Parodia juckeri var. borealis HJ 1183 & WK 1214

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Parodia juckeri var. borealis HJ 1183 & WK 1214

Beitragvon CABAC » 30. Juli 2017, 06:52

Hallo zusammen,

in der succulenta Nr.4, August 2017, Jahrgang 96 gibt es eine weitere Beschreibung für eine Parodia die sowohl durch den Schweizer Hans-Jörg Jucker als auch durch den Deutschen Wolfgang Krahn entdeckt wurde.



Jucker als auch Krahn fanden diese Parodia in Bolivien in der Provinz Arzurduy, Dept. Chuquisaca in den Felsen 8 km nördlich von Huancarani in Fundhöhen zwischen 2.300 und 2.700 m.

Ich bin in der glücklichen Lage die Parodiefunde von Hans-Jörg Jucker seit 14 bzw. 6 Jahren anhand von Sämlingen von Jucker zu beobachten.

Und finde mit der Beschreibung von Parodia juckeri var. borealis HJ 1183 WK 1214 dass, für die Sippe Parodia procera einer grundlegende Neubeurteilung gemacht werden sollte.

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Parodia juckeri var borealis HJ 1183
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Re: Parodia juckeri var. borealis HJ 1183 & WK 1214

Beitragvon Pantalaimon » 2. August 2017, 22:44

Hi,

vielen Dank für den Hinweis auf die Neubeschreibungen und die Bilder! Würde unter dem hier gezeigten Bild nicht "juckeri var. borealis" stehen, hätte ich sie glatt für ne P. hegeri gehalten - aber vielleicht liegt das auch nur am Bildausschnitt.

Viele Grüße!
Chris

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Re: Parodia juckeri var. borealis HJ 1183 & WK 1214

Beitragvon CABAC » 3. August 2017, 07:32

Hallo Chris,

danke für deinen Beitrag. Ja und du liegst offensichtlich nicht schlecht mit deiner Einschätzung.

Hier mal ein Bild von Parodia hegeri in Kultur:
Parodia_hegeri_HTH045.jpg


Entdeckt von Krahn und Heger, blieb dieser Fund lange unbeachtet. Aus gutem Grund, denn beide sind oder waren auf ihren Reisen den Lobivien und Rebutien zugetan und deshalb keine Parodienspezialisten. Ja und sogenannte Parodienspezialisten hielten eine gelbblühende Hochandparodia für unmöglich.

Alle Juckerfunde, die kürzlich beschrieben wurden, stammen aus der Region in der vor 30 Jahren Parodia hegeri gefunden wurden.

Chuquisaca_MapA1234.jpg


„Diese Karte ist ein Ausschnitt aus der Karte ‚world mapping project Bolivien’. © REISE KNOW-HOW Verlag Peter Rump GmbH.“


Der Kartenauschnitt zeigt ein Gebiet, welches ich gerne mal als Wechsel oder Übergangsgebiet bezeichne. Denn in diesem Gebiet verändern sich in sehr auffälliger Art und Weise ein paar Kakteengattungen. Sowohl bei Rebutia( Aylostera, Sulcorebutia,) als auch bei Lobivia (Echinopsis) und erst Recht bei Parodia und Weingartia wurden Neufunde gemacht, bei denen nichts mehr nach den bisherigen Auffassungen und Forschungsergebnissen passte.

Bei Weingartia trifft man auf Typen bei denen man Merkmale die man sowohl der südlichen als auch der nördlichen Gruppe angehören. Aus diesem Grund gibt es für mich Augustins Gruppeneinteilung nicht mehr. Von Chochabamba in Bolivien bis Humahuaca in Nordargentinien nur noch Weingartia mit jeweils sehr guten eigenständigen Artmerkmalen.

Beiden Parodia schiebt sich ein Keil von gelbblühenden Hochlandparodien zwischen zwei rotblühende Typen. Südlich eben Parodia massii / subterranea und nördlich davon Parodia tuberculata. Bei den gelben Parodia aus dem Übergangsgebiet findet man Parodia die Blütenmerkmale von anderen Kakteengattungen stammen. Zum Beispiel bei Parodia gibbulosa gibt es Blütenmerkmale die auch bei Aylostera gefunden wurden.


Alle Juckerfunde ordne ich der Procerasippe zu.

Wie komme ich zu der Ansicht / Auffassung? Nun das ist ganz einfach. Erstens ist mir bei Parodia procera schon bei meiner ersten Reise ein sehr seltsames Verbreitungsverhalten aufgefallen. Mein damaliger Reiseführer (ein erwiesener Parodienspezialist) fand meine Gedanken ziemlich empörend für einen sehr unerfahrenen Feldläufer.


Zweitens hat mir Jucker seit 2003 viele seiner Aussaaten zur Beobachtung überlassen. Konnte / kann also seit Jahren diese Pflanzen beobachten und habe mir von fast allen Fundnummern REM-Aufnahmen anfertigen lassen. Vergleiche ich diese REM's, dann stelle ich fest, dass Parodia procera und allen anderen Funden aus der Sippe ein paar sehr gute gemeinsame Merkmale haben.


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Re: Parodia juckeri var. borealis HJ 1183 & WK 1214

Beitragvon Pantalaimon » 4. August 2017, 20:41

Hallo,

tausend Dank für die ausführliche Antwort! Da würde mich jetzt natürlich im Detail interessieren, was für ein seltsames Verbreitungsverhalten Dir bei den "proceras" aufgefallen ist (oder meintest Du damit die Tatsache, dass die "gelben" zwischen den zwei "roten Gruppen" stecken?). Außerdem müssten wir den Herrn Jucker dann mal von Azurduy nach Turuchipa schicken, um herauszufinden, ob es zwischen den blauen Sternchen und P. hegeri womöglich weitere Parodien aus dem Verwandtschaftskreis gibt. :-)

Viele Grüße!
Chris

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Re: Parodia juckeri var. borealis HJ 1183 & WK 1214

Beitragvon CABAC » 5. August 2017, 06:01

Hallo Chris,

also ich kann dir versichern, dass es auch meiner Karte in dem Bereich noch weitere blaue Sternchen mit Juckerfunden gibt, nicht nur für Parodien, sondern auch für Weingartia oder auch Lobivia bzw. Sulcorebutia. Mir sind die Fundortdaten von Jucker bekannt und ich habe diese mit Googl-Earth bearbeitet. Kann dir versichern, da gibt es eine unglaublich Dichte von Juckernummer.

Da ich Jucker meine Verschwiegenheit zugesichert habe, kann ich natürlich nicht darüber öffentlich berichten.

Zu den neuen und noch Juckerparodien kann ich hier noch nicht viel berichten, will da nicht den Neubeschreibungen die zurzeit noch bei Prof. Dr. Dier in Arbeit sind vorgreifen.

Aber was das Verbreitungsverhalten der "Parodiaprocerasippe" angeht, werde ich hier mal berichten. Aber auch nicht zu viel, denn über das Thema werde ich schreiben und dann auch publizieren. Nur so viel vorweg, nicht ich war der Entdecker dieses Verhaltens, sondern Ritter hat mich auf die Spur gebracht.



Danke für dein Interesse und mach(t) es gut

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Re: Parodia juckeri var. borealis HJ 1183 & WK 1214

Beitragvon Pantalaimon » 5. August 2017, 17:16

Hallo,

kein Problem, dann warte ich geduldig.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende!
Chris


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