist ein weiterer Vorteil der Digitalisierung. Mit einem Bildbetrachter-Programm hat man schnell die Übersicht auf dem Monitor.

Ja, man kann auch uralte verblichene Dias scannen. Mit guten Bildbearbeitungsprogrammen kann man aus den Scans noch eine ganze Menge rausholen, indem man Farbstiche korrigiert, die Sättigung erhöht u. a. Die Originalqualität eines neuen Dias oder Digitalfotos darf man natürlich nicht erwarten. Gerade wenn es unwiederholbare Aufnahmen sind (z. B. von früheren Reisen), lohnt sich das.

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Re: Digitalisierung von Dias

Beitragvon CABAC » 10. August 2013, 09:27

Hallo zusammen,

dank der sehr ausführlichen Antworten von detmet kann ich nur noch wenig zum Thema beitragen.Außer, dass das erfolgreiche digitalisieren von alten Dias auch von dem verwendeten Filmmaterial (nicht die Marke) abhängig ist.

Als bekennender Fan von Kodachromefilmen ( 15, 25 und 64) bin ich mal im Netz auf die Suche nach Informationen über das Scannen von Kodachromedias gegangen.

Und wurde auch schnell fündig:http://www.filmscanner.info/Kodachrome.html

Mit dem oben angegebene Filmmaterial habe ich lange Zeit (eigentlich bis zu letzt) fotografiert und konnte bei Dias, die aus diesen Filmen entstanden auch die besten Ergebnisse erzielen.

Macht es gut

Euer

CABAC
Es gibt nur einen Grund, warum es sich lohnt alt zu werden: Die Verwirklichung der Kindheitsträume!

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Re: Digitalisierung von Dias

Beitragvon Ramarro » 10. August 2013, 10:53

Ach ja, Kodachrome ... - in der Rückwand meiner F2 steckt auch heute immer noch ein Packungsabriß vom Kodachrome II (das war m.W. der erste Diafilm von Kodak), und der bleibt da auch drin, auch wenn da jetzt Fujis durch müssen.

Grüße,
Rolf

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Re: Digitalisierung von Dias

Beitragvon Cay » 11. August 2013, 16:03

Hallo alle zusammen,
vielleicht ist es auch hilfreich einmal regional nach Dienstleistern zu schauen. Bei uns hier oben im Norden gibt es Firmen die solche teuren, qualitativ sehr hochwertigen Scanner besitzen und gegen einige Taler das Scannen anbieten. Für einmal einscannen ist es mir auch zu teuer solch ein Gerät selbst anzuschaffen.
Viele rüße
Cay

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Re: Digitalisierung von Dias

Beitragvon detmet » 11. August 2013, 17:36

Geanu das meinte ich, als ich schrieb: "Professionelle Diascan-Anbieter berechnen für hoch aufgelöste Scans (über 4000 dpi) Preise von 10 Cent (oder weniger) pro Dia. Man muss eben rechnen, wieviel Dias man hat und was man selbst an Zeit investieren will. "


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