Parodia gibbulosa oder Parodia gibbulosoides ?

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WoBo
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Re: Parodia gibbulosa oder Parodia gibbulosoides ?

Beitragvon WoBo » 22. August 2018, 05:50

Immer wieder faszinierend, wie viel Emotionen manche in etwas derart Irrelevantes wie einen botanischen Namen hineininterpretieren ... Da hat die Stadt Aachen doch tatsächlich in ihrer Entwässerungssatzung die Abwasseruntersuchungen in § 17 geregelt. § 17! Im Entwurf war das doch noch § 16 gewesen!!! Aber dann hat dieser Paragraphenreiter Brandt einfach noch eine zusätzliche Regelung zu irgendwelchen "Antragsverfahren" da reingeschmuggelt ... Und überhaupt: "Entwässerungssatzung", der Abgeordenete Ritter wollte doch ausdrücklich, dass das Teil "Satzung zur Abwasser-Einleitung" heißt ...

(Und für diejenigen, die nicht nachträglich den ganzen Thread lesen möchten: Die falsche Wuchsortangabe von Brandt ist völlig irrelevant; er hätte auch "Timbuktu" schreiben können).

Schön, wenn wir keine anderen Probleme haben. Und auf die Fotos (sowie die hoffentlich reichlichen Samen) kann CABAC wirklich stolz sein! ;-)

Bis neulich, und nix für ungut!
Wolfgang

Pantalaimon
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Re: Parodia gibbulosa oder Parodia gibbulosoides ?

Beitragvon Pantalaimon » 22. August 2018, 06:10

Servus,

der Haage hatte vor einiger Zeit 2 Feldnummern dieser Art im Angebot. Mangels Platz durfte aber nur eine Pflanze bei uns einziehen - ebenfalls eine FR 736. Die Kleine schiebt schon seit dem Frühjahr (als Reaktion auf Wassergaben) immer wieder einzelne Blüten, aber seit diesem Wochenende legt sie richtig los:

Bild

Echt ne Leistung dafür, dass sie nur ca. 4cm im Durchmesser hat. Kulturprobleme hatte ich mir der Pflanze bisher übrigens nicht, obwohl ich mit ihr nichts besonderes mache. Sie kriegt die gleiche Pflege wie alle anderen auch, und bisher scheint es ihr zu gefallen.

Viele Grüße!
Chris

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CABAC
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Re: Parodia gibbulosa oder Parodia gibbulosoides ?

Beitragvon CABAC » 22. August 2018, 07:38

Hallo zusammen und hallo Chris,

wenn sie es etwas wärmer und feuchter kultiviert werden, machen Parodia gibbulosas keine Probleme. Dann blühen sie das ganze Jahr und die Keimfähigkeit der kleinen Samen ist auch besser. Das gilt auch für Pflanzen im Habitat.

Problematisch ist allerdings fast immer die Aussaat. Die Samen unterscheiden sich in der Größe nicht von den Samen der Samengruppe Prarodia ( Parodia microsperma aff). Keimt Parodia microsperma nach 2 bis 3 Wochen mal nicht, stellt man den Aussaattopf für wenige Tage kälter und dunkler. Zurück in vorige Aussaatbedingungen erfolgte die Keimung meistens schon nach einer Nacht.

Bei Samen von Parodia gibbulosa hat diese Methode bis heute nicht funktioniert. Keimt der Samen nicht nach 8 bis 10 Tagen spontan, keimt er nicht mehr. Das wurde mir auch von Jarda Snicer bestätigt. Er bekommt schon seit ein paar Jahren regelmäßig Gibbulosasamen von mir.

Parodia gibbulosoides Brandt muss dringend bearbeitet werden und deshalb werden in Kürze die ersten Arbeitsgespräche geführt. Ich hoffe es kommt dann im nächsten Jahr zu einem Treffen an dem Parodienspezialisten aus vier Ländern teilnehmen.

Mach(t) es gut

CABAC
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P.occulta
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Re: Parodia gibbulosa oder Parodia gibbulosoides ?

Beitragvon P.occulta » 22. August 2018, 08:28

Hallo zusammen,

Herbert sehr schöne Parodia gibbulosa,drücke dir die Daumen das die Bestäubung geklappt hat.
Über eine Erfolgreiche P. gibbulos-Aussaat braucht man bei dir keine bedenken haben.
Hast ja deine Erfahrungen mit dieser Parodia gemacht und so weit ich mich erinnern kann,Erfolgreich.

WoBo,was willst du uns mit deinen letzten Beitrag eigentlich sagen????????
Was???????
Das zeigt mir nur eins,das du dich noch nie ernsthaft mit Parodien beschäftigt hast.

Viele Grüße

Torsten
Parodien die Edelsteine unter den Kakteen

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nobby
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Re: Parodia gibbulosa oder Parodia gibbulosoides ?

Beitragvon nobby » 22. August 2018, 12:04

Das zeigt mir nur eins,das du dich noch nie ernsthaft mit Parodien beschäftigt hast.


Ist das hier zwingend erforderlich? Es geht schließlich "nur" um ein nomenklatorisches Problem.

Es gibt ein ähnliches Problem - eigentlich ist es sogar noch etwas komplizierter - bei der Gattung Tephrocactus.
Im Jahre 1963 hat Backeberg mit lateinischer Diagnose und Bild den Tephrocactus curvispinus beschrieben. Herkunft Provinz Jujuy in Argentinien.
Die Pflanze wurde dort nie gefunden. Später entdeckte wohl W. Rausch einen Fundort der Pflanze in der Provinz San Juan, Argentinien. Da nach den damals gültigen Nomenklatur-Regeln die Beschreibung von Backeberg ohne Herbar-Beleg ungültig war, wurde die Pflanze in der KuaS 2001 von Thomas & Gilmer als Cumulopuntia recurvata beschrieben (Cumulopuntia wegen der Samen). Im Jahre 2011 wurde sie von Hunt und Ritz zu Tephrocactus recurvatus umkombiniert.

So weit so gut!

Inzwischen, so meine Informationen, sind aber Erstbeschreibungen mit gültiger Diagnose und Bild - auch rückwirkend !! - gültig. Wie lautet jetzt der richtige Name dieser Pflanze? Mich würde das schon interessieren!
Ein klarer Fall für die Fachleute der Nomenklaturregeln - nicht der Gattung Tephrocactus!

Herzliche Grüße
Nobby


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